Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Autor: Bertolt BrechtRegie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Kathrin Lea Tag
Premiere: 30. Oktober 2010 im Burgtheater
Uraufführung: 30. April 1959 in Hamburg (entstanden 1929/30)
Ort und Zeit: Chicago um 1930
Themen: Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Widerstand
Handlung: Von seinen New Yorker Börsenfreunden beraten, verkauft Chicagos Fleischkönig Pierpont Mauler das Geschäft an seinen Kompagnon unter der Bedingung, den Bankrott des gefährlichsten Konkurrenten herbeizuführen. Die „Schwarzen Strohhüte“ der Heilsarmee unter ihrem Leutnant Johanna Dark können das wachsende Elend der ausgesperrten Arbeiter nicht mit Suppen, Gesängen und Reden aufhalten. Johanna wendet sich an Mauler um Hilfe. Er will ihr beweisen, dass die Armen durch ihre Schlechtigkeit ihr Unglück selbst verschuldet haben, aber Johanna erkennt auf dem Schlachthof den Grund für diese Schlechtigkeit: die Armut. Sie zieht mit den „Schwarzen Strohhüten“ in die Viehbörse, um Ordnung zu schaffen. Scheinbar gelingt ihr das, aber Mauler hat den Markt nur gerettet, weil seine New Yorker Freunde ihm inzwischen wieder den Fleischkauf empfohlen haben. Johanna, überall wegen ihrer erfolgreichen Vermittlung gerühmt, begreift zu spät, dass Maulers erneute Monopolstellung die Not in kurzer Zeit vergrößern muss. Nun bietet sie den Arbeitslosen ihre rückhaltlose Unterstützung an; doch als der Generalstreik mit dem Aufruf zur Gewalt vorbereitet wird, verrät sie – Opfer einer Verschwörung und Anhängerin der Gewaltlosigkeit – ihre Verbündeten. Der Streik wird niedergeschlagen, Sieger ist Mauler. Unter der Last ihrer Schuld bricht Johanna zusammen. Um die Verbreitung ihrer Erfahrungen und Einsichten zu verhindern, beschließen die Fleischhändler, der Sterbenden, die den Unterdrückern so gelegen kam, als Märtyrerin der Mildtätigkeit ein öffentliches Denkmal zu setzen.






