IN AGONIE (LAURA)

Der kroatische Autor Miroslav Krleža (1893-1981) gilt in seiner Heimat als eine der größten literarischen Stimmen der Moderne. Geboren und verwurzelt in Zagreb, beherrschte er die europäischen Sprachen, bereiste Russland, Deutschland, Italien und lebte längere Zeit in der Tschechoslowakei, Polen und in Frankreich – ein europäischer Autor, der im westlichen Teil des Kontinents dennoch kaum bekannt ist.

 

AKADEMIETHEATER

Saison 2021/22

PREMIERE

IN AGONIE (Laura)

MIROSLAV KRLEŽA

Deutsch von MILO DOR

Regie: MATEJA KOLEŽNIK

Bühne: RAIMUND ORFEO VOIGT

Dramaturgie: ANDREAS KARLAGANIS
 

In seinem Kammerspiel IN AGONIE erzählt Krleža vor der historischen Kulisse des zu Ende gehenden Ersten Weltkriegs von einer großbürgerlich patriarchalen Unternehmerfamilie, die in blutleerer Ästhetik und skrupelloser Spekulation verendet. Die junge Laura steht vor einem Neuanfang. Terrorisiert von ihrem spielsüchtigen und alkoholkranken Ehemann erniedrigt Laura diesen und treibt ihn mit einer Beziehung zu einem anderen Mann schließlich in den Suizid. Doch auch die neue Beziehung mündet in Erstarrung und Agonie. Angesichts der großen Katastrophe des Weltkriegs und der fundamentalen Veränderungen danach, schwanken Krležas Figuren zwischen tiefgreifender Verunsicherung und dem Wunsch nach einem Neubeginn. Doch entkommen sie dem Gefühl nicht, dass „noch immer alles andauert“.

Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik hat sich mit präzise sezierenden Studien intim-bürgerlicher Kammerspiele einen Namen gemacht. Dem Wiener Publikum ist sie unter anderem durch die Wiederentdeckung von Maria Lazars DER HENKER und FRÄULEIN JULIE von August Strindberg bekannt.

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