Life and Times – Episode 2
Autoren & Regie: Kelly Copper & Pavol Liska (Nature Theater of Oklahoma)Bühne & Kostüme: Peter Nigrini
Uraufführung / Premiere: 5. November 2010 im Kasino
Ort und Zeit: Rhode Island / USA, 1980er Jahre
Themen: erste Liebe, erster Kuss, erster existenzieller Moment.
Handlung: Mit bemerkenswerter konzeptueller Strenge bei gleichzeitig überbordender Spielfreude setzt die New Yorker Off-Off-Truppe Nature Theater of Oklahoma ihre epische Musical-Sage im Kasino fort: Die Ich-Erzählerin, die mehr und mehr zu einer kollektiven Stimme geworden ist und aus unser aller Erinnerung zu sprechen scheint, berichtet von ihrem achten bis vierzehnten Lebensjahr, von ihrer beginnenden Pubertät: Der sich verändernde Körper (Können Turnübungen den Busen vergrößern?), die erste Liebe (Für immer! Der Mond schien!), die erste heimlich gerauchte Zigarette. Erste Sorgen, Versagensängste, existenzielle Augenblicke, ein unheimlicher Körper. Form: Ohne klassischen Spannungsbogen und dramatische Struktur ähnelt der Text eher einem Fleckenteppich: Das eigene Leben wird im Reden rekonstruiert, es wird übersprungen, nachgeholt, vergessen, korrigiert. Momente des Erkennens, vage Schemen von frühen Freunden, Räumen und Begebenheiten. All die Geschichten, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Auch der zweite Teil des auf insgesamt zehn Folgen angelegten Epos basiert wortwörtlich auf einem Gespräch, in dem die 34jährige Kristin Worrall ihr gesamtes Leben am Telefon erzählt. Ungekürzt,
mit allen Fehlern, Ähs und Ahs wurde dieses ungewöhnliche Libretto komplett auf Apples Hobby-Musiker-Programm Garage Band vertont. Während Episode 1 sich vor allem aus dem Bewegungsmaterial sozialistischer Spartakiaden speiste, widmet sich Episode 2 der uramerikanischen Tanzform des „Show Choir“. Mit gewohnt heroischem Einsatz und Extravaganz wird diese theatralische Sendung fortgesetzt, die mit einer simplen Frage begann: Kannst du mir die Geschichte deines Lebens erzählen?
Besonderheiten: Die erste Folge von „Life und Times“, die ihre Uraufführung gemeinsam mit Ensemble-Mitgliedern in der vergangenen Spielzeit an der Burg erlebte, wurde zum Berliner Theatertreffen 2010 eingeladen.






