Die Beteiligten
Autorin: Kathrin RögglaRegie: Stefan Bachmann
Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Esther Geremus
Premiere / Österreichische Erstaufführung: 16. Oktober 2010 im Akademietheater
Uraufführung: 19. April 2009 in Düsseldorf
Ort und Zeit: überall und heute
Themen: Medienkritik, sexueller Missbrauch, Sensationslust
Handlung: Ein vor Jahren entführtes und bereits für tot gehaltenes Mädchen taucht plötzlich wieder auf und wird sofort zum medialen Großereignis: Sechs Leute aus der „zweiten Reihe“ der Journalisten, Psychologen und Freunde scharen sich von allen Seiten um das Opfer. Auf der Suche nach den unvorstellbaren Auswirkungen eines derartigen Verbrechens machen die sechs prototypischen Figuren das Mädchen jeweils zu ihrer persönlichen Projektsionsfläche. Das Opfer wird zum Medienobjekt mit Starcharakter. In kürzester Zeit schwindet jedoch nicht nur das tatsächliche Interesse am Leid der Betroffenen, sondern auch die Sensationslust am Anderen und Fremden. Die „Beteiligten“ rücken sich sukzessive immer mehr in den Mittelpunkt und versuchen die Geschichte des Mädchens für die eigene Karriere zu instrumentalisieren. Als klar wird, dass die dafür nötigen Informationen ausbleiben, wird das Mädchen ein zweites Mal zum Opfer: Hinsichtlich seines Umgangs mit der Außenwelt entzünden sich heftige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Am Ende des Stückes zieht ein neuer, ähnlicher Fall die Aufmerksamkeit der „Beteiligten“ ab. Alles beginnt wieder von vorne. Die individuelle Geschichte wird zu einer x-beliebigen, und die Banalität des Bösen überlebt.
Besonderheiten: Röggla lehnt sich in ihrem Text an den konkreten Fall der Natascha Kampusch an. Das Opfer tritt allerdings niemals selbst auf und kommt nur indirekt aus den Perspektiven der sechs Figuren zu Wort.






