Burgtheater

Ich war vier Jahre lang die Antilope.

Franz Molnár
‹Liliom›

Liliom, der beste Ausrufer beim Ringelspiel der Frau Muskat, ein begehrter Kenner der verheißungsvollen Illusionsmaschinerie fürs Volk, trifft auf das Dienstmädchen Julie und damit auf eine schicksalhafte Liebe.

Beide setzen noch am selben Abend ihre Anstellung aufs Spiel und finden als „Hinausgeworfene“ in der Bretterbude der Schnellfotografin Hollunder Unterschlupf. Doch Liliom, unbezähmbar und stolz, leugnet die Liebe, die ihn erfasst hat, stattdessen schlägt er um sich, und diese harten Schläge treffen Julie. Als Julie schwanger wird, steigert sich die Existenznot des Paares. Liliom – randvoll mit Vorfreude auf sein Kind – lässt sich vom Kleinkriminellen Ficsur zu einem Raubüberfall verführen, der seiner Familie ein neues Leben in Amerika ermöglichen soll. Der Überfall misslingt, und Liliom wählt den Freitod, um seiner Schande zu entkommen. Im Jenseits allerdings wartet ein Selbstmördergericht auf ihn, welches ihm nach sechzehn Jahren Fegefeuer eine zweite Chance auf Erden anbietet, eine Wiederbegegnung mit der verwitweten Julie und seiner inzwischen herangewachsenen Tochter Luise.

In Molnárs Vorstadtlegende von 1909 sind die Menschen, Schießbudenfiguren ähnelnd, ungehobelt, komisch, bezaubernd, brutal und zutiefst einsam dem Karussell ihres Schicksals auf Erden sowie im Himmel gnadenlos ausgeliefert.


LILIOM
von Franz Molnár

Regie: Barbara Frey
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Esther Geremus

Premiere am 6. April 2013 im Burgtheater

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