Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Cornelius Obonya (Caius Martius Coriolanus), Ensemble; (c)Reinhard Werner

William Shakespeare
‹Coriolan›

„Er hat seine Verdienste. Aber er verachtet das Volk.“

In Rom hungert das Volk. Getreide ist genügend vorhanden, doch nur wenige können es noch bezahlen. Die Regierung muss die Kornspeicher vor Übergriffen schützen, denn das Volk verlangt die sofortige Verteilung und droht mit Aufstand. Die noch junge Republik wankt. Caius Martius, verdienter Kriegsheld zahlreicher Schlachten, verteidigt die Haltung der Regierung – nicht mit Diplomatie, sondern deutlicher Verachtung des Volkswillens. Doch das Volk gibt nicht auf und erkämpft sich ein politisches Mitspracherecht. Die verfeindeten Volsker nutzen die sozialen Unruhen in Rom und greifen an. Ein blutiger Krieg beginnt. Caius Martius, Roms bester Soldat, zieht begeistert in die Schlacht - die Volsker werden bei Corioli geschlagen. Für seinen überragenden Sieg erhält er den Ehrennamen Coriolanus.

Zurück in Rom, steht Coriolanus’ Ernennung zum Konsul, dem höchsten Amt im Staat, nur noch eins im Wege: Er muss beim Volk darum werben, seine Wunden vorzeigen und um Stimmen bitten. Doch nichts verabscheut dieser Mann so sehr, wie sich gemein zu machen mit der „dummen Masse“.

Shakespeares Coriolan ist ein brandaktueller politischer Thriller um Macht, Intrige, Krieg und die Auflehnung des Volkes. Der Aufstieg und Fall des mutigen und hochmütigen Kriegers für Vaterland und Ehre erfuhr zahlreiche Interpretationen – sie reichen vom martialischen, tyrannischen Antihelden, einer „Führerfigur“, die dem Volk demokratische Rechte verweigert, bis hin zum aufrechten, integren Patrioten und Garanten der Ordnung.


Mit freundlicher Unterstützung von



Caius Martius, später Caius Martius Coriolanus
Cornelius Obonya

Menenius Agrippa, Freund des Coriolan
Martin Reinke

Cominius, Konsul und Oberkommandeur des Heeres
Bernd Birkhahn

Erster römischer Senator
Rudolf Melichar

Volumnia, Coriolans Mutter
Elisabeth Orth

Virgila, Coriolans Gemahlin
Anna Sophie Krenn

Der junge Martius, Coriolans Sohn
Oskar Rathkolb
Arthur Klestil
Imre Lichtenberger

Sicina Veluta, Volkstribun
Sylvie Rohrer

Junius Brutus, Volkstribun
Hermann Scheidleder

Erster Bürger, Anführer der Plebejer
Daniel Jesch

Erster und zweiter Senatsdiener
Anna Woll
Jeanne-Marie Bertram

Erster, zweiter und dritter Diener des Aufidius
Felix Kreutzer
Valentin Postlmayr
Daniel Jesch

Erster Staatsdiener
Sven Dolinski

1. Bürger, Anführer der Plebejer
Daniel Jesch

2. Bürger
Jeanne-Marie Bertram

3. Bürger
Felix Kreutzer

4. Bürger
Andrej Reimann

5. Bürger
Sven Dolinski

6. Bürger
Valentin Postlmayr

7. Bürger
Anna Woll

Tullus Aufidius, Feldherr des volskischen Heeres
Markus Meyer

Gefolterter
Sven Dolinski

Leutnant des Aufidius
Felix Kreutzer

Römische und volskische Bürger und Soldaten
Jeanne-Marie Bertram
Anna Woll
Sven Dolinski
Daniel Jesch
Felix Kreutzer
Valentin Postlmayr
Andrej Reimann

Bürger,Soldaten und Senatoren
Hans Peter Bruckner
David Ketter
Gert Werler

Regie: Carolin Pienkos

Bühne: Walter Vogelweider

Kostüme: Heide Kastler

Musik: Imre Lichtenberger Bozoki, Moritz Wallmüller

Kampfchoreographie: Martin Woldan

Video: Sophie Lux

Licht: Friedrich Rom

Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer

Dramaturgische Mitarbeit: Rita Czapka

März

Montag, 13.03.2017 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Freitag, 17.03.2017 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Im Akademietheater stellt Regisseurin Carolin Pienkos für ein intensives Kammerspiel der späten Tragödie William Shakespeares ein brillantes Ensemble zur Verfügung. (Die Presse)

Was passiert, wenn die Macht des Volkes auf den Populismus der Politiker trifft? Wie weit soll Demokratie gehen und wo liegen die Grenzen von Herrschaft? Fragen, die heute genauso aktuell erscheinen, verarbeitete William Shakespeare in seinem Römerdrama „Coriolan“. Carolin Pienkos stellt die gebotenen Antwortmöglichkeiten im Akademietheater auf den Prüfstand und zeigt: Es ist eine Gratwanderung. (APA)

Shakespeares Römer-Drama überzeugt im Wiener Akademietheater dank vieler exzellenter Darsteller. (Kurier)

Auf Walter Vogelweiders finsterer Bühne wird politisches Schach gespielt. Vor den vagen Andeutungen einer faschistischen Staatsarchitektur entfaltet sich Stück für Stück das Spiel der öffentlichen Meinungsbildung. Fast zurückhaltend und leise fügt sich der spröde Schlachtenheld in die Ränke der routinierten Staatsschönsprecher (Martin Reinke als Menenius Agrippa). (Der Standard)

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Doch dieses Ensemble kommt mühelos ohne solch Beiwerk aus, es bietet fantastisches Theater. Als dubioser Titelheld steigert sich Cornelius Obonya in unglaubliche Intensität. Wenn er mit Politikern redet, verströmt er Unsicherheit, wenn er dem Volk begegnet, Aggression. Im Krieg scheint er Erfüllung zu finden, ganz menschlich aber wird er bei der Begegnung mit seiner Mutter, Volumnia, die von (seiner wirklichen Mutter) Elisabeth Orth gespielt wird. Volumnia, früh verwitwet, hat den einzigen Sohn zum Helden geformt. Jede Geste zwischen den beiden verrät, wer hier das Sagen hat. Sie will ihn als Konsul sehen, doch eines hat die Mutter bei diesem heiklen politischen Kalkül nicht berechnet: Coriolan kann nicht herrschen, weil er so unbeherrscht ist. Weder die Hilfe des geschmeidigen väterlichen Freunds Menenius Agrippa (Martin Reinke), noch jene des alten Konsuls Cominius (Bernd Birkhahn) vermögen diese Schwäche mit blendender Rhetorik auszugleichen. (Die Presse)

An Kraft gewinnt die Aufführung jedoch, wenn Elisabeth Orth und Cornelius Obonya spielen, was sie sind – nämlich Mutter und Sohn. Wenn Orth im schwarzen Anzug ihrem Sohn die Leviten liest und ihm sagt, was er zu tun hat, ist in wenigen Minuten die Essenz der Tragödie erklärt: ein Sohn, ein Kriegsveteran, ein Familienvater, hört nur auf seine starke Mutter und scheitert als Karrierist. Mit wenigen Gesten zeigen diese beiden Darsteller ein Kammerspiel. (News)

Cornelius Obonya stellt eine kraftvolle Persönlichkeit auf die Bühne des Akademietheaters und zwingt sein Publikum in jedem Augenblick, ihm zu folgen. [...] Und natürlich beeindruckt Orth als Volumnia, eine dieser selbstbezogenen „Heldenmütter“, die den Tod ihrer Söhne im Sinn eines höheren Zieles als Opfer verstehen. (Tiroler Tageszeitung)

Sylvie Rohrer brilliert als Sicinia Veluta. Sie erweckt Hass. Hermann Scheidleder überzeugt als Junius Brutus – ein feiger Funktionär, der Verachtung hervorruft. (Die Presse)

Da ist etwa die große, unglaublich intensive Elisabeth Orth als Coriolans alles und alle bestimmende Mutter. Orth zeichnet fast schon einen Feldherren, der das Muttersöhnchen Coriolan zu einer kaltblütigen, furchtlosen Killermaschine erzogen hat, die auf Muttis Zuruf in den eigenen Untergang taumelt. (Kurier)

Martin Reinke brilliert als kühler Technokrat der Macht. (Kurier)

Was im Ganzen nicht stimmt, überwältigt in einzelnen Szenen, Augenblicken. Etwa wenn Coriolan mit sich hadert, ob er sich der Wahl zum Konsul stellt. Stumm, mit verzagtem Kinderblick, starrt er atemraubend lang ins Publikum, während ihn Volumnia auf den Friedensweg führt und ahnt, dass sie ihn dafür verliert. [...] Herber kann dieses Mutter-Dilemma kaum tönen, und wahrhaftiger auch nicht. (Wiener Zeitung)

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