21 | Johann Nestroy
Einen Jux will er sich machen
Aufzeichnung aus dem Burgtheater 1956
Eine der beliebtesten Possen Johann Nestroys, inszeniert von Leopold Lindtberg, einem der bedeutendsten Nestroy-Regisseure des Burgtheaters, in legendärer Besetzung: Josef Meinrad als Weinberl und Inge Konradi als Christopherl auf dem Weg aus dem finsteren G’wölb in die glitzernde Stadt, wo der biedere Handelsdiener Weinberl endlich einmal auch „ein verfluchter Kerl“ sein möchte und der Lehrjunge Christopherl an dessen Seite einiges über die große Welt zu lernen hofft.
Einen Jux will er sich machen
Posse mit Gesang in vier Aufzügen von JOHANN NESTROY
Regie: Leopold Lindtberg
Bühnenbild: Stefan Hlawa
Kostüme: Elli Rolf
Musikalische Einrichtung und Leitung: Alexander Steinbrecher
Mit: Trude Ackermann, Eva Fichte, Adrienne Gessner, Elisabeth Hörbarth, Friedl Jary, Inge Konradi, Auguste Pünkösdy, Dagny Servaes; Franz Böheim, Richard Eybner, Karl Friedl, Fritz Horn, Michael Janisch, Ferdinand Maierhofer, Josef Meinrad, Armand Ozory, Franz Pokorny, Theo Prokop, Tonio Riedl, Hans Thimig, Josef Wichart
Zunächst scheint den beiden noch ihre Anständigkeit auf der Fahrt ins Abenteuer im Wege zu stehen, doch da ihre Barschaft der Größe ihres Vorhabens so ganz und gar nicht entspricht, kommt es schneller, als ihnen lieb ist, zu den turbulentesten Begegnungen – anspruchsvolle Damenbekanntschaften, die Verwechslung mit einem flüchtenden Liebespärchen und nicht zuletzt ihr Dienstherr, der in der Stadt in Liebesdingen unterwegs ist und natürlich nicht wissen darf, dass seine Angestellten das Geschäft unbeaufsichtigt gelassen haben. Doch als Weinberl und Christopherl erschöpft und geheilt von aller Abenteuerlust zurückkehren, ertappen sie einen Dieb auf frischer Tat und verhindern todesmutig den Einbruch ins Comptoir – und erweisen sich so doch noch als zwei ziemlich „verfluchte Kerle“.
Nestroysches Selbstgespräch: "Nicht auf den Gegenstand auf das spielende Subjekt kommt es an, ob eine Unterhaltung eine unschuldige ist oder nicht. Ich, zum Beispiel, hab' in meiner Jugend zwei Scharfrichterskinder kennt', die haben sich ein Schafottbrettl auf eine Folterbank g'Iegt und drauf g'hutscht...“ - Sinnbild für Nestroy selber: das Hochdeutsch ist sein Schafottbrett, der Zynismus seine Folterbank und darauf hutscht sich in aller Unschuld: die Wiener Mundart.
Anton Kuh






