Burgtheater

Ich war vier Jahre lang die Antilope.
Michael Heltau (c) Christoph Hellhake

‹Michael Heltau›

Festvorstellung zum 80. Geburtstag von Doyen Michael Heltau

Als Geburtstagsgeschenk für den und vom Doyen wird bei dieser Vorstellung von „Es ist immer jetzt" die neue Doppel-CD des aktuellen Programms präsentiert.

Das Besondere an dieser CD ist aber, dass das dazugehörige Booklet ein ausgewachsenes Buch ist. Der bayerische Fotograf Christoph Hellhake hat Michael Heltau und die Wiener Theatermusiker in den vergangenen Jahren kontinuierlich mit der Kamera begleitet und deren gemeinsame Arbeit in zahlreichen Fotos festgehalten: Ein facettenreicher Blick hinter die Kulissen, der einmal mehr zeigt, wie viel harte Arbeit hinter dem steckt, was dann „ganz leicht“ aussieht.

Fotobuch mit Doppel-CD - Präsentation am 22. Oktober im Burgtheater.

Buch und Gestaltung: Loek Huisman

Die Abende mit einem Michael Heltau – sie zählen zum Besten, das das Theaterleben zu bieten hat. Warum? Ganz einfach: Der Burg-Doyen erklärt das Theater, seine Magie, diesen schönen Zustand zwischen Wachen und Träumen. Denn bei Heltau wird die Welt zur Bühne, und die Zeit, ja die Zeit, die steht still. So wie im Burgtheater, wo Heltau mit den fabelhaften Wiener Theatermusikern zu einer persönlichen Zeitreise bittet. Denn "Es ist immer jetzt." Das Jetzt eines Jacques Brel, eines Charles Trenet, eines Franz Lehár oder eines Kurt Weill. Und das Jetzt eines Michael Heltau, der verführt, der verzaubert, der begeistert, der in seinem Herzen ein Kind geblieben ist, und das gar nicht verleugnen will. Der große Bühnenmagier Heltau – er singt (in den klugen Arrangements von Tscho Theissing und dem Buch von Loek Huisman) über das Leben, die Liebe, die Welt. [...]
Wie Michael Heltau das alles macht, wie er von einer Welt erzählt, die es so nicht mehr gibt – das verdient das Attribut Weltklasse. Nach minutenlangen stehenden Ovationen (das "Karussell" inklusive) sagt er "zum Abschied leise Servus". (Kurier)

Die einen leben in der Erinnerung, die anderen in Erwartung der Zukunft. [...] Diese Art von Spekulation ist einem Michael Heltau wesensfremd. Als Schauspieler lebte er seine Rollen so, dass er an bekannten Wegkreuzungen in beliebig neue Richtungen abbiegen konnte. Immer war er ganz gefangen im Moment. Als Sänger ist er von einer Selbstvergessenheit, die die Annahme aufdrängt, dass sein Leben in Wahrheit nichts als eine einzige verlängerte Kindheit ist.
Mit lebenshungriger Emphase stürzte er sich auch auf sein Material. Ob Chanson, Operette, Volkslied, dieser Mann reetabliert mit seinem ungewöhnlichen Duktus so manch Abgenütztes. Seine exakten, liebevollen Interpretationen ließen Gassenhauer wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ ihre ursprüngliche existenzialistische Dimension wiedergewinnen. [...]
Das famose Ensemble kitzelte mit raffinierten Pizzicati, Heltau flirtete gekonnt mit Klang und Stille und Publikum. Mochte seine Stimme noch so beseelt intonieren, ins Pathos verirrte er sich nie. Da waren Spuren von Astaire, Wunderlich und ganz viele von Brel. (Die Presse)

„Das ungeheure Fieber“ (von dem er singt) ist dem Bühnenmenschen Heltau geblieben, ebenso seine Strahlkraft und seine innige Liebe für die nur angeblich leichte Muse, für das Entertainment, für den großen Gedanken in kleiner Form des Chansons. [...]
Begleitet von den hervorragenden Theatermusikern (Arrangements: Tscho Theissing) entführt er in einen beliebten wie neuen Liedkosmos. (Kronen Zeitung)

Er ist in unserer Zeit der Beliebigkeit und der Klone der Unverwechselbare, sich selbst Treue. Und auch in seinem neuen Programm ist er so authentisch und glänzt so still wie immer durch Können, nicht durch glamourhafte Inszenierung. [...]
Immer wieder kommt er auf die Lieder zurück, die er liebt: Chansons von Jacques Brel und Charles Aznavour, Operettiges, Volksliedhaftes, Wienerisches. Immer in treffsicheren Übersetzungen (Werner Schneyder und Loek Huisman), und nie in vorhersagbarer Pose und Manier, stets „heltauig“ eingerichtet.
Charmant und bis ins kleinste Detail inszeniert kommen diese Lieder daher, Minidramen, denen man das Persönliche, die Identifikation mit dem Text anmerkt, das Schelmische, das immer weit von billigem Klamauk ist. Immer ist Wehmut mit im Spiel. Dann eine überraschende Kehrtwendung, ein Coup, die Andeutung einer Tanzbewegung. Stets spielt Heltau auch mit Déjà-vus, nicht durch billiges Kopieren, sondern durch Wiederbelebungen, Adaptionen, Verfremdungen von Bekanntem, Neuinterpretationen. [...]
Das neue Heltau-Programm [...] hat einen großen Schuss Melancholie, [...] und doch lugt dahinter immer auch der Schelm hervor. Während andere ihre Shows mit Tonnen von Elektronik vollpumpen, braucht Michael Heltau nur ein bisschen Licht und einen absichtsvollen Hut, der ihn zum alterslosen Entertainer macht. (Salzburger Nachrichten)

Loek Huisman [...] spannte wieder einen feinen dramaturgischen Bogen. Diesmal von der Sehnsucht, noch einmal der unbekannte Joe sein zu wollen, über das ungeheure Fieber, das weiterlodert, bis zur alten Liebe, der Vergänglichkeit und eben dem Abschiednehmen.
Als Überleitungen dienen Huisman Sentenzen oder Bonmots von Shakespeare bis Cary Grant - und so geht der Abend nahtlos über von Bert Brecht zu Jacques Brels "Die Chancenlosen" und die "Drei Zigeuner" von Nikolaus Lenau. [...]
Die Chansons, übertragen u. a. von Werner Schneyder, verschmelzen wieder mit Wienerlied, Operette und Volksliedern zu einem großen Ganzen. Und der Doyen, den Hemdkragen wieder lässig aufgestellt, gönnt sich keine Verschnaufpause: Begleitet von den Wiener Theatermusikern (darunter, sehr einfühlend, Otmar Binder am Klavier) singt er sich durch die alten Hadern, um mit Karussell ein grandioses Finale hinzulegen. Da dreht sich alles. (Der Standard)

Der Doyen des Burgtheaters ist, was er ist – Österreichs Beitrag zur internationalen Chanson-Poesie. [...]
Im Smoking-Zweireiher steht Heltau an der Rampe, offenes Hemd, Panamahut. Ein ewigjunger Nachtschwärmer, die Augen kaum offen im altersmilden Gesicht. Nach dem rasenden Crescendo von Brels "Amsterdam" braust das erste Mal Jubel auf. [...]
"Es ist immer jetzt": Beschwörung, Autosuggestion, Schwindel, Theater. Huisman streute unter die Lieder Weltverlorenheitswitz und knappe Dichtertexte als lebenskluge Kommentare - Bijoux von Gottfried Benn, Tucholsky, Erich Fried, Hilde Domin. [...] Heltau ist in keinem Augenblick Kopist der Goldenen Ära im französischen Chanson. Er zieht die Originale mit wienerischer Leichtigkeit herüber in seine Schauspielerkehle mit geringer Amplitude. (Wiener Zeitung)

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