Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Nicholas Ofczarek, Michael Maertens

Samuel Beckett
‹Endspiel›

„... Ende, es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende.“ So beginnt das Spiel. Vielleicht, sagt Beckett, sei das Schlüsselwort seiner Texte. Vielleicht ist das das Ende, vielleicht ist ja alles aber auch nur ein Spiel, Poesie, nicht Weltanschauung, sondern deren Parodie.

Vier Personen: Nell, die Mutter, Nagg, der Vater, Hamm, ihr Sohn – und Clov. Vielleicht der klassische Knecht, vielleicht der Sohn Hamms , jedenfalls der, der nichts anderes erlebt hat als das Jetzt und der sich sagen muss, „dass die Erde erloschen ist, obgleich ich sie nie glühen sah“. Die Personen sind defekt: Nell und Nagg ohne Beine, Hamm blind und gelähmt, Clov unfähig zu sitzen. Das Stück selbst ist auf Perfektion angelegt: „Nein, es gibt keine Zufälle im Endspiel, alles ist auf Analogien und Wiederholungen aufgebaut“, so der Regisseur Beckett. Das Ganze ein Kampf: um Liebe, um Berührung, Macht, um die eigene Biografie, auch die Sprache. Keine einzige Unvorsichtigkeit wird verziehen, immer ist jeder auf der Lauer, in Spannung, immer bemüht, die Lücke zu finden, um einen Treffer zu landen. Das Spiel zielt auf Abschiede. Nell und Nagg verschwinden, sie mit einem tiefen Blick ins Leere, er mit einem Fluch auf den Sohn. Hamm und Clov entlassen einander, ohne sich wirklich zu trennen.
Ein Ende und ein Spiel. Das Ende von allem, von Natur, Handeln, Wollen und zuletzt Sprechen, und das Spiel mit den Möglichkeiten, sich etwas vorzumachen, nicht nur sich, sondern auch den anderen.

„… Jetzt spiele ich“


Koproduktion mit den Salzburger Festspielen
Mit freundlicher Unterstützung von Optik Führinger

Regie: Dieter Dorn

Bühne und Kostüme: Jürgen Rose

Licht: Tobias Löffler

Dramaturgie: Hans-Joachim Ruckhäberle

März

Mittwoch, 15.03.2017 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Pressestimmen zur Premiere im Akademietheater:


Mindestens so gut wie im französischen Original sitzt dem Stück die deutsche Sprache. Überhaupt sitzt hier alles. Großer Applaus. (Der Standard)

Seit Sonntag ist nun auch in Wien zu sehen, was bei den Salzburger Festspielen viele begeisterte: Nicholas Ofczarek und Michael Maertens in unerbittlicher Umarmung als Hamm und Clov. (Kurier)

So schön kann einem die Unmöglichkeit des Lebens begegnen. (Kronen Zeitung)

Nicholas Ofczarek ist ein erstaunlich lebendiger, ja sinnlicher Hamm, noch im Verfall, blind, lahm und in Lumpen majestätisch. […] Barbara Petritsch […] eine kindliche, nicht kindische Greisin; Joachim Bissmeier ist ihr ein ewiger Bub, gemeinsam sind sie das rührendste Paar, das man seit Langem im Theater gesehen hat. […] Michael Maertens ist kein abgeklärter Hausknecht, seine Augen strahlen irre, wenn er seine Routinen verrichtet, und wenn er in den Keller hinabsteigt - in den Dorn die Küche verlegt hat -, will man gar nicht wissen, welche wahnwitzige Ordnung dort herrscht. (Die Presse)

Altmeister Dieter Dorn hatte eine Wiener Spitzenbesetzung, um die Tragödie von Hamm und Clov auf die Bühne zu bringen. Sein legendärer Mitarbeiter Jürgen Rose stattet aus […] (Neues Volksblatt)


Pressestimmen zur Premiere bei den Salzburger Festspielen:

Sprachliche und schauspielerische Virtuosität sowie rundum beeindruckender Einfallsreichtum machen dieses „Endspiel“ zum kostbaren Theaterereignis. (Salzburger Nachrichten)

Pures Spiel, höchste Kunst. (Süddeutsche Zeitung)

Samuel Beckett versieht die verrohten Figuren mit poetischer Sprache. Regisseur Dieter Dorn, Kostüm- und Bühnenbildner Jürgen Rose und die vier Schauspieler setzen der darzustellenden menschlichen Verrottung ein Höchstmaß an Kultiviertheit entgegen - an Sprache, Rhythmus, Körperausdruck, Konstellationen. Sie erzeugen das plumpe Grauen mit feinsinnigster Virtuosität. (Salzburger Nachrichten)

Absolute Werktreue: Szene für Szene, Wort für Wort, Pause für Pause. Im kargen Dekor glänzt dieser Text, die untröstliche Geschichte von vier verwahrlosten Überlebenden, die auf nichts mehr warten, da ihnen selbst der Tod keine Aussicht auf Erlösung verspricht. (Tiroler Tageszeitung)

Ja, hier gibt es sie noch, die guten Dinge (und das ist gar nicht despektierlich gemeint): Werktreue, Präzisionsregie, großartige Schauspiel- und - auch das! – Sprechkunst. (Süddeutsche Zeitung)

Nicholas Ofczarek als Hamm [...] eine fast zweieinhalbstündige Meisterschaft der boshaften Machtausübung. [...] Im Salzburger „Endspiel“ hat dieser Despot einen grandiosen Widerpart an Devotheit: Michael Maertens spielt Hamms Diener. [...]
Joachim Bißmeier schiebt mit der schwindenden Kraft eines Alten den Kopf aus der Tonne und kauert an deren Kante - verzweifelt wie vergeblich bemüht, ein Fragen, ein Lachen, ein Küssen zu erwirken. Barbara Petritsch vermag der geschundenen Neil eine unverwüstliche Anmut zu verleihen. (Salzburger Nachrichten)

Größenwahn, Ernüchterung Verzweiflung: Die Übergänge sind fließend, Ofczarek gestaltet sie mit feinsten Stimmnuancen und zurückgenommenen Gesten aus. [...] Was bei Ofczarek die Stimme ist, ist im Falle von Michael Maertens der Blick: Ganz konzentriert, beinahe stechend und doch letztlich leer schaut sein Clov ins Nirgendwo, während er über die Bühne humpelt. Clov – der Clown – ist Hamms Knecht. (Tiroler Tageszeitung)

Dorn nimmt den Text als Partitur. Und so, wie die Bühnenvirtuosen Nicholas Ofczarek und Michael Maertens ihn zum Klingen und Schwingen bringen, hört tatsächlich wieder wie neu hin. (Süddeutsche Zeitung)

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