Burgtheater

Wille Wahl Welt Don't Cry Burg

Ewald Palmetshofer
‹räuber.schuldengenital›

Warten, Kommen, Leben (ewiglich) heißen die drei Teile von Ewald Palmetshofers neuem Stück, das er als Auftragsarbeit für das Burgtheater geschrieben hat. Die Alten warten und hoffen, dass die Jungen nicht kommen, um ihr Erbe schon jetzt und heute anzutreten. Aber die zukünftigen Generationen kommen – Karl und Franz, die Räuber – und sie wollen sich ihr Erbe holen, bevor es nichts mehr gibt. Sie stellen sich vor die Zukunft. Aber sie müssen es den Alten abringen, abpressen, stehlen. Die Reichen, die Gesättigten, halten ihre Kühlschränke zu. Erst wenn alles aufgegessen und ausgetrunken ist, kommen die anderen dran, die Zukünftigen. In der Mitte des Titels von Palmetshofers Stück steht wie eine Art Scharnier, wie eine Drehstelle, ein Kern oder ein Bindeglied, wie ein Magnet, der die beiden anderen Worte angezogen hat und jetzt festhält: „SCHULDEN“. Und diese Mittlerposition zwischen Davor und Danach liegt vermutlich in der Natur dieses Wortes. Schulden zeigen immer in zwei Richtungen. Sie wenden sich von der Gegenwart weg hin auf ein vergangenes Davor, auf ihren Geburtsort quasi, den Ort des Mangels oder des unleistbaren Genießens, um sich im selben Moment umzukehren und in eine Zukunft zu weisen, in der es sie nicht mehr geben soll, der Tag der Tilgung, der unter Umständen in ewige Ferne rückt, wie ein Jüngstes Gericht, weil diese verschuldete Gegenwart nicht enden will.


Uraufführung
räuber.schuldengenital
von Ewald Palmetshofer

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Johanna Pfau
Musik: Michael Verhovec
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Klaus Missbach

Premiere am 20. Dezember 2012 im Akademietheater

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