Stallerhof
Autor: Franz Xaver KroetzRegie: David Bösch
Bühne & Kostüme: Patrick Bannwart
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Barbara Sommer
Premiere: 10. Dezember 2010 im Kasino
Uraufführung: 4. Juni 1972 in Hamburg
Themen: Sexueller Missbrauch Behinderter, Sprachlosigkeit, ländliche Idylle
Handlung: Der Bauer Staller und seine Frau schämen sich für ihre Tochter, die halbwüchsige, geistig zurückgebliebene und kurzsichtige Beppi. Durch die gegenseitigen Schuldzuweisungen der Eltern unter Druck gesetzt, begeht Beppi einen Fehler nach dem anderen und wird dafür körperlich gezüchtigt. Einzig der alte, einsame Sepp, Knecht auf dem Stallerhof, kümmert sich um das Mädchen. Er erzählt Beppi eine beziehungsreiche Geschichte, in der eine von ihrem Stamm verstoßene Indianerin von einem weißen Mann gerettet wird, fährt mit ihr auf dem Jahrmarkt Geisterbahn und vergeht sich bald darauf mehrfach in einem Heuschober an ihr. Die sonderbare Liaison der beiden wird entdeckt, woraufhin Staller aus Rache Sepps Hund vergiftet und seinen Knecht vom Hof wirft. Beppi erhält zum Abschied eine Tafel Schokolade. Das Mädchen ist schwanger und wird – nachdem die Eltern sogar einen Mord erwogen haben – von diesen zur Abtreibung gedrängt. Die Bäuerin, vom Mitleid überwältigt, kann sich aber letztlich nicht zu dem Eingriff durchringen. Mit dem Einsetzen der Geburtswehen endet das Stück.
Besonderheiten: 1975 kam in Wien die Fortsetzung von „Stallerhof“, „Geisterbahn“, zur Uraufführung. Die Geschichte von Beppi und ihrem kleinen Sohn wird darin in ähnlicher Manier weitererzählt.






