Klimt im Burgtheater

Die Feststiegen des Burgtheaters beherbergen die bedeutenden Deckengemälde, die Gustav Klimt gemeinsam mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch verwirklichte. Das Frühwerk des berühmten Künstlers zeigt auch sein einziges Selbstporträt.

Gustav Klimts Frühwerk umfasst eine Reihe von Gemälden, die er zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch im Rahmen der gemeinsamen »Künstlerkompanie« verwirklichte. Dazu gehören die 1887 entstandenen Deckengemälde in den Feststiegen des Burgtheaters, die der Historienmalerei zuzurechnen sind, aber bereits die Wende zur symbolistischen Phase der Wiener Jahrhundertwende ankündigen.

Der Auftrag

Die Künstler wurden 1886 beauftragt, die Geschichte des Theaters an den Decken der beiden Prunkstiegen darzustellen. Dass ausgerechnet der „Compagnie“, wie sich das Trio selbst nannte, diese bedeutende Aufgabe zugeteilt wurde, ist bemerkenswert – immerhin waren die Maler zu diesem Zeitpunkt erst Anfang 20. Es war ihr erster Staatsauftrag und bedeutete gleichzeitig den Durchbruch ihrer Karriere.

Von den insgesamt zehn Gemälden stammen die vier Bilder „Thespiskarren“, „Shakespeares Globetheater“, „Altar des Dionysos“ (alle Feststiege Volksgartenseite) und „Theater in Taormina“ (Feststiege Landtmannseite) von Gustav Klimt.

Die Gemälde

Der Thespiskarren

Die Darstellung des „Thespiskarren“ zeigt eine figurenreiche, spannungsvolle und dennoch ausgewogene Szene. Es gehörte nämlich zum Auftrag der Maler, nicht bloß Theaterszenen, sondern das theatralische Geschehen mit Bezug auf die Zuschauer abzubilden. Außerdem fällt dieses Bild auch in Klimts hochsymbolistische Stilphase, was sich an den stilisierten Pflanzenornamenten erkennen lässt.

Gustav Klimt - "Thespiskarren" | Deckengemälde, 1886-87| Feststiege Volksgartenseite, Burgtheater Wien
Gustav Klimt - "Shakespeares Globetheater" | Deckengemälde, 1886-87 | Feststiege Volksgartenseite, Burgtheater Wien

Shakespeares Globetheater

„Shakespeares Globetheater“ sticht nicht nur thematisch aus den restlichen Deckenbildern hervor - es ist das einzige Bild, auf dem Klimt keinen antiken Stoff thematisiert, sondern die Gruftszene von „Romeo und Julia“. Das Werk zeigt zudem das einzig gemalte Selbstporträt des Künstlers. Gemeinsam mit Ernst Klimt und Franz Matsch hat sich Gustav Klimt rechts im Bild, unterhalb der Loge verewigt.

Theater in Taormina

Am Bild „Theater in Taormina“ wurde Kritik laut, dass es weniger Theater als die Dekadenz der römischen Gesellschaft zur Zeit der Cäsaren zeige. Das Theater in Taormina ist tatsächlich nur im Hintergrund des Bildes zu erkennen. Dennoch stellt das Bild ein Meisterwerk Klimts und eine der wenigen Zeichnungen des Theaters von Taormina dar.

Gustav Klimt - "Theater in Taormina" | Deckengemälde, 1886-87 | Feststiege Landtmannseite, Burgtheater Wien
Gustav Klimt - Detail aus "Altar des Dionysos" | Deckengemälde, 1886-87 | Feststiege Volksgartenseite, Burgtheater Wien

Altar des Dionysos

Der „Altar des Dionysos“ zeigt eine relativ dichte Komposition von Klimt, die die Treppenanlage eines Tempels zeigt, an dessen Ende der titelgebende Altar errichtet ist. Klimt hat mit diesem Werk ein vielfältiges und flächenwirksames Bildgefüge geschaffen, das bereits auf Gestaltungsprinzipien in seinem späteren Werk hinweist.

Die Entwurfszeichnungen

Neben diesen Gemälden werden im neu eingerichteten „Angelika Prokopp Foyer – Klimtraum“ die Entwurfszeichnungen für die Deckenbilder der Feststiegen, sogenannte Kartons, von Gustav Klimt gezeigt. Diese unschätzbaren Vorzeichnungen des Malers wurden erst 1990 überraschend auf dem Dachboden des Burgtheaters entdeckt und sind nun nach umfangreichen Restaurierungen in einer permanenten Ausstellung im Burgtheater zu sehen. Auf der fünfeinhalb Meter langen und somit fast vollständigen Vorzeichnung des „Shakespeare Globetheater“ ist auch das einzige gemalte Selbstportrait von Gustav Klimt zu sehen. Auf diesem Bild haben sich alle drei Künstler als Theaterbesucher rechts unterhalb der Loge verewigt.

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Führungen durch das Burgtheater

Die Deckengemälde und Kartons können während des abendlichen Theaterbesuchs besichtigt werden. Die Deckengemälde sind auch im Rahmen der täglichen Führung durch das Burgtheater zu besichtigen.

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Virtuelle Tour durch das Burgtheater

Zoom auf Gustav Klimts Selbstporträt und ein virtueller Spaziergang durch das Burgtheater - entdecken Sie das Burgtheater auf Google Arts & Culture mit einer Street-View-Tour durch das Haus und einer hochauflösenden Giga-Pixel-Aufnahme der Feststiege Volksgartenseite.           

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Bildergalerie

Information

  • Telefonnummer +43 (0)1 51444-4140
  • E-Mail info@burgtheater.at
  • Öffnungszeiten Mo-Fr 9-17 Uhr | Von 1. Juli bis 15. August: Mo-Fr 10-14 Uhr, Do 10-17 Uhr
  • Adresse Universitätsring 2, 1010 Wien

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