willkommen beim karneval der wirklichkeit!
Miroslava Svolikova
europa flieht nach europa

Presseinformation: Spielzeitpräsentation 2018/19

Karin Bergmann präsentierte am 27. April 2018 im Burgtheater die Pläne für die Spielzeit 2018/19

willkommen beim karneval der wirklichkeit!
Burgtheater 2018/2019

Wien, am 27. April 2018. Das Zitat aus Miroslava Svolikovas „europa flieht nach europa“ steht über der nächsten Spielzeit der Direktion von Karin Bergmann, die sie heute im Burgtheater präsentierte. Neben seiner politischen Komponente ist das Zitat ein wunderbares Theatermotto: Das unterhaltsame Spiel mit Schein und Maske, dahinter aber der ungeschminkte Blick auf das Sein, auf unsere Wirklichkeit. Starke 22 Premieren, darunter sieben Ur-und Erstaufführungen, sowie Projekte mit Josef Haslinger, Joachim Meyerhoff, Harald Schmidt und Michael Niavarani umfasst der letzte Spielplan ihrer Direktion. Der Fokus liegt auf Theaterkunst in ihrer ganzen Vielfalt: große Stoffe und Texte, mit unterschiedlichen Handschriften aus der Perspektive der Gegenwart erzählt. 

Vier Eröffnungspremieren im September

Eröffnet wird die Spielzeit am 5. September mit „Kommt ein Pferd in die Bar“ nach dem Roman von David Grossman, einer Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Deutschen Theater Berlin. Dušan David Pařízek wird Grossmans komisch-schonungslosen Roman auf die Bühne bringen. Im Burgtheater folgt am 11. September „Mephisto“, Klaus Manns scharfe und zeitlose literarische Analyse eines (un)politischen Feiglings, inszeniert von Bastian Kraft mit Nicholas Ofczarek in der Hauptrolle. Am 27. September hat die Inszenierung des aus Serbien stammenden Regisseurs Miloš Lolić „Kampf des Negers und der Hunde“ von Bernard-Marie Koltès im Akademietheater Premiere, eine Auseinandersetzung mit kolonialer Historie und Gegenwart. Und am 29. September wird Michael Thalheimer mit Andrea Wenzl und Merlin Sandmeyer Horváths Totentanz in brüchigen und gefährlichen Zeiten auf die Burg-Bühne bringen: „Glaube Liebe Hoffnung“.

Klassiker und Komödien heute

Mit vielfältigen Handschriften von Regisseur*innen wie Andrea Breth, Claus Peymann, Johan Simons, Georg Schmiedleitner, Barbara Frey, Christian Stückl und erstmalig Nikolaus Habjan werden Klassiker der Moderne aus der Perspektive der Gegenwart befragt: Was verraten Eugène Ionescos „Die Stühle“, Georg Büchners „Woyzeck“, Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“, Werner Schwabs „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ oder, auf humorvolle Weise, Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“ über unsere heutige Gesellschaft? Wie entlarvend ist Sternheims grelle und temporeiche Farce „Der Kandidat“?

Sieben Ur- und Erstaufführungen

„europa flieht nach europa“ von Miroslava Svolikova ist ein akuter wie zeitloser Text über Europa, in dem sich Exzess- und Gewaltbilder zu einem grellen „karneval der wirklichkeit“ vermischen; nach der Uraufführung bei den Autorentheatertagen in Berlin wird die Inszenierung ab Oktober im Kasino zu sehen sein. Und im Vestibül wird „Beben“, das neue Stück von Maria Milisavljevic, erstaufgeführt. Simon Stone bringt seine Bearbeitung von „Medea“ nach Euripides mit unserem Ensemble im Dezember im Burgtheater zur österreichischen Erstaufführung und im Akademietheater wird das erste deutschsprachige Stück des hochgelobten Schriftstellers Fiston Mwanza Mujila uraufgeführt: „Zu der Zeit der Königinmutter“. Im März wird Jan Bosse Clemens J. Setz’ Roman „Indigo“ auf die Bühne des Akademietheaters bringen und zu einer vorgezogenen Abschiedsfeier lädt im April Herbert Fritsch mit der Uraufführung seines Projekts „Das Zelt“ ins Burgtheater ein. Als letzte Premiere gibt es im Akademietheater im Mai die Uraufführung des „neuen René Pollesch“.

Große Bühne im Vestibül 

Auch in der letzten Spielzeit der Direktion Bergmann zeigen junge Regisseur*innen des Hauses ihre Abschlussarbeiten, dadurch wird das Vestibül mit Milisavljevic’ „Beben“, Rainer Werner Fassbinders „Tropfen auf heiße Steine“, „Waisen“ von Dennis Kelly und „Ich rufe meine Brüder“ von Jonas Hassen Khemiri zur großen Bühne aktueller Dramatik.

Harald Schmidt und Michael Niavarani, Joachim Meyerhoff und Josef Haslinger

Harald Schmidt und Michael Niavarani, beide begnadete Fabulierer und singuläre Publikums-Unterhalter, werden einander einige Male in der kommenden Spielzeit auf der Bühne des Burgtheaters begegnen. Geplant sind auch Projekte von Josef Haslinger und Schauspieler und Bestsellerautor Joachim Meyerhoff.

Offene Burg / StadtRecherchen / Kinderstück

Rund 6.000 Menschen aller Altersgruppen nehmen pro Spielzeit an den unterschiedlichsten Angeboten der Offenen Burg teil, aktuell werden die fünf Theaterclubs dieser Spielzeit vom 26. Mai bis 3. Juni unter dem Titel TheaterClubTotal präsentiert. Weiter geht es auch mit den Stadtprojekten, dem BurgÖffner, einem Theaterspielenachmittag für die ganze Familie im Vestibül, und in Zusammenarbeit mit der Brunnenpassage kostenlose Theaterworkshops auf den Märkten Favoriten und Ottakring. Und mit den StadtRecherchen, die sich am 10. Juni im Akademietheater präsentieren: 500 Beteiligte, 22 professionelle Künstler*innen, 33 Gruppen aus Floridsdorf, Donaustadt und Favoriten haben sich diese Spielzeit an den StadtRecherchen beteiligt. Ab Herbst 2018 kommen die StadtRecherchen auch nach Simmering. Als diesjähriges Kinderstück wird Kenneth Grahames „Der Wind in den Weiden“, einer der großen englischen Kinderbuch-Klassiker, für Kinder ab 6 Jahren ab November im Kasino gezeigt.

Pressefotos

Copyright: Reinhard Werner/Burgtheater
Die Pressefotos der PK vom 27.4.2018 sind bei Nennung des Fotografen für die aktuelle Berichterstattung freigegeben. 
v.l.n.r.: Florian Hirsch, Hans Mrak, Klaus Missbach, Karin Bergmann, Thomas Königstorfer, Eva-Maria Voigtländer