Burgtheater

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Dimiter Gotscheff

Dimiter Gotscheff

Reinhard Werner
Burgtheater
Foto zum einmaligen Abdruck freigegeben

Premiere in der Spielzeit 2011/12

„Immer noch Sturm“ von Peter Handke
(Wiener Premiere am 3. Oktober 2011 im Burgtheater,
eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Thalia Theater Hamburg)

Biografie

Geboren 1943 in Parvomei, Bulgarien. 1962 begleitet er seinen Vater in die damalige DDR und studiert an der Ostberliner Humboldt-Universität Veterinärmedizin und Theaterwissenschaft. 1968 wird er Schüler von Benno Besson, Regieassistent bei Fritz Marquardt und lernt Heiner Müller kennen, dessen Stücke er seitdem immer wieder aufführt. Seine erste Inszenierung ist Heiner Müllers „Weiberkomödie” in Nordhausen. 1979 verlässt er die DDR und kehrt nach Bulgarien zurück. Regiearbeiten an den Theatern von Russe, Sofia und Vratsa; außerdem Übersetzungen von Theatertexten aus dem Deutschen ins Bulgarische. Mit Heiner Müllers „Philoktet” am Theater in Sofia 1983 wird er international bekannt.
1985 Einladung ans Kölner Schauspiel zu einer Gastinszenierung von Heiner Müllers „Quartett“. Gotscheff zieht daraufhin nach Köln und arbeitet fortan nur noch im deutschsprachigen Theater. Er inszeniert u. a. in Basel, Hannover, Köln, Düsseldorf, Bochum und Hamburg und ist von 1993 bis 1996 als Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig, von 1995 bis 2000 als Leitungsmitglied am Schauspielhaus Bochum bei Leander Haußmann. Seither regelmäßiger Gast u.a. in Wien, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main und Hamburg.
Weitere Inszenierungen: am Hamburger Schauspielhaus Heiner Müllers „Germania 3. Gespenster am Toten Mann“, Lothar Trolles „Hermes in der Stadt” und Shakespeares „König Lear”; am Schauspielhaus Graz im Rahmen des „steirischen herbstes“ „Das Pulverfass“ von Dejan Dukovski; am Schauspielhaus Frankfurt Artauds „Die Cenci“ und Tschechows „Platonow“; an der Volksbühne Berlin Marco Ferreris „Das große Fressen“, Heiner Müllers „Philoktet“, Tschechows „Iwanow“, Nicolaj Erdmanns „Der Selbstmörder“, „Ubuekönig“ von Alfred Jarry, Aischylos’ „Prometheus“ und „Die Chinesin“ nach Texten Jean-Luc Godards; am Thalia Theater Hamburg „Die Straßenecke“ von Hans Henny Jahnn, Sophokles’ „Elektra“, Dea Lohers „Der dritte Sektor“, Büchners „Leonce und Lena“, „Ödipus, Tyrann“ von Heiner Müller nach Sophokles und Brechts „Die Antigone des Sophokles“.
Am Deutschen Theater ist Dimiter Gotscheff seit 2006 als fester Regisseur engagiert, hier inszenierte er u.a. „Volpone“ von Ben Jonson, Aischylos’ „Die Perser“, Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“, „GERMANIA.Stücke“ nach Texten von Heiner Müller, Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“, Heiner Müllers „Die Hamletmaschine“, Tschechows „Krankenzimmer Nr. 6“ und zuletzt „Der Mann ohne Vergangenheit“ von Aki Kaurismäki.
Seine Inszenierungen waren regelmäßig beim Berliner Theatertreffen zu sehen, darunter zuletzt „Der Kampf des Negers und der Hunde“ von Bernard-Marie Koltès und „Iwanow“ von Anton Tschechow (Produktionen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) sowie Molières „Tartuffe“ (Produktion der Salzburger Festspiele und des Thalia Theaters Hamburg). Wiederholt wurden seine Arbeiten auch als ‚Inszenierung des Jahres’ von der Fachkritik ausgezeichnet; für „Iwanow“ erhielt er den 3sat-Innovationspreis beim Theatertreffen 2006. 2009 wurde er für „Das Pulverfass'“in der Kategorie „Regie Schauspiel“ für den Faust Theaterpreis nominiert, 2011 erhielt er den Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung. Dimiter Gotscheff ist Träger des Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum.

Am Burgtheater inszenierte er die Uraufführung von Buñuels „Viridiana“, die österreichische Erstaufführung von Martin McDonaghs „Der Leutnant von Inishmore“ und „Salome“ von Oscar Wilde.

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