Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Katharina Lorenz, Fabian Krüger, Isabelle Redfern, Nicholas Ofczarek (c) Georg Soulek

Ayad Akhtar
‹Geächtet›

In Partnerschaft mit voestalpine AG

Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Christ

„Aber es kommt nicht aus dem Islam. Es kommt aus dir. Der Islam hat kein Monopol auf Fundamentalismus.“

Der New Yorker Wirtschaftsanwalt Amir Kapoor ist glücklich-glamourös verheiratet und im Begriff, den maximalen Karrieresprung zu machen: Partner in einer jüdischen Kanzlei zu werden. Als US-Bürger mit pakistanischen Wurzeln lebt er den amerikanischen Traum. Aber unter der scheinbar vollkommenen Oberfläche hat der Erfolg seinen Preis. Als Amir und seine Frau, die Künstlerin Emily, eine Dinner Party geben, stellt sich schon bald die Frage: Wie hältst du’s mit der Religion?

Ist der Koran etwa tatsächlich eine „lange Hate Mail an die Menschheit“? Wie islamophob sind die westlichen Gesellschaften seit dem 11. September 2001 geworden? Das rasch eskalierende Gespräch enthüllt, wie fragil das Selbstbild derer sein kann, die in eine Welt hineingeboren wurden, sich aber einer anderen verschrieben haben.

Das 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Debütstück des US-Amerikaners Ayad Akhtar verhandelt auf pointierte und spannende Weise so komplexe Themen wie religiöse Identität und Alltagsrassismus, Integration und Selbsthass. Es legt die Lebenslügen und Vorurteile des liberalen Bürgertums frei und zeigt, wie schnell vermeintliche Political Correctness an ihre Grenzen stößt.


Regie: Tina Lanik

Bühnenbild: Stefan Hageneier

Kostüme: Heidi Hackl

Licht: Peter Bandl

Musik: Rainer Jörissen

Dramaturgie: Florian Hirsch

März

Freitag, 17.03.2017 | 20.00 UhrBurgtheaterKarten

Tina Lanik inszeniert „Geächtet“ von Ayad Akhtar mit einem brillanten Ensemble: Die beste Zimmerschlacht seit Edward Albee. (Die Presse)

Tina Lanik inszenierte „Geächtet“ von Ayad Akhtar handwerklich solide im hellen Licht. (Kurier)

Theater auf Höhe der Zeit. (Kleine Zeitung Steiermark)

Dabei konfrontiert das Stück mit Fragen zur Stunde und ist von archaischer Wucht. (Der Standard)

Das Stück ist ein Publikumsmagnet, das dürfte nicht allein am gesellschaftspolitisch relevanten Thema liegen. „Geächtet“ ist auch ein gekonntes Well-made-Play: Die Dialoge sind an Yasmina Reza und Edward Albee geschult, präzise und pointiert; die Figurenkonstellation exemplarisch. (Wiener Zeitung)

Wann ist man zuletzt so betroffen aus dem Theater gegangen wie nach „Geächtet“ von Ayad Akhtar aus dem Burgtheater? (Der Neue Merker)

Sensationeller Burgtheater-Abend mit Ayad Akhtars „Geächtet“. (Neues Volksblatt)

Jubel für Ayad Akhtars Pulitzer-Preis-dekoriertes Stück „Geächtet“ im Burgtheater. (Österreich)

Ein well-made play mit beträchtlichem Verstörungspotential, das es dem Zuschauer nicht leicht macht, Position zu beziehen, und schon deshalb eine Auseinandersetzung lohnt. (Die Furche)

Vor allem Fabian Krügers Darstellung des Amir besticht durch rührende, abstoßende, nervös machende, sympathische Vielschichtigkeit. Nicholas Ofczarek brilliert mit subtiler Herablassung. [...] Viel Applaus für ein kluges Stück am Nerv der Zeit. (APA)

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Regisseurin Tina Lanik verlässt sich in ihrer zügigen, kühlen, wie polierten Inszenierung auf ihre Schauspieler: Nicholas Ofczarek verleiht dem gönnerhaft selbstgewissen Intellektuellen Isaac gewohnt mächtige Präsenz. Fabian Krüger spielt den überangepassten Amir in grandios ambivalenter Nervosität. (Kleine Zeitung Steiermark)

Ofczarek feiert einen zähnefletschenden Triumph als weißer Löwe des Bescheidwissens: Sein seifiger Liberalismus behält gegen lästige Migranten allemal recht. Und so gibt es nichts Sadistischeres als Isaacs Herablassung, mit der er Fenchelstücke aufspießt und dabei den Gastgeber seiner Frau [...] und obendrein noch seiner ohnehin wackeligen Identität beraubt. (Der Standard)

Fabian Krüger begeistert im Maßanzug mit 600-Dollar-Hemd als Anwalt, der sich hundertprozentig assimiliert hat, seine pakistanische Herkunft verschweigt, den Islam vehement ablehnt - und sich doch nicht vom „Hauch“ einer Sympathie für die Täter von 9/11 befreien kann.
Nicholas Ofczarek sorgt für etwas Heiterkeit im Ernsten: Isaac mit weißem Haar und „Schipperl“ versteht etwas von Kunst und vom Diskurs und hat sich als liberaler Intellektueller in stoischer Ambivalenz eingerichtet. (Die Presse)

Und Fabian Krüger bringt als Amir die Gründe von Akhtar, wieso es zu Gotteskriegern kommen musste, plausibel, analytisch, bedächtig vor. [...]
Isaac, der jüdische Kurator des Whitney Museums, entpuppt sich als selbstgefälliges, zynischesEkel – eine Rolle, in der Nicholas Ofczarek zu brillieren versteht. (Kurier)

Fabian Krüger ist der fahrig-selbstbewusste, unter Dauer-Alert stehende Hausherr im kreideweißen Edel-Dachgeschoß, das spitz in den Zuschauerraum des Burgtheaters hineinragt (Bühne: Stefan Hagemeier). Eindrucksvoll und gerade wegen kleiner Unebenheiten macht er den verzweifelten Kampf um Anerkennung und das letztliche Scheitern seiner Figur glaubhaft.
Katharina Lorenz ist als seine Frau Emily ebenso sexy und ehrgeizig wie verletzlich. Sehr deutlich wird in ihrer Darstellung die Kluft, das eigentliche Nicht-Verstehen des Gefährten, die unbehagliche Ahnung, dass die Partnerwahl möglicherweise von exotistischen Motiven geleitet war. [...]
Die bayerische Schauspielerin Isabelle Redfern ist in dieser Rolle schon mehr als zuhause, spielte und spielt sie die „Jory“ doch auch in München und Hamburg, was ein bezeichnendes Licht auf die Nicht-Abbildung unserer real existierenden bunten Gesellschaft im deutschsprachigen Theater wirft.
Nicholas Ofczarek verleiht seinem [...] Isaac gewandt die eitle Empfindlichkeit, die diese New Yorker Kunstszene-Figur ausmacht. (Tiroler Tageszeitung)

In einer offenen Wohnlandschaft inszeniert Tina Lanik [...] das [...] Stück, das sich äußerlich wie eine Konversationskomödie tarnt, mit einer Meisterbesetzung: Selten bekam Fabian Krüger so starke Ausdrucksmöglichkeiten wie als Amir, dem andauernd der Boden unter den Füßen wankt, selten war Nicholas Ofczarek ohne das geringste Forcement so überzeugend wie als jüdischer Kunsthändler. Katharina Lorenz als die naive Künstlerin und Isabelle Redfern als die mit allen Wassern gewaschene Anwältin liefern starken Leistungen. [...] Ein tief beeindrucktes Premierenpublikum. (Neues Volksblatt)

Das Ensemble leistet dabei exzellente Verdichtungsarbeit: Lorenz ist für die Suspense zuständig, Krüger fürs innere Drama, Ofczarek für ein paar komische Momente, [...] ein wichtiger, sehenswerter Abend. (Falter)

Ein well-made play mit beträchtlichem Verstörungspotential, das es dem Zuschauer nicht leicht macht, Position zu beziehen, und schon deshalb eine Auseinandersetzung lohnt. (Die Furche)

Die Besetzung ist grandios: Der wunderbare Fabian Krüger besticht als überassimilierter Muslim Amir mit verkrampfter Körpersprache und dem Blick eines gefangenen Tieres. Nicholas Ofczarek beeindruckt als einflussreicher jüdischer Kurator Isaac, Katharina Lorenz ist die schwärmerische Künstlerin Emily, Isabelle Redfern gefällt als farbige Anwältin Jory. (Österreich)

Und da ist dann noch Christoph Radakovits mit der beängstigenden Verwandlung des scheinbaren American Boys zu Beginn in einen verbissenen, die Argumente der Feindseligkeit herbetenden Radikal-Islamisten. (Der Neue Merker)

Isabelle Redfern [ruht] in ihrer Rolle. Die amerikanisch-deutsche Schauspielerin ist erstmals am Burgtheater zu sehen. Sie spielt die afroamerikanische Anwältin Jory, Amirs Kollegin und Freundin, die an seiner Stelle im Büro befördert wird, unaufgeregt und souverän. (Wiener Zeitung)

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