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Dieter Dorn

Biografie

1935 in Leipzig geboren. Er studierte Theaterwissenschaften an der Theaterhochschule Leipzig und ab 1956 Schauspiel an der Max-Reinhardt-Schule in Westberlin. Danach arbeitete er als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur an der Landesbühne Hannover. Von 1968 bis 1975 inszenierte er in Essen, Oberhausen, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin/Schillertheater, Theater Basel. Am Burgtheater inszenierte er „Zur Feier des Tages“ von David Storey (1972, DE) und „Kleinbürger“ von Maxim Gorki (1976).

1976 wechselte er an die Münchner Kammerspiele, zunächst wurde er Oberspielleiter, von 1983 bis 2001 hatte er die Intendanz inne. In dieser Zeit etablierte er die Münchner Kammerspiele als eine der führenden Schauspielbühnen Deutschlands. Zusammen mit den Dramaturgen Hans-Joachim Ruckhäberle und Michael Wachsmann sowie dem Bühnenbildner Jürgen Rose entwickelte Dorn einen spezifischen Stil, der als „Kammerspiel-Ästhetik“ bekannt wurde. Ab 2001 bis 2011 leitete er das Bayerische Staatsschauspiel in München. Schwerpunkte seiner Regiearbeit in München waren u. a. Shakespeare und Botho Strauß – fünf seiner Inszenierungen von Strauß waren Uraufführungen, zuletzt 2009 „Leichtes Spiel“ – sowie die griechischen Klassiker wie „Die Perser“ von Aischylos und Euripides‘ „Hekabe“ und „Die Bakchen“. Dieter Dorn inszenierte regelmäßig bei den Salzburger Festspielen (Schauspiel und Oper), seine Regiearbeiten wurden regelmäßig zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Am Burgtheater inszenierte er zuletzt 2016 „Endspiel“ von Samuel Beckett, eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen.

1979 debütierte Dorn als Opernregisseur mit „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart (Dirigent: Karl Böhm) an der Wiener Staatsoper. Es folgten zahlreiche Opernregien bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen, am Staatstheater Kassel, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, der Berliner Staatsoper Unter den Linden, an der Bayerischen Staatsoper München, an der Metropolitan Opera New York, zur Wiedereröffnung des Münchner Cuvilliés Theaters und an der Genfer Oper. Dabei arbeitete er mit namhaften Dirigenten zusammen wie Karl Böhm, Daniel Barenboim, James Levine, Ingo Metzmacher, Riccardo Muti, Kent Nagano, Wolfgang Sawallisch, Peter Schneider und Giuseppe Sinopoli.

Dieter Dorn erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1972 die Kainz Medaille der Stadt Wien und den Deutschen Kritikerpreis. 1976 wurde er zum Münchner Künstler des Jahres gewählt und 1993 mit dem Kulturellen Ehrenpreis der Stadt München auszeichnet. 2009 erhielt er die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold, 2011 den Sonderpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Seit 1979 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München (seit 1986 Direktor der Abteilung Darstellende Kunst). Seit 2001 ist er Mitglied im Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.

Dieter Dorns Autobiographie „Spielt weiter! – Mein Leben für das Theater“ ist 2013 bei C. H. Beck in München erschienen.