Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Christoph Radakovits, Alina Fritsch (c) Reinhard Werner

Franz Xaver Kroetz
‹Oberösterreich›

„Münchn is eine Königsstadt, aber Wien is eine Kaiserstadt, heißt es.“

„Seit etwa 1971“, verkündete der bayrische Autor, Schauspieler und Regisseur Franz Xaver Kroetz einmal, „stört mich das Extreme an meinen Stücken. Mir scheint, es verhindert, dass die Dinge, die der ‚junge Kroetzʻ richtig gesehen hat, voll verstanden werden können, weil die Beispiele, an denen allgemein-gesellschaftliche Mängel angeprangert werden, immer an Extremen abgehandelt werden. So habe ich also begonnen, um der größeren Verständlichkeit willen, mich mit dem Durchschnitt zu befassen und ihn zu beschreiben.“

Ob Anni und Heinz, das Prekariatspaar im Zentrum des 1972 erschienenen Stücks Oberösterreich, wirklich den gesellschaftlichen Durchschnitt bilden, sei dahingestellt. In jedem Fall wäre ihr mit Illusionen betäubter Alltag heute ebenso vorstellbar. Kroetz zeigt die beiden schlaglichtartig in ganz und gar durchschnittlichen Momenten, bei überaus durchschnittlichen Verrichtungen. Meistens sitzen sie einfach in ihrer „Zwei-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung“ und schauen fern, essen oder haben Sex, an Ostern geht es auch mal in ein Terrassencafé am Starnberger See. Sie reden über die Liebe, über „bleibende Werte“ und die gemeinsamen Haushaltsfinanzen – bis Annis Schwangerschaft „alles durcheinander“ bringt.

Seit Ende seiner Assistenz am Burgtheater schreibt und inszeniert der junge Regisseur Andreas Schmitz Volksstücke in seiner bayrischen Heimat. Im Vestibül nimmt er sich nun Oberösterreich vor: Franz Xaver Kroetz’ kleines Stück über einen Mann und eine Frau, ihre Sehnsüchte und geplatzten Träume – und allgemein-gesellschaftliche Mangelerscheinungen.

Regie: Andreas Schmitz

Bühne und Kostüme: Korbinian Schmidt

Licht: Mathias Mohor

Dramaturgie: Florian Hirsch

März

Freitag, 24.03.2017 | 20.30 UhrVestibülKarten

Freitag, 31.03.2017 | 20.00 UhrVestibülKarten

April

Dienstag, 18.04.2017 | 20.00 UhrVestibülKarten

Donnerstag, 20.04.2017 | 20.00 UhrVestibülKarten

Freitag, 28.04.2017 | 20.30 UhrVestibülKarten

Die Entscheidung, dies kleine, böse funkelnde Juwel auszugraben, war goldrichtig. [...] Das ist ziemlich große Kunst im kleinen Rahmen, von Andreas Schmitz, vor allem aber von den famosen Schauspielern. (FAZ)

Diese Aufführung ist ein starkes Stück, von dem man hofft, es werde helfen, eine kleine Franz-Xaver- Kroetz-Renaissance einzuleiten. (Der Standard)

Bestechend aktuelles Volksstück. (Kronen Zeitung)

Die Siebzigerjahre oder: Leises Lachen mit Kroetz. [...] Eine tolle Kultur- und Paargeschichte. [...] Großartig! Christoph Radakovits und Alina Fritsch in „Oberösterreich“. (Die Presse)

Mit wenigen Mitteln zeigt Andreas Schmitz, wie aktuell das 1972 entstandene Volksstück immer noch ist - oder gerade wieder ist. (Die Furche)

Viel Applaus für den erfolgreichen Versuch der Regie und der exzellenten Darsteller, ein altes Stück aufs Neue interessant zu machen. (Der Neue Merker)

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Gerade in seiner Durchschnittlichkeit und Sprachlosigkeit berührt das Zweipersonenstück um Annie und Heinz zutiefst. Die brillante Regie von Andreas Schmitz und das wirksame Bühnenbild von Korbinian Schmidt korrespondieren gelungen mit dem Stück. [...]
Überzeugend, wie die beiden Darsteller Alina Fritsch und Christoph Radakovits mit der typischen Kroetz‘schen Sprache umgehen und abwechslungsreich ihre Rollen gestalten. Außerordentlich beider Umgang mit den teilweise sehr beklemmenden Passagen. (Kronen Zeitung)

Regisseur Andreas Schmitz [...] reichert die leisen, wortkargen, dann wieder plötzlich aggressiven Dialoge des Paares mit einer kleinen Kulturgeschichte der Siebzigerjahre an. [...]
Diese Aufführung im verspielten Bühnenbild von Korbinian Schmidt, der auch die Kostüme entwarf, ist nicht zuletzt dank der Darsteller ein Kleinod. (Die Presse)

Der 31-jährige [...] Regisseur vermeidet einen realistischen Zugriff, überhöht und desavouiert stattdessen mit viel Komik das zur Schau gestellte vermeintliche Glück des jungen Paares. [...] Schmitz findet schlichte und ebenso starke Lösungen über die Musik. . [...] Radakovits spielt am Akkordeon Robert Stolz‘ „Wien, du Stadt meiner Träume“. Für das junge Team ist mit dieser gelungenen Produktion einer in Erfüllung gegangen. (Die Furche)

Andreas Schmitz [...] fand für Anni und Heinz, das schlichte Pärchen aus der Unterschicht, einen neuen Zugang, eine neue Perspektive – und das ist in ganz erstaunlichem Maß gelungen. (Der Neue Merker)

Auf der kleinen Bühne (Korbinian Schmidt) gibt es nicht viel mehr als zwei Plastik-Gartensessel und einen roten Vorhang, der wahlweise auch als Tischtuch zweckentfremdet wird oder als Bettzeug, für die wahrscheinlich originellste Trostloser-Sex-Szene seit langem. (Wiener Zeitung)

Regisseur Andreas Schmitz inszeniert mit Alina Fritsch und Christoph Radakovits als über die Maßen überzeugendem Paar ein Stück Lebenslüge, das ihnen unter den Händen zerbröckelt. [...] Hier hat das Stück eine völlig neue Dimension erhalten - und der alte Kroetz wirkt wie neu. (Neues Volksblatt)

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