27 | Georges Feydeau
Einer muss der Dumme sein
Aufzeichnung aus dem Akademietheater 1980
O nein, ich gehöre nicht zu denen, die in Freuden gebären. Indem ich den Wahnwitz organisiere, der die Heiterkeit des Publikums entfesseln wird, fühle ich mich nicht erheitert. Ich bewahre den Ernst, das kalte Blut des Apothekers, der eine Arznei bereitet: ein Gramm Verwicklung, ein Gramm Pikanterie, ein Gramm Beobachtung. Und ich rühre diese Elemente so sorgfältig, wie es mir möglich ist, zusammen. Vielleicht klingt es nicht zu eingebildet, wenn ich sage, dass ich die Wirkung meines Mittels ziemlich genau vorausberechnen kann.
Georges Feydeau
Einer muss der Dumme sein
GEORGES FEYDEAU
Inszenierung: Achim Benning
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Kapplmüller
Dramaturgie: Gerd Leo Kuck
Musikalische Leitung: Anton Gisler
Mit: Isolde Halwax, Maresa Hörbiger, Gertraud Jesserer, Sylvia Lukan, Elisabeth Orth, Martha Wallner; Alfred Balthoff, Otto Bolesch, Wolfgang Hübsch, Thomas Kamper, Norbert Kappen, Tom Krinzinger, Rudolf Paczak, Herbert Propst, Heinrich Schweiger, Kurt Sowinetz
Monsieur Pontagnac verfolgt Madame Vatelin bis in ihre Wohnung – zwar mit den besten Absichten, die nur leider moralisch nicht ganz einwandfrei sind. So gerät er in akuten Erklärungsnotstand, als zuerst sein alter Freund und Gatte ebendieser Dame, Monsieur Vatelin, und dann auch noch seine eigene Frau auftauchen. Zwischen Madame Vatelin und Madame Pontagnac herrscht sogleich Einigkeit darüber, dass eheliche Treue keinesfalls gebrochen werden dürfe – es sei denn, der eigene Gatte geht mit entsprechendem Beispiel voran. Monsieur Redillon, ein hartnäckiger Verehrer von Madame Vatelin, versichert beiden Damen, in diesem Fall als williges Werkzeug der Rache zur Verfügung zu stehen. Währenddessen wird Monsieur Vatelin, ein Mustergatte innerhalb der Landesgrenzen, durch einen überraschenden Damenbesuch an ein Abenteuer in London erinnert… Der Feydeau’sche Wahn-Witz aus Verstecken, Verfolgen, Belauschen und Ertappen erreicht dann im Hotel Ultimus – ein Etablissement, in dem nur wenige Gäste miteinander verheiratet sind - seinen Höhepunkt, und auch der Polizeieinsatz trägt nicht zu Klärung der Verwicklungen bei.
Eine der legendären Feydeau-Inszenierungen von Achim Benning mit einer kaum zu übertreffenden Besetzung: Gertraud Jesserer, Elisabeth Orth, Maresa Hörbiger, Kurt Sowinetz, Heinrich Schweiger, Wolfgang Hübsch und viele andere demonstrieren mit komödiantischen Hochleistungen, dass Treue keine Frage der Moral ist, sondern nur eine Frage der Umstände…






