Burgtheater

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13 | Johann Nestroy
Höllenangst


Premiere im Burgtheater:
3. September 2006


Einerseits ist Wendelins Welt das Wien von 1849, die Revolution ist vorbei, die Reaktion hat gesiegt [...], andererseits eine karge und finstere Gasse, vollgepumpt mit den düstersten Phantasien New Yorker Straßenschluchten oder den globalen Alpträumen des beginnenden Jahrhunderts.
FRANKFURTER RUNDSCHAU




Höllenangst
Posse mit Gesang in drei Akten von JOHANN NESTROY

Regie: Martin Kušej
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Bert Wrede
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Sebastian Huber

Mit: Alexandra Henkel, Caroline Peters, Barbara Petritsch, Louie Austen, Daniel Jesch, Dietmar König, Johannes Krisch, Joachim Meyerhoff , Nicholas Ofczarek, Denis Petkovič, Robert Reinagl, Martin Schwab, Paul Wolff-Plottegg u.a.

Der arbeitslose Schustersohn Wendelin fristet eine trübe, von Geldnot und Verfolgung gekennzeichnete Existenz. Aber nicht nur die weltlichen Machthaber scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben, auch der himmlischen Fügung ist kein Vertrauen zu schenken.

Warum es also nicht einmal mit dem Teufel als Verbündetem versuchen? Vor allem, wenn er – kaum ist der Gedanke ausgesprochen – schon leibhaftig dasteht, samt Anzahlung auf die arme Schustersohnseele. Von nun an fürchtet sich Wendelin vor jeder positiven Wendung seines Geschicks, weil sie ihm als Teil seines Pakts mit dem Teufel erscheint. Dass der nächtliche Besuch keineswegs der Teufel ist, sondern ein in Liebesdingen übers Dach geflohener junger Richter, ahnt Wendelin nicht. Im Verlauf der folgenden Intrige um die heimliche Hochzeit des Richters mit einer jungen Frau, die ihr habgieriger Onkel in ein Kloster sperren will, um sich ihrer Güter zu bemächtigen, steht Wendelin, der sich fest in der Hand des Bösen glaubt, das erste Mal in seinem Leben auf der richtigen Seite.

Nestroys Posse »Höllenangst«, uraufgeführt ein Jahr nach der gescheiterten Revolution von 1848, spiegelt die deprimierende Vergeblichkeit der Revolte wieder: Nicht nur die Mächtigen halten an der bestehenden Ordnung fest, sondern auch die Ohnmächtigen haben sie so sehr verinnerlicht, dass jede Veränderung, ihres Glaubens nach, nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

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