Burgtheater

Wille Wahl Welt Don't Cry Burg
Stefanie Dvorak, Jana Horst, Liliane Amuat

Laura Naumann
‹demut vor deinen taten baby›

Laura Naumanns vierter Theatertext demut vor deinen taten baby erzählt die Geschichte von Mia, Bettie und Lore, die nach einem gemeinsam überstandenen Terroralarm ihre Leben neu erfinden.

Die Drei sind elektrisiert vom Gefühl der Befreiung und euphorisch beschließen sie, ihr Glück nicht für sich zu behalten. Sie wollen es teilen, wollen es verschenken an die Welt und die Menschen. Schnell ist eine Idee geboren: In Reminiszenz an verschiedene Frauentrios ziehen sie los und simulieren in Clubs und Supermärkten Terroranschläge.
Auf ihrer Mission lassen sie alles zurück: Unerfüllte Beziehungen, ungeliebte Jobs, die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Und tatsächlich weist die neu empfundene Freiheit des Einzelnen einen Ausweg aus dem individuellen Dilemma, was sich in der Folge ihrer Aktionen auch für ihre „Opfer“ bewahrheitet. Befeuert von der Kraft der eigenen Utopie überflügeln Mia, Bettie und Lore die Grenzen ihrer Realität. Dabei setzt ihr persönliches Anliegen eine ungeahnte politische Sprengkraft frei...

„Zuallererst musst du dir mehr zutrauen, als du kannst. Du musst ein völliges Desinteresse für die Grenzen deiner Fähigkeiten entwickeln. Versuch Dinge zu tun, die du nicht kannst. Mach deine Vision von dir selbst zur Wirklichkeit.
Nichts ist unmöglich.“
(Paul Arden)

Die 23jährige Autorin Laura Naumann erhielt bereits verschiedene Auszeichnungen und Stipendien für ihre Texte, u. a. Interplay Europe e.V., World Interplay, Dramatikerworkshop beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens, Münchner Förderpreis für neue deutschsprachige Dramatik. Im Jahr 2011 war sie u. a. mit „demut vor deinen taten baby“ Teilnehmerin der Werkstatttage am Burgtheater.

Regie: Alexander Ratter

Bühnenbild: Katharina Faltner

Kostüme: Pia Weber-Unger

Sounddesign: Florian Pilz

Licht: Marcus Loran

Dramaturgie: Annette Friebe

Ein Massaker im Finale, Terrorangst zuvor und eine wunderbare Freundschaft, die daraus entsteht, vor allem aber eine Möglichkeit für drei talentierte junge Schauspielerinnen, eine Stunde lang richtig aus sich rauszugehen, das alles bietet Laura Naumanns Kammerspiel „demut vor deinen taten baby“, das am Samstag im Vestibül des Burgtheaters unter der Regie von Alexander Ratter seine österreichische Erstaufführung feierte. […]
Ratter hat fast diskret inszeniert, ohne viel Schnickschnack, der von diesem fetzigen Text nur ablenken würde. Horst entwickelt den Hang zum Tragischen, Amuat pflegt mit leichter Verschrobenheit ihre komödiantischen Tugenden und Dvorak, sehr wach und präsent, leistet sich souverän Lokalkolorit, allein schon durch ihren Wiener Zungenschlag. Die drei Schauspielerinnen sind fast durchwegs gut aufeinander abgestimmt, mühelos bewältigen sie diese flotte Erzählung und setzen sie szenisch um. Nur manchmal übertreiben sie beinahe so sehr wie die Figuren, die sie darstellen. Als Terroristinnen kratzen sie ein wenig an der vierten Wand, konfrontieren das Publikum, sprechen es kurz an und nehmen mit diesem Handstreich das ganze Vestibül als Geisel. Aber auch das war doch nur Spaß! (Die Presse)

Zentrum des Stücks ist ein originelles Gedankenspiel: Wenn alle Menschen die Euphorie einer knapp überstandenen Lebensgefahr erfahren können – nützte das nicht der Gesellschaft, indem der Einzelne zufriedener und damit auch produktiver würde?[…]
Das ist ein starker, witziger Text mit überraschenden Wendungen. Alexander Ratter inszeniert schwungvoll, wenn auch ein wenig hektisch. Das hinreißende Damen-Trio Stefanie Dvorak, Liliane Amuat und Jana Horst veredelt diesen mit einer Stunde Spieldauer angenehm kompakten Theaterabend. (Kurier)

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