Burgtheater

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40 | Friedrich Schiller
Wilhelm Tell

Premiere im Burgtheater:
23. März 1989


Claus Peymanns Inszenierung des Schiller'schen Dramas mit dem unvergleichlichen Josef Bierbichler in der Titelrolle – kein Freiheitsheld, sondern einer, der lieber in Ruhe gelassen werden will – und im entscheidenden Moment das tut, was zu tun ist.




Wilhelm Tell
FRIEDRICH SCHILLER

Inszenierung: Claus Peymann
Mitarbeit: Airan Berg
Bühnenbild und Kostüme: Luciano Damiani
Musik: Hansgeorg Koch
Dramaturgie: Hermann Beil

Mit: Kirsten Dene, Regina Fritsch, Brigitta Furgler, Sonja Sutter, Oda Thormeyer; Josef Bierbichler, Markus Boysen, Anton Donniez, Uwe Dörr, Detlev Eckstein, Peter Fitz, Christian Fries, Heinz Frölich, Ulrich Gebauer, Florentin Groll , Paul Hoffmann, Klaus Höring, Ignaz Kirchner, Otmar Klein, Jörg Klettenheimer, Pavel Landovský, Florian Liewehr, Anselm Lipgens, Karl Menrad, Johann Adam Oest, Thomas Radleff, Alexander Rossi, Paul Rudolph, Kurt Sowinetz, Oliver Stern, Gert Voss, Dieter Witting, Peter Wolfsberger und anderen

Man hatte Claus Peymanns Inszenierung des Schiller’schen Dramas mit einer Spannung erwartet. Nicht nur, weil dieses seit gut 30 Jahren nicht mehr an der Burg zu sehen war; viel mehr noch weil Peymann, wie kaum ein anderer Theatermacher heute, sich Schillers Forderung an die Bühne als moralische Anstalt zu eigen gemacht hat. Und für solchen Anspruch haben Themen wie Macht, Unterdrückung, Rebellion und Menschenrecht besonderen Reiz. Freilich, Peymann zeigt uns „Wilhelm Tell“ nicht als flammenden Aufruf, als Pamphlet. Ihm geht es mehr um das Ausloten möglicher Verhaltensweisen in einem hochbrisanten gesellschaftlichen Konflikt.
… ein Geniestreich: Die Besetzung Geßlers und des Tell. Wenn Gert Voss als Landvogt, stehend im Jeep seine Macht auskostet, dann blitzt die Erkenntnis auf, dass Grausamkeit nichts Dämonisches hat, dass Despotie so menschlich ist wie das Leiden an ihr. Und Bierbichler ist ein Phänomen. Dieser Tell will in Frieden gelassen werden, ist verschlossen, wortkarg. Doch trotz der oberflächlichen Ruhe dieses einfachen Mannes sieht man die Spannungen, die ihn bewegen. Kein Held – ein Einzelgänger, Einzelattentäter. (Der Standard)

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