Burgtheater

Ja es umgibt uns eine neue Welt! Torquato Tasso, Johann Wolfang Goethe
Markus Meyer (c) Reinhard Werner

nach dem Film von Luchino Visconti
‹Ludwig II.›

Werkeinführung um 18.45 Uhr

Bühnenfassung von Bastian Kraft

Ich möchte ein Rätsel bleiben. Für immer.
Für die anderen ... und auch für mich selbst.

Luchino Visconti, aristokratischer Freigeist, Ästhet und Marxist, Erbe der Herzöge von Mailand, inszeniert 1972 mit enormem Aufwand das Leben und Sterben des „Märchenkönigs“ Ludwig II., letzter absoluter Souverän Europas, der sich der Politik verweigerte und lieber mit Künstlern als mit Ministern regierte, Traumschlösser baute und mit Wagners Hilfe die Kunst vor dem Zugriff durch die Politik retten wollte. Die Titelrolle spielt Viscontis Geliebter Helmut Berger, aufsteigender Star und Inbegriff des Hedonismus der 1970er Jahre. Romy Schneider, 1955 als Sissi zur Ikone wider Willen geworden, tritt noch einmal als Kaiserin Elisabeth vor die Kamera. Der Film wird so missverstanden wie einst sein Gegenstand und wird nach Beanstandungen verständnisloser Kritiker und kunstferner Politiker zur Unkenntlichkeit und Unverständlichkeit entstellt.

Visconti, in seinen Obsessionen sowohl seinem romantizistischen Helden als auch dem monomanen Schöpfer des Tristan wesensverwandt, schafft mit Ludwig II. ein dunkel-schimmerndes Gesamtkunstwerk im Sinne Wagners über die Antithese von Ideal und Wirklichkeit, über das problematische Verhältnis von Kunst, Geld und Politik, den Künstler im Spannungsfeld von Anspruch, Erwartung und Kapitalisierung. Gleichzeitig ist Ludwig II. eine sehr persönliche, vielfach gebrochene Reflexion über Identität und Rolle, Norm und Divergenz, über Mensch und Mythos: Der Mensch wird zum Kunstwerk, das Leben zur Kunst. Dank dieses thematischen Reichtums ein idealer Stoff nicht nur für das Theater, wo Abbildung und Neuerfindung der Welt so nah beieinander liegen, sondern auch für den Regisseur Bastian Kraft, der nach seiner furiosen Adaption von Oscar Wildes Dorian Gray, die seit ihrer Premiere 2010 über 150 Mal begeisterte, nun wieder an der Burg inszeniert.

Regie: Bastian Kraft

Bühne: Peter Baur

Video: Jonas Link

Kostüme: Dagmar Bald

Musik: Arthur Fussy

Licht: Norbert Piller

Dramaturgie: Hans Mrak

April

Montag, 03.04.2017 | 19.30 UhrAkademietheaterKarten

Montag, 24.04.2017 | 20.00 UhrAkademietheaterKarten

Mai

Montag, 01.05.2017 | 19.00 UhrAkademietheaterKarten

König Ludwig II. darf glänzen: Bastian Kraft hat den Monumentalfilm von Luchino Visconti reduziert und dennoch komplex auf die Bühne gebracht. Fantastisch in der Titelrolle: Markus Meyer. (Die Presse)

Regisseur Bastian Kraft [...] lässt auf reizvolle Weise die Realitätsebenen verschwimmen und verschmilzt die Identitäten. Ideal und sehr wandlungsfähig Markus Meyer als König Ludwig, großartig Regina Fritsch als Kaiserin Elisabeth. (Kurier)

In „Ludwig II.“ nun steigert Markus Meyer seine Verwandlungskunst nun ins schier Atemberaubende. (FAZ)

Der Abend [...] fasziniert in seinem Bilderwerfer-Malstrom, in seinen vielfältigen Überlagerungen und schafft nicht zuletzt durch lückenlos hörbare Sprache hohe Konzentration; es wird punktuell richtig magisch. (Der Standard)

Wirklich großes Theater kommt mit wenig aus. (news.at)

Was macht Film für Theater attraktiv? [...] In einer fulminanten ‚Übersetzung‘ zeigt [Bastian Kraft] eindrücklich, mit wieviel Gespür er spezifisch kinematografische Gehalte in adäquate Ausdrucksformen des Theaters zu überführen weiß. (Die Furche)

Die Inszenierung glänzt von der ersten bis zur vorletzten Sekunde. (Kleine Zeitung Kärnten)

Mit „Ludwig II.“ gelingt dem jungen Regisseur Bastian Kraft eine in ihrer ausgeklügelten Multimedialität äußerst beklemmende Psychostudie, deren Premiere heftig akklamiert wurde. (APA)

Klar, dass sich die kinoverliebte Inszenierung des 1980 geborenen Kraft an Viscontis Vorlage messen lassen muss. Eins zu null für das Theater. (Die Welt)

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Kann es gut gehen, wenn man eine Bühnenversion schafft, die in nicht einmal zwei Stunden mit nur drei Schauspielern sowie exzessiven Video-Spielereien Visconti nach Wien zitiert? Es ist gut gegangen, [...] vor allem deshalb, weil der König von Markus Meyer exzellent gespielt wurde, umgeben von einer perfekten Technik und zwei Mitspielern, die ihm selbstlos mit Understatement assistierten. (Die Presse)

Bastian Kraft verschmilzt [...] mit tatsächlich atemberaubender technischer Raffinesse (Video und Licht: Jonas Link und Norbert Piller), bis auf die Charaktere der Kaiserin Elisabeth (Fritsch) und Richard Wagners (Oest) alle übrigen Rollen [...] in Markus Meyer. In zahlreichen Videoeinspielungen kann Meyer hier erneut sein großes darstellerisches Talent beweisen. (Falter)

Drei Darsteller, eine bis auf einen weißen Block leere, dunkle Bühne, ein überdimensionaler Spiegel, der auch als Leinwand dient und eine Kamera sind genug für das kraftvolle Bühnenspektakel. (news.at)

Markus Meyer ist ein großartiger Darsteller des Ludwig – und ein idealer: Kein Schauspieler ist derzeit so atemberaubend wandlungsfähig. Meyer spielt aber nicht nur den Ludwig, sondern in Filmzuspielungen ein gutes Dutzend weiterer Rollen. [...]
Johann Adam Oest als Richard Wagner, der Ludwig kühl lächelnd finanziell aussaugt (und ihn öffentlich blamiert) und Regina Fritsch als Kaiserin Elisabeth, die in ihrem Cousin sich selbst erkennt und darüber erschrickt, spielen einfach großartig. (Kurier)

Im Zentrum steht der fantastische Markus Meyer in der Titelrolle des Bayernkönigs [...]. Kraft bietet Meyer Gelegenheit für ein Solo ganz eigener Art, indem er ihn noch 14 weitere Figuren aus dem Leben des Monarchen spielen lässt. [...] An Krafts überaus sehenswerter Inszenierung, der formal verschachtelten, vielgestaltigen Interpretation wird deutlich, wie (nicht nur Viscontis) Filme mehr sein können als bloß Vorlagen: Nämlich Stoff für die Realisation ihres jeweils sozialen, historischen, politischen Gehalts. (Die Furche)

Als Ludwig II. zeigt Meyer einmal mehr seine grandiose szenische Wandlungsfähigkeit. (Kleine Zeitung Steiermark)

Regina Fritsch übersetzt Elisabeth [...] in eine zeitgenössische Diva im schlagsahneweißen Kleid (Kostüme: Dagmar Bald). Als heftig schlagendes Herz des Bühnengeschehens ist sie gleichzeitig voll da und doch nie zu greifen. Das nennt man Aura. (Die Welt)

Das Wunder der Verwandlung aber vollbringt Meyer. Von ihm werden Videos (Jonas Link) eingespielt, die ihn in einem Dutzend Rollen zeigen. Kostümbildnerin Dagmar Bald hat ihn in den Beichtvater, die Mutter, die Gespielen, Minister, Berater, die ungeliebte Ehefrau, sogar in den Schauspieler Josef Kainz verwandelt. (Die Presse)

Star des Abends ist ein schwenkbarer Bildschirm von der Fläche eines städtischen Freibadbeckens, der gleichzeitig als Spiegel wie als Videoscreen dient und fantastische Effekte ermöglicht. (Kurier)

Eine weitere Hauptrolle bleibt dem Medium Video vorbehalten, das Kraft und Videoregisseur Jonas Link exzellent bedienen und einsetzen. Nicht zu vergessen die Maskenbildnerin Dana Suljic. [...]
Überaus materialreich und effektvoll sind die Kostüme von Dagmar Bald. (Kleine Zeitung Kärnten)

Auch Maskenbildnerin Dana Suljic bitte vor den Vorhang! (Wiener Zeitung)

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