Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Ensemble (c) Georg Soulek

Joël Pommerat
‹Die Wiedervereinigung der beiden Koreas›

Joël Pommerats skurriles wie berührendes Pariser Erfolgsstück zeigt 18 funkelnde Miniaturen über die Unmöglichkeit der Liebe.

In einem u.a. von Ingmar Bergman, Edward Albee und Arthur Schnitzler inspirierten Szenenreigen treffen hier eine Prostituierte auf einen Priester, eine Sekretärin auf ihren Chef, eine Frau auf ihre erste große Liebe, ein Bräutigam auf seine Braut und ihre Schwestern, versuchen sich zwei Frauen zu trennen oder zwei Männer ganz einfach einen entspannten Abend zu verbringen. Die große Vergeblichkeit ist Voraussetzung allen Geschehens in diesem Stück: Die 24 Männer und 28 Frauen, die einander hier begegnen, lieben einander oder haben einander geliebt oder lieben nun jemanden anderen oder haben überhaupt aufgehört zu lieben.

„Was in dir vorgeht, ist eine ganz einfache neuro-chemische Reaktion.“

In präzisen Dialogen erzählt Pommerat von Menschen, die an der Liebe scheitern – und belegt auf amüsante Weise eine eigentlich todtraurige These: Eine erfüllte Liebesbeziehung ist in etwa so wahrscheinlich wie eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea. Wobei: gänzlich ausgeschlossen ist die schließlich auch nicht, irgendwann einmal, mit etwas Glück.

Der Autor und Regisseur Joël Pommerat (*1963) schreibt und inszeniert in engem Dialog mit seinem Ensemble, der Compagnie Louis Brouillard, Stücke, die der Paradoxie des Alltags realistisch und unverblümt Stimme verleihen und mit ihrer Aktualität und Intensität ein breites Publikum begeistern. Er gilt als einer der wichtigsten französischen Gegenwartsdramatiker und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. drei Mal mit dem Prix Molière.


Martin Reinke erhielt für seine zahlreichen Rollen in Die Wiedervereinigung der beiden Koreas den Nestroy 2016 in der Kategorie „Beste Nebenrolle“.


In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

Regie: Peter Wittenberg

Bühne: Florian Parbs

Kostüme: Alexandra Pitz

Musik: Wolfgang Siuda

Licht: Peter Bandl

Dramaturgie: Hans Mrak

März

Sonntag, 05.03.2017 | 19.00 UhrAkademietheaterKarten

Samstag, 18.03.2017 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Dienstag, 21.03.2017 | 20.00 UhrAkademietheaterKarten

Joël Pommerats „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ skizziert in 18 Szenen ebenso viele Beziehungsdramen. Ein Glanzstück reiht sich an das nächste - hinter jeder dieser Miniaturen steckt eine Lebensgeschichte. (SZ)

Joël Pommerat ist mit „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ ein poetisch-absurdes, witziges Reigenspiel der emotionalen Ratlosigkeit gelungen. (Wiener Zeitung)

Es ist ein Stück über die Sehnsucht, über das Aneinander-vorbei-Begehren, über das Missverständnis. Der Text ist pathosfrei, voll von Traurigkeit, Mitleid und Witz. (Kurier)

Joel Pommerats Erfolgsstück wird im Akademietheater witzig und auch heimtückisch leicht inszeniert. [...] Die Regie hat sich fast ganz auf die Sprache verlassen und darauf, dass die neun Protagonisten sie mit fast unerträglicher Leichtigkeit des Seins umsetzen. (Die Presse)

Die Koreas vereinigen sich wieder– und es ist zum Niederknien! (OÖ Nachrichten)

Im Plauderton wird hier von den Schrecken der Liebe erzählt, so ungeschwätzig, lässig und selbstbewusst, dass es bei der Premiere mehrmals Szenenapplaus setzte. (Kleine Zeitung)

Neun Ensemblemitglieder des Burgtheaters schlüpfen in die Charaktere von 28 Frauen und 24 Männern! Sie machen das mit Bravour, Verwandlungskunst, Lust zur Verstellung, auch leichtem Spieltrieb bis hin zum Komischen. (Neue Kronenzeitung)

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Der französische Erfolgs-Dramatiker Joel Pommerat hat mit „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ ein großartiges Stück über die Liebe geschrieben, also über das, dessen Gelingen wir uns am meisten wünschen und dessen Nichtgelingen wir am öftesten erleben. (Kurier)

Im Wiener Akademietheater kann nun der heiter-komischste Abgesang auf die vielfältigen Katastrophen der Liebe beginnen. Denn nichts anderes ist Pommerats gar nicht postmoderner, sondern verstörend irrlichternder Reigen: ein lässiges Blättern in den Chroniken der Versehrung und Verwirrung. Ein bitterernster Hauptspaß in 20 abgeschlossenen Szenen, von denen einige deutlich den Stempel von Ingmar Bergman, Arthur Schnitzler, Henrik Ibsen et cetera tragen. (Der Standard)

Wittenberg setzt in seiner Inszenierung großen Wert auf surreale Überhöhung, um so den Realismus dieses Liebesreigens der Vergeblichkeit zur Geltung zu bringen. Und dann muss man gesehen haben, wie diese großartigen Burgschauspieler mit ihren Figuren umgehen. (OÖ Nachrichten)

… dauerhaftes Liebesglück zwischen den beiden ist allerdings so unwahrscheinlich wie eine Wiedervereinigung der, ja genau: beiden Koreas. Das ist das Fazit dieses intelligent gemachten, leichtfüßigen Ambivalenzfestspiels, bei dem man als Zuseher eine fast rohe Freude daran empfindet, wie die Schauspieler, diese eleganten, gefräßigen Beutegreifer des Theaters, ihre Zähne in das saftige Fleisch des Textes schlagen. (Kleine Zeitung)

Liebeswirren, Liebesschmerzen, Liebesverweigerung, in Hass gewendete Liebe oder Sehnsucht danach: In 19 Szenen spürt der französische Autor Pommerat in seinem Stück (es war 2015 bei den Wiener Festwochen im Original zu sehen)-dem zwischenmenschlichen Phänomen nach. Das u. a. mit Witz, Poesie, Esprit, Gefühl. (Neue Kronenzeitung)

Unter der Regie von Peter Wittenberg konnten sich fünf Schauspielerinnen und vier Schauspieler in insgesamt 52 Rollen austoben und zudem in Zwischenspielen in Glitzerkleidern melancholische Lieder in fremden Sprachen anstimmen. (Die Presse)

Frida-Lovisa Hamann, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt, Dörte Lyssewski, Petra Morzé, Markus Hering, Daniel Jesch, Dirk Nocker und Martin Reinke spielen die 19 Szenen schlicht wunderbar, sehr zart, fast beiläufig. Jubel für einen nahezu perfekten Theaterabend. (Die Presse)

Einzelne Darsteller wachsen buchstäblich über sich hinaus: etwa Dirk Nocker, der als vierschrötiges Sensibilitätsbündel durch die Szenen braust, oder Markus Hering, der die Resignation Buster Keatons mit zäher Renitenz vereint. Unter den Damen möchte man Lyssewski und Dorothee Hartinger besonders hervorheben. Eingang in den Kreis der Hochvirtuosen findet auch Martin Reinke. Seine ungelenken, schartigen Mannsbilder sind stille Brü-ter: Zaudernde, Schwankende, die sich am eigenen Sprachfluss schier zu verschlucken drohen. Reinke punktet als Untoter, als Streitschlichter, Pfarrer oder als Begleiter einer Demenzkranken (mit Hartinger). (Der Standard)

Manche Schauspieler brillieren geradezu in den Miniaturdramen, etwa Martin Reinke als patschertnaiver Priester und Dirk Nocker als ein zunehmend enervierter Mann, dessen Freund ihn erinnern will, dass er früher nicht besonders sympathisch war. Markus Hering, Frida-Lovisa Hamann, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt, Dörte Lyssewski, Petra Morzé und Daniel Jesch liefern eine starke Ensemble-Leistung. (Wiener Zeitung)

Grellleuchtende Fadenkreuze trennen die einzelnen Erzählungen auf der kahlen Bühne, die Florian Parbs mit nur wenigen, sprechenden Requisiten angereichert hat, Licht und die sparsam wie wirkungsvoll eingesetzte Musik (Wolfgang Siuda) begleiten die neun Schauspieler, die im Lauf von zweieinhalb pausenlosen Stunden 52 Charaktere in teils tragischen, teils komischen Liebesnöten verkörpern. (Tiroler Tageszeitung)

Sogar die Trennwand, die in manchen Szenen zum Einsatz kommt, hat Bühnenbildner Florian Parbs als Kopie der Brandmauer gestaltet. In diesem puristischen Rahmen reihen die fünf Schauspielerinnen und vier Schauspieler, die insgesamt 27 Frauen und 24 Männer darstellen, ein szenisches Glanzstück an das andere. (SZ)

Ein greller Lichtbalkenvorhang trennt die Episoden geschmeidig voneinander, manchmal wird er auch gestaltend in das Bühnenbild integriert. (Wiener Zeitung)

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