Burgtheater

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34 | Franz Grillparzer
Ein Bruderzwist in Habsburg

Premiere im Burgtheater:
22. Dezember 1963


Das Habsburgerreich zwischen Umsturz, Aufbruch und Veränderung: Ein hochkarätig besetztes Geschichtsdrama um Macht und Ohnmacht mit Annemarie Düringer, Attila Hörbiger, Robert Lindner, Alexander Trojan, Heinz Woester und anderen.




Ein Bruderzwist in Habsburg
FRANZ GRILLPARZER

Regie: Kurt Horwitz und Franz Reichert
Bühnenbilder: Clemens Holzmeister
Kostüme: Elli Rolf
Musik: Hans Totzauer

Mit: Annemarie Düringer, Achim Benning, Karl Bl ühm, Viktor Braun, Heinz Ehrenfreund, Hintz Fabricius, Gerhard Geisler, Attila Hörbiger, Helmut Janatsch, Peter Jost, Josef Krastel, Robert Lindner, Karl Mittner, Heinz Moog, Hanns Obonya, Rudolf Paczak, Hannes Schiel, Hans Thimig, Alexander Trojan, Heinz Woester

„Ein Bruderzwist in Habsburg“ ist der Versuch eines dichterischen Grüblers, die Schwächen und Mirakel einer von latentem Zusammenbruch bedrohten Monarchie ethisch und philosophisch zu ergründen. Es ist die Staatstragödie der Macht in ihrer Ohnmacht. Des Zögerns so lang, bis es zu spät ist. Des guten Willens, der vor sich selbst zurückschreckt.
Vor historischer Kulisse im Bannkreis der Reformation und ständischen Gährung, am Beispiel der erzwungenen Abdankung Rudolfs II. und im Wetterleuchten des herannahenden Dreißigjährigen Krieges läßt Grillparzer ein Monumentalwerk österreichischer Mentalität erstehen. Resignation und Kompromiß kennzeichnen dieses Drama von den auf die lange Bank des Zauderns geschobenen Staatsdepeschen.
An Rudolf II., dem römisch-deutschen Kaiser, erfüllt sich gleichnishaftes Schicksal: Er kennt die Wahrheit, durchschaut seine Gegner, spürt den umstürzlerischen Atem einer unbewältigten Epoche brennend auf seiner welken Haut und ist dennoch außerstande, das Chaos abzuwenden. Er sucht die Ordnung aufrechtzuerhalten, indem er der Gefahr so lang als möglich kein Gehör schenkt. Er will zusammenhalten, kann aber zwischen Weisheit und Wankelmut und zwischen versöhnender Aktion und schädlicher Konzession nicht unterscheiden. So büßt ein müder, enttäuschter Greis um des Friedens willen zuerst seine Kronländer und schließlich Krone und Frieden ein. Und als er dann weg ist, fehlt er. Er war kein Damm, aber das einigende Band.

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