Das Burgtheater

Das Burgtheater, 1874-1888 an der Wiener Ringstrasse erbaut, ist die wichtigste Schauspielbühne des Landes und als historisches Gebäude eine bedeutende Touristenattraktion in der Stadt.

Information

  • Adresse: Universitätsring 2, 1010 Wien
    Lageplan & Anfahrt
  • Öffnungszeiten Tageskassa: Mo - Fr 8-18 Uhr | Sa, So, Fei: 9-12 Uhr
  • Abendkassa: Öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
  • Besucher*innen-Information in der Kassenhalle:
    Tel: 43 +(0)1 51444 4140
    Öffnungszeiten: Mo - Fr 9-17 Uh

Die Architektur

Das Burgtheater (errichtet von 1874 bis 1888) war das letzte Glied in der Kette der Prunkbauten zur Neugestaltung der Ringstraße. Erbaut von den beiden Architekten Gottfried Semper und Karl von Hasenauer, gehört die prachtvolle Außenfassade zu den beliebten Sehenswürdigkeiten Wiens. Dichterbüsten und berühmte Gestalten aus der Weltliteratur werden ergänzt durch Figurenpaare, die menschliche Gefühle und Eigenschaften symbolisieren und Themen vieler Dramen sind: Liebe und Hass, Demut und Herrschsucht, Heroismus und Egoismus. Über allen thront Gott Apoll mit der tragischen Muse Melpomene zur Rechten und der heiteren Muse Thalia zur Linken.


Die Geschichte

Am 14. März 1741 überließ Kaiserin Maria Theresia dem Theaterunternehmer Selliers ein neben der Hofburg leerstehendes Ballhaus zur Verpachtung an Schauspielertruppen. Ihr Sohn Joseph II. stellte es 1776 per Dekret als „Teutsches Nationaltheater“ unter die Administration des Hofes, der auch die Finanzierung übernahm. Damit begann die Glanzzeit der deutschsprachigen Schauspielkunst in Wien. Seit 1794 trägt das Theater den Namen „K.K. Hoftheater nächst der Burg“. Nach fast 150 Jahren Spielbetrieb wurde am 14. Oktober 1888 – nach vierzehnjähriger Bauzeit – das neue Theaterhaus, erbaut von Gottfried Semper und Karl von Hasenauer, am Ring eröffnet. 1918 wurde das ehemalige Hoftheater der Verwaltung des Staates übergeben.
Im September 1922 konnte das Akademietheater in der Lisztstraße als zusätzliche Spielstätte gewonnen werden. Während der letzten Kriegstage wurde das Haus am Ring durch Bombeneinschläge und einen Brand stark beschädigt, und das Ensemble fand für zehn Jahre eine Ersatzheimat im „Etablissement Ronacher“. 1955 kehrte man in das in alter äußerer Form wiederaufgebaute, aber technisch erneuerte Haus am Ring zurück.

Klimt im Burgtheater

Gustav Klimts Frühwerk umfasst eine Reihe von Gemälden, die er zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch im Rahmen der gemeinsamen „Künstler-Compagnie“ verwirklichte. Dazu gehören auch die 1887 entstandenen Deckengemälde in den Feststiegen des Burgtheaters, die der Historienmalerei zuzurechnen sind, aber bereits die Wende zur symbolistischen Phase des Wiener fin de siècle ankündigen.

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Das Ensemble

Das berühmte Ensemble ist die wichtigste Konstante des Theaters und die Seele des Hauses. Das Wiener Publikum liebt seine Stars und dankt es ihnen mit regelmäßigem Besuch.
Präsentiert sich das Burgtheater heute auch als Haus mit einem modernen Spielplan und zeitgerechten Strukturen, so haben sich doch viele jener Traditionen erhalten, die man mit Paula Wessely, Attila Hörbiger, Oskar Werner oder Raoul Aslan verbindet, und die dem Haus den Mythos verliehen haben, den es noch immer trägt:
Es gibt eine Doyenne und einen Doyen als oberste Schauspielerin bzw. obersten Schauspieler des Hauses – heute sind es Elisabeth Orth und Michael Heltau. Wichtige Ensemblemitglieder werden zu Ehrenmitgliedern ernannt, viele tragen den Titel Kammerschauspieler. Stirbt ein Ehrenmitglied, so wird für die Trauerfeier der Sarg auf der Feststiege aufgebahrt und anschließend in einem Trauerkondukt einmal um das Haus begleitet.

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Die Ehrengalerie

Das Burgtheater besitzt weltweit eine der größten Sammlungen von Schauspielerporträts, die im Auftrag Kaiser Josephs II. begonnen und bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts weitergeführt wurde.

Nach einem Stillstand von über 20 Jahren lud Direktor Klaus Bachler 2006 sechs österreichische bildende Künstler – Christy Astuy, Ilse Haider, Elke Krystufek, Franz Graf, Josef Kern und Gregor Zivic – ein, zwölf bedeutende und dem Haus besonders verbundene Schauspieler – Andrea Clausen, Kirsten Dene, Annemarie Düringer, Gertraud Jesserer, Elisabeth Orth, Klaus Maria Brandauer, Karlheinz Hackl, Michael Heltau, Ignaz Kirchner, Branko Samarovski, Martin Schwab und Gert Voss – zu porträtieren.

Im Jahr 2008 porträtierten Lucy McKenzie, Maria Hahnenkamp, Maja Vukoje, Erwin Wurm, Franz West und Fabian Fink die Ensemblemitglieder Regina Fritsch, Maria Happel, Dorothee Hartinger, Birgit Minichmayr, Petra Morzé, Johanna Wokalek, Philipp Hauß, Philipp Hochmair, Roland Koch, Johannes Krisch, Michael Maertens und Nicholas Ofczarek.

Bühnenmaße

Fassungsraum: 1111 Sitzplätze, 85 Stehplätze, 12 Rollstuhlplätze
Breite der Vorbühne: 13 m | Vorbühnentiefe: 6 m
Bühnenraumbreite: 28,5 m | Tiefe: 23 m
Höhe bis zum Rollenboden: 28 m | Bis zur ersten Arbeitsgalerie: 12 m
Portalbreite: 12 m | Portalhöhe max.: 9 m

Die Bühne

Das Burgtheater wurde 1776 als klassisches Repertoiretheater gegründet. Der sehr abwechslungsreich gestaltete Spielplan erfordert eine enorme Bühnenlogistik. Morgens wird das Bühnenbild der vortägigen Vorstellung abgebaut und das Bild zur nächsten Premiere für die Probenarbeit gesetzt. Nachmittags erfolgt der Umbau für die Abendvorstellung. Nicht alle Kulissen haben Platz im begrenzten Lagerraum des Hauses, daher werden viele Kulissen täglich mittels LKW zugeliefert und abtransportiert.

Bei der Eröffnung des Burgtheaters verfügte die Bühne über sieben mittels Wasser-Hydraulik heb- und versenkbare Elemente (Hubpodien), die im Jahr 1888 als revolutionäre Technik gefeiert wurden. Während des Wiederaufbaus (1947–1955) setzte das Burgtheater neue Maßstäbe in innovativer Bühnentechnik. Angeregt durch Sepp Nordegg wurde als Pilotprojekt die kombinierte Zylinderdrehbühne mit vier integrierten Versenkungen und zwei horizontal verfahrbaren Bühnenwagen erfunden. Ihr Gewicht beträgt 340 Tonnen und ihr Durchmesser knapp 21 Meter bei einer Gesamthöhe von circa 14 Metern. 

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