Burgtheater

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Professor Bernhardi

Autor: Arthur Schnitzler
Regie: Dieter Giesing
Premiere: 16. April 2011 im Burgtheater
Uraufführung: 18. November 1912 in Berlin

Ort und Zeit: Wien um 1900
Themen: Katholizismus versus Wissenschaft, Glaubensgemeinschaft versus Individualismus, Antisemitismus, Humanismus, Rufmord.
Handlung: Professor Bernhardi, ein erfolgreicher Internist, ist Leibarzt des Wiener Adels und Direktor einer Privatklinik. Seine Karriere wird jäh unterbrochen, als er aus humanistischer Überzeugung einem Pfarrer den Zugang zu einer Patientin verweigert. Diese liegt nach einer illegalen Abtreibung im Sterben, wähnt sich selbst jedoch auf dem Weg der Genesung. Der Arzt möchte ihr die mit der Letzten Ölung einhergehende Todesangst ersparen. Während der Geistliche sich gegenüber Professor Benhardi noch auf das Gesetz der Kirche beruft, stirbt die Frau ohne Sterbesakramente. Bernhardi, der Jude ist, sieht sich daraufhin im katholischen Wien einer diffamierenden Hexenjagd ausgesetzt. Er wird zum Rücktritt von seinem Leitungsposten gedrängt und schließlich wegen Religionsstörung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Angewidert vom ideologischen Vorurteil und allgemeinen Opportunismus setzt sich Bernhardi kaum zur Wehr und verweigert sich auch der ihm durch liberale Kräfte angetragenen Märtyrerrolle. Nach seiner Entlassung erklärt der Pfarrer, ihn während des Prozesses unterstützt zu haben, bekennt sich jedoch zum Vorrang kirchlicher Interessen. Als sich die Beschuldigung einer Krankenschwester, auf welche Bernhardi hin verurteilt wurde, als Falschaussage entpuppt, soll der ganze Prozess neu aufgerollt werden.
Besonderheiten: Bis 1920 in Österreich „wegen der tendenziösen und entstellenden Schilderung hierzuländischer öffentlicher Verhältnisse“ verboten.

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