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Martin Kušej

Biografie

1961 in Wolfsberg in Kärnten geboren, studierte zunächst Germanistik und Sportwissenschaft, anschließend Regie in Graz.

1987 inszenierte er Karl Schönherrs „Es“ am Schauspielhaus Graz, es folgten weitere Regiearbeiten in Graz, Wien und Klagenfurt sowie am Slowenischen Nationaltheater Ljubljana. Zusammen mit dem Bühnenbildner Martin Zehetgruber und der Dramaturgin Sylvia Brandl gründete er 1990 die Gruppe „my friend martin“, deren Projekte u.a. beim steirischen herbst zur Uraufführung kamen.

1992 zeigte Kušej seine erste Regiearbeit in Deutschland, die Uraufführung von Thomas Strittmatters „Irrlichter-Schrittmacher“ am Münchner Residenztheater. Für Schillers „Kabale und Liebe“ am Stadttheater Klagenfurt erhielt er im gleichen Jahr den Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Ab 1993 war er fester Regisseur am Staatstheater Stuttgart, weitere Regiearbeiten führten ihn ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg und ab 1998 regelmäßig ans Thalia Theater Hamburg. Mit Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ wurde er 1999 erstmals zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

1996 inszenierte Kušej mit „König Arthur“ von Henry Purcell am Staatstheater Stuttgart seine erste Oper und arbeitete seitdem regelmäßig am Opernhaus Zürich, an der Staatsoper Berlin, bei den Salzburger Festspielen und an der Nederlandse Opera Amsterdam. 2008 eröffnete er die Intendanz von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper in München mit Verdis „Macbeth“, 2010 folgte ebendort Dvořáks „Rusalka“.

Am Burgtheater waren Kušej Regiearbeiten ab 1999 regelmäßig zu sehen, u.a. inszenierte er Grillparzers „Weh dem, der lügt!“ und „Glaube und Heimat“ von Karl Schönherr sowie Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“. In Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, dessen Schauspielchef Kušej in den Jahren 2005 und 2006 war, zeigte er am Burgtheater Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ und Nestroys „Höllenangst“. 2008 inszenierte er am Burgtheater Karl Schönherrs „Der Weibsteufel“ und 2016 „Hexenjagd“ von Arthur Miller.
Martin Kušej © Robert Fischer