Burgtheater

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36 | Friedrich Schiller
Kabale und Liebe

Premiere im Akademietheater:
16. März 1975


Schillers berühmte Liebesgeschichte um ein junges Paar, das an den unumstößlichen Standesregeln seiner Zeit scheitert - mit Gertraud Jesserer und Klaus Maria Brandauer als Luise und Ferdinand, Alexander Trojan und Norbert Kappen als deren erbarmungslose Gegenspieler.




Kabale und Liebe
FRIEDRICH SCHILLER

Regie: Gerhard Klingenberg
Bühnenbild: Josef Swoboda
Kostüme: Leo Bei

Mit: Judith Holzmeister, Gertraud Jesserer, Johanna Matz, Hilke Ruthner, Erich Auer, Klaus Maria Brandauer, Klaus Behrendt, Sebastian Fischer, Wolfgang Janich, Norbert Kappen, Alexander Trojan, Franz Zelinka

„Kabale und Liebe“ ist von Gerhard Klingenberg mit einer Frische, einem raschen Atem inszeniert, der Schillers eigenem jugendlichen Ungestüm durchaus angemessen war. Kein hallendes Pathos, keine hohle Rhetorik, wie sie den hergebrachten Aufführungen der deutschen Klassik so häufig eigen, sondern ganz ohne Eingriffe und Veränderungen das innere Feuer dieses rebellischen Dramas über die Jahrhunderte hinweg bewahrt. Wie war das möglich? Indem man Schauspieler wählte, denen die Fähigkeit zu natürlichem Nachempfinden nicht abhanden gekommen ist, die Spontaneität, Enthusiasmus und den Glauben an die unvergängliche Gegenwärtigkeit eines Textes besitzen. Das gilt für Judith Holzmeister, deren Millerin eine großartige Charakterstudie in verschlampter, böse-bornierter und doch bejammernswerter Kleinbürgerlichkeit ist, wie für Erich Auer, einen leidenschaftlich aufbegehrenden Musikus Miller. Gilt für Alexander Trojan, den perfide leisetreterischen Präsidenten wie für Sebastian Fischer, den ridikülen Kalb, gilt für Norbert Kappen, den keineswegs kriecherischen sondern überlegen manipulierenden Wurm. Gilt am meisten freilich für das junge Paar, den hochbegabten Klaus Maria Brandauer, der den Ferdinand fast durchweg unterkühlt, mit leiser Intensität und Aufrichtigkeit spricht, aber in seinen stürmischen Auftritten und Abgängen, mit seinen wenigen wahren Ausbrüchen die ganze Passion der Figur verrät, und für Gertraud Jesserers zarte, früh gereifte, ihrem Schicksal hoffnungslos ins Auge blickende Luise. (Hilde Spiel)

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