Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Max Simonischek und Roland Koch in PENSION SCHÖLLER, Foto Reinhard Werner

Carl Laufs, Wilhelm Jacoby
‹Pension Schöller›

Fassung des Burgtheaters

„Und wie schwer ist es doch schon meistens im gewöhnlichen Leben, zu unterscheiden, wer verrückt ist und wer nicht.“

„Ich habe schon seit langem einen sehnlichen Wunsch. Da habe ich nämlich vor einiger Zeit einen außerordentlich fesselnden Artikel über Heilanstalten für Geisteskranke gelesen, und da ist natürlich sofort in mir der Gedanke rege geworden, einmal eine solche Anstalt zu besuchen.“ – Dieser Wunsch des Rentiers Klapproth, der sein beschauliches Landgut in der Provinz verlassen hat, um in der Großstadt das Abenteuer zu suchen und damit zu Hause am Stammtisch zu prahlen, löst eine Kette von aberwitzigen Ver(w)irrungen aus: Denn sein Neffe setzt ihm – als Gegengeschäft für eine
großzügige Geldspritze – kurzerhand eine respektable Familienpension als Irrenhaus und deren ein wenig exzentrische Gäste als dessen Insassen vor.

Ein Mann verbringt einen Abend unter „normalen“ Menschen, wähnt sich aber aufgrund falscher, von ihm selbst provozierter Ankündigungen in einer psychiatrischen Anstalt: Pension Schöller variiert mit dem „Bürger in Nöten“, ein Lieblingsthema des Genres Schwank, das in den letzten Jahrzehnten des 19. und den ersten des 20. Jahrhunderts blühte, und dessen populärste Vertreter neben Arnold und Bach und den Brüdern Schönthan das Duo Laufs/Jacoby waren. Pension Schöller ist ihr bekanntestes Stück, es wurde am 7. Oktober 1890 am Berliner Wallner-Theater uraufgeführt, vielfach bearbeitet und mehrfach erfolgreich verfilmt – ein echter Schwank-Klassiker, zum ersten Mal am Burgtheater.

Philipp Klapproth
Roland Koch

Ulrike Sprosser, Witwe, seine Schwester
Alexandra Henkel

Ida, ihre Tochter
Alina Fritsch

Franziska, ihre Tochter
Marta Kizyma

Alfred Klapproth, sein Neffe
Tino Hillebrand

Ernst Kissling, Maler, Alfreds Freund
Martin Vischer

Fritz Bernhardy, Weltreisender
Michael Masula

Josephine Krüger, Schriftstellerin
Christiane von Poelnitz

Schöller, ehemaliger Musikdirektor
Bernd Birkhahn

Amalie Pfeiffer, seine Schwägerin
Sabine Haupt

Friederike, ihre Tochter
Aenne Schwarz

Eugen Rümpel, sein Neffe
Max Simonischek

Gröber, Major a.D.
Dietmar König

Jean, Zahlkellner
Sabine Haupt

Hilfskellner
Aenne Schwarz

ein Obdachloser
Robert Mayer
Nikolaus Tiller

Regie: Andreas Kriegenburg

Bühne: Harald B. Thor

Kostüme: Andrea Schraad

Licht: Friedrich Rom

Dramaturgie: Hans Mrak

Choreographie: Daniela Mühlbauer

April

Montag, 03.04.2017 | 19.30 UhrBurgtheaterKarten

Donnerstag, 27.04.2017 | 19.30 UhrBurgtheaterKarten

„Pension Schöller“ als absurder Trip–und als glänzendes Schauspielertheater (Kurier)

Ein Abend voll Turbulenzen, Überraschungs- und Blödelkunststücken, Akrobatik, Witz, in dem ein großartiges Ensemble ungebremst brillieren kann. [...]
Kriegenburg gelingt hier eine überraschend leichtgängige Übung, herrlich schnoddrig gehobener Blödsinn, der aber so unrealistisch auch wieder nicht an einem vorbeilacht. (Kronenzeitung)

Insgesamt aber ist das eine stimmige Aufführung, die immer dann am stärksten ist, wenn sie die Bühne selbst als Narrenhaus erscheinen lässt. (Süddeutsche Zeitung)

Zum Brüllen und zum Weinen, lust- und peinvoll: Andreas Kriegenburg bläst den braven Schwank „Pension Schöller" von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby zur Breitwandsatire auf. Dabei sind ihm die Schauspieler fast durchgegangen. (Die Presse)

Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Verve sich die Akteure in ihre Rollen werfen. (Profil)

Regisseur Andreas Kriegenburg [...]fackelt ein Feuerwerk an schrägen Ideen und skurrilen Einfällen ab. [...]
Nun ist „Pension Schöller“ in erster Linie ein Fest für Schauspieler, und das Ensemble des Burgtheaters feiert sich und seine Kunst ausgiebig. Allen voran Roland Koch als Philipp Klapproth. (Der Neue Merker)

Andreas Kriegenburg legt den Schwank hintergründig an und beschert einen tollen Abend. (Tiroler Tageszeitung)

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Christiane von Poelnitz begeistert als bis in jede Muskelfaser mitfühlende Groschenromanautorin Josephine Krüger, die tollpatschig durch alle Türen segelt. (Kurier)

Poelnitz gelingt ein grandios akrobatisches Kabinettstück. So wie auch Max Simonischek als unerbittlicher Nachwuchsmime brilliert, dem jedes „l" als „n" aus dem Mund kommt (Kronenzeitung)

Wie Roland Koch als Klapproth, der sich ja für den einzigen Normalo hält, nach und nach in den Wahnsinn getrieben wird, ist sehr schön anzusehen. [...]
Wenn Koch und Simonischek dann über die aktuelle Mode der „Authentizität" im Theater debattieren („Sie spielen, als ob sie nicht spielen"), ist das auch als Kommentar zu diesem Abend zu verstehen: Dass hier gespielt wird, soll man ruhig merken! (Süddeutsche Zeitung)

Christiane von Poelnitz klatscht alle anderen an die Wand mit halsbrecherischen Stürzen, chaplineskem Wiederauferstehen und anderen akrobatischen Übungen [...]
Ihr schärfster Konkurrent ist Burg-Neuzugang Max Simonischek, brillant als Eugen Rümpel, Möchtegernmime mit Sprachfehler. (Die Presse)

Christiane von Poelnitz stolpert als Schundromanautorin über jedes Möbelstück, Max Simonischek gibt fiebrig einen Möchtegern-Schauspieler, der den Buchstaben „L“ als „N“ ausspricht und sich gern mit Brandauer vergleicht („Knaus Maria“). Im Zentrum aber redet sich Roland Koch als vermeintlich einziger Normaler um Kopf und Kragen. (Profil)

Michael Masula brilliert als liebenswert-verrückter Weltreisender Fritz Bernhardy, die schamanische Reinigungsszene, der sich Klapproth an seiner Seite unterziehen muss, ist ein Kabinettstückchen für sich. [...]
Dietmar König ist als cholerischer Major a. D. Gröber ganz fabelhaft. [...]
Christiane von Poelnitz hätte sich als nervige Schriftstellerin Josephine Krüger nicht nur einen Komödiantik-, sondern auch einen Artistikpreis verdient. [...]
Max Simonischek meistert sein Burg-Debüt mit Bravour. Er hat als Eugen Rümpel – der Schauspieler, der kein L sprechen kann – nicht nur eine der sprachlichst anspruchsvollsten Possenrollen ausgefasst, sondern eine, die vollen Körpereinsatz verlangt. [...]
Bernd Birkhahn und Sabine Haupt überzeugen als Schöller nebst Schwägerin auch mit einer musikalischen Einlage. (Der Neue Merker)

Fritz Bernhardy, von Michael Masula mit einer rührenden Mischung aus Naivität und Grö- ßenwahnsinn porträtiert. [...]
Christiane von Poelnitz brilliert mit ultimativem Rote-Mähnen-Einsatz und Slapstick. [...]
Max Simonischek ist herausragend als dieser Eugen Rümpel, der sich so gern als neuer „Knaus Maria“ etablieren möchte. [...]
Roland Koch ist der perfekte Teamplayer in diesem Ensemble, neben seinem eigenen sehr körperlichen Einsatz – etwa im lächerlichen fliederfarbenen Strampler – gibt er seinen Kollegen Raum zum Poltern und Blühen. Dabei wirkt sein Klapproth stetig derangierter und auch nicht mehr ganz fit im Nervenkostüm – wer hier irre ist, wird immer verschwommener. [...]
Sabine Haupt als perlenkettenhypnotisierende Mutter, die ihr popowackelndes Töchterl Friederike (Aenne Schwarz) an den Mann bringen will, Tino Hillebrand als von Letzterer außer Gefecht gesetzter Neffe Klapproths, Martin Vischer als dessen durchtriebener Freund und Bernd Birkhahn als auffallend distanzierter Pensionsdirektor komplettieren das nicht allein spielfreudige, sondern spielfrenetische Ensemble. (Wiener Zeitung)

Roland Kochs Klapproth ist der hochtourige Motor des Abends: Er monologisiert virtuos in schwindelerregenden Assoziationsketten. [...]
Was Christiane von Poelnitz mit ihrer Frau Krüger anstellt, wie sie mit Verve über alles stolpert, was ihr nicht im Weg steht, ist hochkomisch. Eugen Rümpel, der ewige Schauspielschüler mit der L-Schwäche, Stichwort „Schinners Gnocke“, ist in den klugen Händen von Max Simonischek nicht nur Witzfigur, sondern herzbewegender Besitzer eines patscherten Lebens. (Tiroler Tageszeitung)

Sehr schön sind Harald B. Thors Backstein- und Baustellen-Bühne mit Ausgängen ins Nirgendwo und Andrea Schraads Kostüme. (Die Presse)

Das passende Kunstwerk dazu ist das Bühnenbild von Harald B. Thor, der Schriftzug Smile, wie aus Backsteinen gebaut, dreidimensional zu bespielen, mit Balkonen und Blumenfenstern. Alles dreht sich, alles bewegt sich, alle überschlagen und verheddern sich im nächsten Schabernack. (Der Neue Merker)

Überhaupt ist das Bühnenbild von Harald B. Thor, in dem die Buchstaben S,M,I,L,E drehbare Mehrzweck-Backstein-Bauten bilden, ein besonderes Plus der Aufführung. (Wiener Zeitung)

Kleinkariertheit dominiert in der Burg-Interpretation nur die genialen Kostüme, die Andrea Schrad den Provinz- wie Hauptstadtbürgern auf den Leib geschneidert hat. (Tiroler Tageszeitung)

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