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Stephan Müller

Biografie

Geboren 1951 in Basel/Schweiz. 1972 begann er zunächst als Statist und Regieassistent am Theater Basel, später wurde er Chefdramaturg des Hauses. 1975 ging er für mehrere Jahre zu Theater- und Tanzstudien in die USA, arbeitete mit Richard Foreman, Mabou Mines, Ric Zank und bei Robert Wilson an der Byrd Hoffman School of Birds und war Mitbegründer der Theatergruppe „Red Wing/Mixed“ in New York (1976–80). Von 1978 bis 1980 führte er Regie am Schauspielhaus Zürich und leitete dort die Reihe „Labor im Schauspielhaus“ (Inszenierungen: „Projekt um Nichts“ nach Samuel Beckett, „Ein Fräulein“ nach August Strindberg und „Die Reden und Handlungen des Vaters im Maisfeld“ nach Peter Handke). Von 1980 bis 1988 wirkte er als freischaffender Regisseur in Köln, Düsseldorf, Tübingen, Basel, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, San Francisco und New York und lehrte an der Universität der Künste Berlin. Von 1988 bis 1993 war er Regisseur im Team von Intendant Frank Baumbauer am Theater Basel. 1993 wechselte er nach Zürich und leitete gemeinsam mit Volker Hesse bis 1999 das Theater am Neumarkt in Zürich. Das Theater wurde 1999 mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet.

1999 bis 2001 arbeitete Stephan Müller als Dramaturg und Regisseur am Burgtheater. Hier inszenierte er „Nothing/Special“ nach Andy Warhol/John Cale/Lou Reed, „Alte Meister“ nach Thomas Bernhard, „Hund, Frau, Mann“ von Sibylle Berg, „Oblomow“ nach dem Roman von Iwan Gontscharow und 2004 die Uraufführung „Die Frau von früher“ von Roland Schimmelpfennig. 2016 kehrte er für die Produktion von „Platons Party“ - Zwei Dialoge von Platon - an das Burgtheater zurück.

Im Rahmen des Theater Festivals Basel 2000 inszenierte er „Phaidros Rave“ im Museum für Gegenwartskunst, am Maxim Gorki Theater Berlin 2001 die Politrevue „Merkels Brüder“ (UA, nach Herlinde Koelbls „Spuren der Macht“) und 2002 „Das Gastmahl“ nach Platon. Auf der Schweizerischen Landesausstellung Expo.02 realisierte er den Beitrag „Let’s Get Rich“ und 2003 führte er Regie bei Henrik Ibsens „Hedda Gabler“ am Theater Basel.

Seit 2003 leitet Stephan Müller den Masterstudiengang Regie an der Zürcher Hochschule der Künste.

Im Rahmen der Zürcher Festspiele inszenierte er Elfriede Jelineks „Ein Sportstück“ (Koproduktion des Schauspielhauses Zürich und der Hochschule Musik und Theater Zürich), „Jackie“ von Elfriede Jelinek, „Attention Artaud“ nach Antonin Artaud sowie „Hiob“ nach Joseph Roth.

Am Wiener Volkstheater inszenierte Stephan Müller Goethes „Clavigo“ (2008), Molières „Don Juan“, Sophokles‘ „Antigone“, „Anna Karenina“ in der Fassung von Armin Petras nach dem Roman von Leo Tolstoj (Dorothea-Neff-Preis 2013 „Beste Regie“), „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller und George Feydeaus „Ein Floh im Ohr“ (2014).

Stephan Müller inszenierte auch für die Oper u.a. „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell, „Werther“ von Jules Massenet, „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Phaedra“ von Hans Werner Henze am Luzerner Theater; „Le nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Stadttheater Bern; Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ an der Vlaamse Opera Antwerpen/Gent und 2011 die Uraufführung „Die Stadt der Blinden“ von Anno Schreier am Opernhaus Zürich.