Burgtheater

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 Gundars Āboliņš, Juris Baratinskis, Oliver Stokowski

Alvis Hermanis
‹Väter›

In „Väter“ erzählen ein Deutscher, ein Russe und ein Lette von ihren Vätern. Sie erinnern sich als Söhne und erzählen als Schauspieler.

Auf der Suche nach den Ursprüngen der Schauspielkunst stieß der russische Theatertheoretiker Jewreinow zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ein damals neues psychologisches Verständnis des Nachahmungstriebes als eines lebensnotwendigen Urinstinkts. Nachahmung befähigt, mit der Umwelt in Kontakt zu treten, eine eigene Persönlichkeit zu formen.

Die Schauspieler erkunden die Zusammenhänge von Theater und Instinkt, Kunst und Leben. Hat der Protest gegen die Väter oder deren Nachahmung ihr Leben mehr geprägt? Was passiert, wenn sie als Schauspieler die eigenen Väter spielen?
Alvis Hermanis sagt: „Ich habe zwei Söhne, mein Vater lebt noch, und ich glaube, die Beziehung zwischen einem Sohn und seinem Vater ist eines der geheimnisvollsten Dinge dieser Welt.“

Eine Produktion des Schauspielhauses Zürich.

Regie: Alvis Hermanis

Ausstattung: Monika Pormale

Licht: Ginster Eheberg

Dramaturgie: Andreas Erdmann

September

Donnerstag, 16.09.2010 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Freitag, 17.09.2010 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Dienstag, 28.09.2010 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Oliver Stokowski, Gundars Abolins und Juris Baratinskis – ein Deutscher, ein Lette und ein Russe – nähern sich der Biographie ihrer Väter an, in dem sie aus deren Leben erzählen. [...]
Es sind authentische Gemälde, die da entstehen, unterstützt von großen gezeichneten Porträts, die im Hintergrund des Bühnenraums die Väter in bestimmten Phasen ihres Lebens zeigen. Während die Söhne sich erinnern, werden sie auf der Bühne von Maskenbildnerinnen auf alt geschminkt. Am Ende gleichen dann die Söhne den Vätern. Zumindest optisch.
Ohne rührselig oder kitschig zu werden, erteilen Alvis Hermanis und die drei wunderbaren Schauspieler eine Lektion darüber, wie authentisch und wahrhaftig und unmittelbar Theater sein kann. Sehr empfehlenswert. (Wiener Zeitung)

Gundars Abolins, Juris Baratinskis und Oliver Stokowski erzählen von ihrer Jugend in Riga, Moskau und Kassel, von ihrer weiteren Entwicklung anhand der Väter. Die Darsteller befinden sich auf der Bühne, die ihre Garderoben in Zürich und Riga billig imitiert. Deren Fotos sind in Originalgröße, so wie später Väterbilder, auf mobile Holzwände geklebt. Ständig wird umgebaut (Bühne und Kostüme: Monika Pormale), während die drei Männer ihre Geschichte entwickeln, einen Blick hinter die Fassaden gewähren. „Väter“ ist auch ein Stück über das Theater, über verschiedene Zugänge zum Spiel.
Deutsche Gründlichkeit, lettische Improvisationskunst, russisches Pathos fallen auf, alles auf höchstem Niveau. Vor allem aber: Hermanis lässt aus persönlichen Anekdoten eine dreistündige Liebeserklärung entstehen, den Versuch, das Fremde und das Nahe dieser Väter (und des Spiels) zu ergründen. (Die Presse)

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