AM ENDE LICHT

„Für einen klaren Moment, während ich sterbe, werde ich genau sehen, was dem Rest meiner Familie im Rest ihres Lebens und dem Rest der Stadt und dem Rest des Landes und der ganzen Welt passieren wird, und ich werde nichts tun können, um es zu verhindern.“

Eine Frau steht im Supermarkt vor dem Regal mit Spirituosen und bricht zusammen. Mit ihrem Bericht vom exakten Moment ihres Todes beginnt das neue Stück des britischen Dramatikers Simon Stephens. Programmatisch fallen hier Ende und Anfang zusammen, denn Stephens’ Portrait einer Familie erzählt von Abschieden und Neuanfängen in einer Zeit der Verwirrung und Verunsicherung.

Akademietheater

Saison 2021/22

ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Am ende licht

simon stephens

Deutsch von BARBARA CHRIST

Regie: LILJA RUPPRECHT

Bühne: HOLGER POHL

Kostüme: ANNELIES VANLAERE

Musik: PHILIPP ROHMER

Video: MORITZ GREWENIG

Licht: NORBERT PILLER

Dramaturgie: ANIKA STEINHOFF

Im Moment von Christines Tod im Supermarkt sterben auf der Welt 6.316 weitere Menschen. Im selben Moment verabredet sich Bernard, ihr Ehemann, mit zwei Frauen in einem Hotel zum unverbindlichen Sex. Eine der Töchter, Jess, wacht nach einer gemeinsam verbrachten Nacht neben einem Fremden auf. Die andere Tochter, Ashe, ist alleinerziehend und löst sich im Streit endgültig von ihrem Ex-Freund, einem Junkie. Und Steven, der jüngste der Geschwister, trifft sich mit seinem Lover, ein Wiedersehen, das überschattet ist von seinen Beziehungsängsten. In einigen dieser Begegnungen ist die tote Mutter als „poetische Intervention“ präsent. Nichts wird in AM ENDE LICHT beschönigt, jegliche Abgründe, die wir von anderen Stücken mit einer Familie im Zentrum kennen, werden benannt – aber etwas ist dennoch anders: die Wärme, die Unaufgeregtheit, die Hoffnung und am Ende – die Aussicht auf Versöhnung, auf das Licht.

Die in Berlin lebende Regisseurin Lilja Rupprecht arbeitet u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Hannover, an der Schaubühne Berlin und am Schauspiel Köln. AM ENDE LICHT ist ihre erste Inszenierung am Burgtheater.

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