7 Fragen von Andrea Breth

Andrea Breth hat sich mit ihrer Inszenierung von Hauptmanns „Die Ratten" (Premiere am 27.3.19) vorläufig von ihrem Schauspiel-Publikum verabschiedet.
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Jetzt hat die Regisseurin aber noch 7 Fragen an Sie, das Publikum...

1.
Was wünschen Sie sich vom Theater?

2. Können Sie sich eine Welt ohne Theater vorstellen?

3. Sind es die Werke, die Schauspieler*innen oder die Regie, die Sie verführen, ins Theater zu gehen?

4. Lachen sie lieber oder weinen Sie lieber? Oder beides?

5. Welche Haltung haben Sie zur heutigen Dramatik?

6. Wissen Sie, wie viel Arbeit hinter einem Theaterabend steckt?

7. Sind Sie der Meinung, dass es noch wichtig ist, Weltliteratur auf der Bühne zu sehen? Und wenn ja, in welcher Form?

Andrea Breth © Bernd Uhlig

Hier ist eine Auswahl der Antworten unseres Publikums:

Was wünschen Sie sich vom Theater?

Verstörung, Öffnung, Überraschung. (Eva Handschuh)

Können Sie sich eine Welt ohne Theater vorstellen?

Das wäre ja wie Bienensterben, nix geht mehr weiter, alles tot und abgestorben. Nein! (Evamaria Brockhoff)

Sind es die Werke, die Schauspieler*innen oder die Regie, die Sie verführen, ins Theater zu gehen?

Weder noch, sondern meine Frau. (Oswald Riederer)

Lachen Sie lieber oder weinen Sie lieber? Oder beides?

Lieber vor Lachen weinen. (Gerhard Jelinek)

Welche Haltung haben Sie zur heutigen Dramatik?

Da weiß ich zu wenig. Vielleich verstehe ich auch die Frage nicht richtig. (Wolfgang Sieberth)

Wissen Sie, wie viel Arbeit hinter einem Theaterabend steckt?

Ich möchte es mit der Ausbildung zur Sommelière vergleichen: Es steckt so viel Arbeit und Lernen dahinter, aber wenn man dann eine Rebsorte erkennt und den Wein beschreiben kann, ist es ein Heureka voll Glück und Zufriedenheit mit seiner Leistung. (Martina Müller)

Sind Sie der Meinung, dass es noch wichtig ist, Weltliteratur auf der Bühne zu sehen? Und wenn ja, in welcher Form?

Selbstverständlich, ich finde es auch toll, Filme oder Romane auf die Bühne zu bringen. Die von Frau Affenzeller unlängst im Standard so geschmähte Karin Bergmann hat da Großartiges ermöglicht, ich denke speziell an Radetzkymarsch und Mephisto, Hiob habe ich noch nicht gesehen. (Michael Ledwinka)


Andrea Breth geboren 1952 in Rieden, Füssen, aufgewachsen in Darmstadt. Sie zählt zu den bedeutendsten Regisseurinnen im deutschsprachigen Raum und inszeniert seit den 80er Jahren kontinuierlich Schauspiel und Oper im In- und Ausland, zuletzt am Burgtheater Eugene O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht. Andrea Breth, die seit vielen Jahren regelmäßig in Wien arbeitet, wird sich mit ihrer Inszenierung von Hauptmanns Die Ratten im Burgtheater vorläufig von ihrem Schauspiel- Publikum verabschieden.

Andrea Breth stellt ihre Fragen einfach mal so in den Raum. Falls Sie ihr antworten möchten: magazin@burgtheater.at
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