Burgtheater

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Folge 16
Das Reflektorium - Vorlust des Bösen

Stefan Zweifel im Gespräch mit Philipp Blom

am 14. April 2011 um 20.30 Uhr im Vestibül

Philipp Blom (c) Peter Rigaud

Das Gespräch von Stefan Zweifel und Philipp Blom
vom 14. April zum Nachhören:
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Die Feuilletons schlagen Purzelbäume der Begeisterung: „brilliantes Panorama“ (FAZ), „emphatische Erzählung“ (SZ). Philipp Blom hat mit „Die bösen Philosophen“ die irritierendste Tiefenschürfung seit langem vorgelegt: Egal, ob wir von christlichen Werten und Leitkultur reden, oder fragen, ob der Islam zu Europa gehört – wir sind nicht Erben des Religiösen, sondern der Aufklärung. Und zwar einer kastrierten Aufklärung: Statt der verspielten Erkundung des Körpers durch radikale Materialisten wie Diderot und d’Holbach, hängen wir bei Rousseau fest, der den Hass auf die eigene Sexualität mit einer Religion des Guten sublimierte. Dadurch wurde er zum Vordenker und Lieblingsautoren der Diktatoren, von Stalin bis Pol Pot.

Stefan Zweifel freilich findet, auch Diderot und d’Holbach seien nicht weit genug gegangen und erinnert an Sade. Dies auch in einem Beitrag, der am Samstag im STANDARD-ALBUM erscheint.

● Philipp Blom über "Böse Philosophen" in 3sat Kulturzeit mit Video:
In seinem Buch "Böse Philosophen" beschäftigt der Historiker Philipp Blom sich mit den Vordenkern der Aufklärung - und kommt zu einem radikalen Schluss: Gleich, ob wir von Leitkultur sprechen oder von christlich-jüdischen Werten, diskutieren, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht - es ist alles Augenwischerei. Systematisch werde verdrängt, dass wir unsere Werte nicht der Religion verdanken, sondern der Aufklärung.

● Viele weitere Informationen zu Philipp Blom, seinen Büchern und Projekten unter www.philipp-blom.eu

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