Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Simon Jensen, Klaus Pohl, Sebastian Blomberg (c) Reinhard Werner

William Shakespeare
‹Die Komödie der Irrungen›

Übersetzung und Neufassung von Sabrina Zwach

„Ich gleiche in dieser Welt einem Tropfen Wasser,
der einen andern Tropfen sucht im Meer.“

Zweimal Antipholus, zweimal Dromio, Zwillinge im Doppelpack, das sorgt für Unruhe in Ephesus, das allen Kaufleuten aus Syrakus den Zutritt in die Stadt verweigert. Wer es trotzdem wagt, muss mit der Todesstrafe rechnen, es sei denn, er hat genug Geld, um sich freizukaufen. Dafür bekommt Ägeon genau 24 Stunden Zeit, nachdem er dem Herzog von Ephesus die fantastische, geradezu irrwitzige Geschichte von seinem Schiffbruch und den unglaublichen Folgen erzählt hat. Damals, vor vielen Jahren, wurden Ägeon, seine Frau und ihre Zwillinge, die wegen ihrer verblüffenden Ähnlichkeit beide Antipholus heißen, auseinander gerissen und im Sturm auf hoher See getrennt.

Kaum volljährig geworden, hatte nun der mit Ägeon gerettete Zwillingssohn darauf bestanden, sich mit ihm und seinem Diener Dromio auf die Suche nach dem Bruder und der Mutter zu machen. Die Spur führt nach Ephesus. Dort müssen die Neuankömmlinge die verwirrende Erfahrung machen, in einer fremden Stadt scheinbar jedermann bekannt zu sein. Aus diesem sonderbaren Umstand entwickelt sich eine raffinierte Farce, bei der im jeweils richtigen Moment die jeweils falschen Partner aufeinander treffen. Die Grenze zwischen dem Unwahrscheinlichen und dem Unmöglichen beginnt gespenstisch zu verschwimmen, bis sich am Ende dann doch alle wieder kennen.

Antipholus von Ephesus, Antipholus von Syrakus, Zwillingsbrüder und Söhne des Ägeon
Sebastian Blomberg

Dromio von Ephesus, Dromio von Syrakus, Zwillingsbrüder und Sklaven der Antipholus-Zwillinge
Simon Jensen

Adriana, Frau des Antipholus von Ephesus
Dorothee Hartinger

Luciana, ihre Schwester
Stefanie Dvorak

Angelo, Ein Goldschmied
Falk Rockstroh

Ein Kaufmann, Freund des Antipholus
Hermann Scheidleder

Ein Kerkermeister
Merlin Sandmeyer

Lucie, ihre Kammermädchen
Marta Kizyma

Ägeon, ein Kaufmann aus Syrakus
Klaus Pohl

Solinus, Herzog von Ephesus
Michael Masula

Kurtisane
Mavie Hörbiger

Ämilia, Äbtissin in Ephesus und Frau des Ägeon
Petra Morzé

Doktor Zwick, ein Schulmeister
Dirk Nocker

Regie und Bühne: Herbert Fritsch

Kostüm: Bettina Helmi

Licht: Friedrich Rom

Musik: Bernhard Gander

Dramaturgie: Evy Schubert

Februar

Sonntag, 26.02.2017 | 16.30 UhrBurgtheaterKarten

März

Freitag, 10.03.2017 | 20.00 UhrBurgtheaterKarten

Mittwoch, 15.03.2017 | 20.00 UhrBurgtheaterKarten

Donnerstag, 16.03.2017 | 20.00 UhrBurgtheaterKarten

Donnerstag, 30.03.2017 | 20.00 UhrBurgtheaterKarten

Er sorgt für die originellsten Applausordnungen und die fantasiereichsten Inszenierungen: Herbert Fritsch inszeniert am Burgtheater Shakespeares „Komödie der Irrungen" als hochkomische Studie der menschlichen Eitelkeiten und Bedürfnisse. (Salzburger Nachrichten)

Das Schauspielerteam [...] ist einfach sensationell, es ist eine Freude, zuzuschauen, mit welchem heiligen Ernst sie diesen herrlichen Blödsinn exekutieren. (Kurier)

Burgtheater liefert Shakespeare in Suchbildern mit viel Akrobatik und Feinheiten. (Vorarlberger Nachrichten)

Herbert Fritsch inszeniert William Shakespeares frühes Stück „Komödie der Irrungen" als grellbunte Show und reduziert sie dabei vor allem auf Slapstick. (Die Presse)

Eine Verwicklungskomödie ersten Ranges, der sich das Ensemble mit spürbarem Enthusiasmus hingibt und die ihren Reiz nicht zuletzt der bis ins Kleinste meisterhaft gesetzten Bewegungschoreografie und dem ausladenden Mienenspiel aller verdankt. (Tiroler Tageszeitung)

In keiner Sekunde will Herbert Fritsch in seiner Inszenierung [...] eine gedankenverhangene Moral lüften. Er tänzelt im Burgtheater an diesem Frühwerk des dramatischen Riesen entlang und kreiert zwei Stunden lang in variierenden Höhen und Tiefen keineswegs zimperlichen Spaß. Natürlich nur für solche, die auch sonst gerne Spaß haben. Am Mittwoch fand die begeistert beklatschte Premiere statt. (OÖ Nachrichten)

Auf der Bühne des Burgtheaters verblüfft eine wundersame neue Musikmaschine. [...] Wie ein Alien aus einer fremden Theatersphäre ist dieser Klangroboter in der Shakespeare-Komödie gelandet, ein Hauptdarsteller, wie er noch nie auf einer Bühne stand. (Die Zeit)

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„Ihr alle seid verwirrt, wenn nicht gar verrückt.“ Und damit ist eigentlich alles gesagt über diese völlig durchgeknallte, hemmungslos kindische, ebenso aber-wie-witzige Inszenierung. Über Herbert Fritsch und seinen Stil lässt sich nur eines mit Bestimmtheit sagen: Das muss man mögen. Wenn man das mag, erlebt man [...] zwei wunderbar amüsante Stunden auf höchstem Blödel-Niveau. (Kurier)

Wovon lebt nun eigentlich diese „Komödie der Irrungen“? Die geforderte Grimassierung, die die Truppe mit Dorothee Hartinger, Simon Jensen, Sebastian Blomberg oder Stefanie Dvorak, Merlin Sandmeyer und Petra Morzé quasi verinnerlicht hat, die geradezu akrobatischen Leistungen sind es noch nicht. Es ist wohl die ungemeine Kompaktheit in den Bewegungen, das unerwartete, jeweils kurz eingestreute Relektieren über die allgemeine Verbohrtheit, über das den Geschlechtern zugeordnete Verhalten, über die Spielästhetik selbst, die auch Rapp-Elemente enthält, und über festgefahrene Bilder. Das reicht so weit, dass Mavie Hörbiger als Kurtisane Betrachtererwartungen mit Posen von Egon Schiele-Mädchen begegnet. Man merkt, dass dieser Shakespeare auf Wien bzw. Österreich zugeschnitten ist und ist nicht verstimmt über die tolle, aber auch durchaus klug und fein geschneiderte Gschnaß-Alternative. (Vorarlberger Nachrichten)

Fritsch verfügt über ein Ensemble, das die Pointen perfekt setzt und die Energie seiner Hochgeschwindigkeitsinszenierung hält. Allen voran beeindruckt Sebastian Blomberg, der in der Doppelrolle zu Hochform läuft. [...] Zusammen mit Simon Jensen [...] bilden sie ein grandioses Duo. [...] Fritsch schafft schräg-schöne Detailstudien, so etwa die sexuell aufgeladenen Begegnungen zwischen Luciana (famos: Stefanie Dvorak) und dem „falschen“ Antipholus. (Salzburger Nachrichten)

Das Ensemble darf grimassieren, turnen, tanzen, rappen, ja, für Sekunden deklamieren wie Burg-Stars von einst. Das klingt dann nach alter Übersetzung, die freche Neufassung Sabrina Zwachs plappert sonst zuweilen Neudeutsch dahin. (Die Presse)

In der kunterbunten und quietschvergnügten Inszenierung der Komödie der Irrungen [...] ist dieser goldschimmernde Trompetenbaum das wichtigste Requisit, das dem exquisiten Ensemble beinahe die Show stiehlt. Wie von Geisterhand gesteuert, erwacht das Blechwesen mitten in dem Verwechslungsklamauk immer wieder zum Leben, mischt sich trötend in das Geschehen, kommandiert die Schauspieler mit wüstem Scheppern auf der beinahe kahlen Bühne herum. (Die Zeit)

Die ausgetüftelte Mechanik eines ferngesteuert spielenden Blechblas-Kunstwerks ist der Taktgeber dieses gerappten, grellbunten, überhöhten, clownesken und bis ins Detail liebevoll gearbeiteten Durchlauferhitzers, der Shakespeare aufgeregt frisiert. (OÖ Nachrichten)

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