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Platonow

Autor: Anton Tschechow
Regie: Alvis Hermanis
Bühne: Monika Pormale
Premiere: April 2011 im Akademietheater
Uraufführung: 27. April 1959 in Mailand (entstanden 1877 – 1879)

Ort und Zeit: Südrussland, 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Themen: Sehnsucht, Liebe, Tod
Handlung: Bei einer Abendgesellschaft der tiefverschuldeten Generalswitwe Anna Petrowna Woinizenia erkennt die junge Sofja Jegorowna in dem heruntergekommenen Platonow, einem Dorfschullehrer, ihren einstigen Jugendgeliebten. Sie fühlt sich immer noch von ihm angezogen, genauso wie jetzt die Generalswitwe. Platonow jedoch, ein zwischen Zynismus und Melancholie schwankender Frauenheld, ist mit der langmütigen Sascha verheiratet. Als sie von seinen Verhältnissen erfährt, unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Daraufhin will sich auch Platonow in einem Anflug von Selbsterkenntnis das Leben nehmen, lässt sich aber, allzu schwach, von Marja Grekowa, einem jungen Mädchen, beschwichtigen. Sofja, mit der Platonow in ein neues Leben aufbrechen wollte, erschießt ihn enttäuscht. Ein Reigen tragikomischer Figuren um einen tragikomischen Dorf-Don-Juan wider Willen.
Besonderheiten: Das Jugendstück Tschechows ist als Manuskript ohne Titel in 134 handschriftlichen Blättern erhalten und stammt aus dem Nachlass des Dichters. Entdeckt und erstmals gedruckt wurde es 1923 in Moskau. In Slawistik und Tschechow-Forschung wird es seitdem als „Stück ohne Titel“ geführt. 1933 wurde es in Tschechows „Gesammelte Werke“ aufgenommen, dort unter einem Titel, den Tschechow einmal in einem Brief an seinen älteren Bruder Aleksandr genannt hatte, „Die Vaterlosen“. Im westlichen Ausland wurde das titellose Stück nach seiner Entdeckung relativ schnell bekannt und nach seiner Hauptperson benannt: „Platonow“.

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