Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Tino Hillebrand, Marcus Kiepe, Marie-Luise Stockinger (c) Reinhard Werner

Wolfram Höll
‹Drei sind wir›

„Als er dann da war und wir sahen, dass er anders war, haben wir gesagt: Komm, wir gehen nach Kanada. Mit Kind.“

Ein junges Paar will auswandern, nach Kanada, weite Landschaften entdecken, sucht Einsamkeit, Besinnung. Das Paar erwartet ein Kind, ein Kind mit einem Chromosom zu viel. Der Arzt macht ihnen keine Hoffnung, dass das Kind mehr als ein Jahr überleben wird. Trotz dieses bevorstehenden Todes reist die Familie, kauft ein Haus, durchlebt mit dem Kind, dessen Name „Frühling“ ist, vier Jahreszeiten.

Die Großeltern besuchen Frühling, die Familie geht mit ihm fischen, die Urgroßmutter reist an und zeigt Dias ihres verstorbenen Mannes. Frühling wächst, er entwickelt sich. Begleitet von Dany Daniel, dem freundlichen Mann – dem Tod?

Drei sind wir handelt vom Verschwinden eines Menschen, regt an, darüber nachzusinnen, was Familienleben und Elternliebe bedeuten – in einer Ausnahmesituation. Wolfram Hölls präzise strukturiertes, sprachlich exakt komponiertes Stück erhielt den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis des Jahres 2016.

„Ich stecke so viel in die Texte, und damit meine ich gar nicht Biographie oder Gefühl oder Emotion, sondern einfach an Theater, an Reflexion darüber, was man mit Sprache auf der Bühne machen kann. Das ist alles eigentlich als großes Angebot gedacht, um überhaupt erst auszuloten, was man auf der Bühne alles machen kann.“ Wolfram Höll


Mit freundlicher Unterstützung von Schau Schau Brillenmanufaktur

Regie: Valerie Voigt-Firon

Bühne: Eylien König

Kostüme: Lejla Ganic

Musik / Sounddesign: Rupert Derschmidt

Video: Alexander Richter

Licht: Ivan Manojlovic

Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer

April

Donnerstag, 06.04.2017 | 20.30 UhrVestibülKarten

Sonntag, 09.04.2017 | 20.00 UhrVestibülKarten

Stark: Wolfram Hölls rätselhaftes Stück „Drei sind wir“ im Vestibül. (Der Standard)

Valerie Voigt-Firon hat eine straffe, einstündige Inszenierung geschaffen, sensibel, stimmig, von einem hervorragenden Trio gespielt. (Die Presse)

Valerie Voigt-Firon [...] bewies szenisches Gespür bei dieser sprachkünstlerischen Fingerübung. (Kleine Zeitung)

- - -

Gefeiert wird die Erstaufführung einer Wundertüte von Text. [...] Hölls Text verweigert sich jeder vorschnellen Bemächtigung. Umso überzeugender die chorische Nachbearbeitung der Partitur (Regie: Valerie Voigt-Firon). [...] Wie Luftgeister wechseln die Darsteller ihre Funktionen, werden von „Figuren“ zu „Bedeutungsträgern“ mit vorgehaltenen Masken, oder sie harren in Winkeln szenischer Windstille aus. Wenn es nach Peter Handke wirklich noch ein „Spiel vom Fragen“ hat geben können, der Leipziger Holl hat es geschrieben. Jubel für ein starkes Stück. (Der Standard)

Die drei bewundernswerten, sprachlich perfekten Schauspieler - Tino Hillebrand, Marcus Kiepe und Marie-Luise Stockinger - spucken ihre lawinenartigen Wörtermassen grandios ins Publikum. (Kronen Zeitung)

Marie-Luise Stockinger, Tino Hillebrand und Marcus Kiepe sind souverän bei der Umsetzung dieses schwierigen, vielschichtigen, anspielungsreichen Textes, bei dem die Rollen nicht eindeutig zugeordnet sind. [...]
Eylien König hat das Bühnenbild auf eine Wand reduziert, hinter der die Eltern die Diagnose erfahren. Verschiebbare Öffnungen in der Wand, die später auch als Projektionsfläche für bewegliche Bilder dient, geben anfangs nur beschränkte Blicke auf die Schauspieler frei. Vorn auf der Bühne: drei Masken und ein großes Schwungrad auf dem Boden. Maskiert wird hier über das Ende gesprochen, mit dem Rad dreht sich die Zeit. Und ein Video verdeutlicht all das Vergängliche: Pacman rast hinten über die Fläche, frisst Rechtecke auf. Frühling, Sommer, Herbst und Winter vergehen, bis zum bitteren Schluss. (Die Presse)

Sie verstecken sich hinter übergroßen, verpixelten Gesichtsmasken, tragen beige, braune, weinrote Hosen und Jacken (Kostüme von Lejla Ganic) und sehen einem an die Rückwand projizierten Pac-Man dabei zu, wie er sich unermüdlich durch sein Gespenster-Labyrinth frisst. [...] Die zauberhafte Retro-Atmosphäre, die mit diesem zeitlichen Abstand zur Gegenwart einhergeht, macht klar, dass in jedem Moment mit dem (namenlosen, stummen) Kind eine potentielle Erinnerung für das Nachher steckt. (nachtkritik.de)

Suche im Spielplan



  • Bundestheater-Holding
  • Burgtheater
  • Staatsoper
  • Das Ballett
  • Volksoper
  • Art for Art/Theaterservice