Eventdetails

Beben

Maria Milisavljevic

Es dröhnt. Es dröhnt so laut, da kann sich ja keiner konzentrieren. Sind das jetzt die Trompeten der Endzeit? Lass mich noch schnell den Level zu Ende spielen. Ey schau mal, die alte Meller liegt tot auf der Straße. Selfie mit an alter Frau knabberndem Kater! Retweet! The revolution will not be televised, aber die Apokalypse wird sicher auf Youtube gepostet. Zwischen Flutkatastrophe und Erdbeben noch schnell ein Sonnengruß. Was in den Achtzigern noch Schubsen war, ist heute ja schon Kehleaufschneiden. Aber ich steh halt auf Neon, nur nicht im Krieg. Der Mann an der Kante von Ulro lacht. Auf seiner Stirn steht: Verstand. Panzer rollen die Straße herauf, ein Junge wird erschossen. Alter, du hast’n Kind umgebracht! Da reicht eine Mutter ihre Hand zur Vergebung – und endlich wird es still.

Beben ist ein Stimmengewirr, eine Assoziationskette aus witzigen, ironischen und berührenden Dialogen inmitten postmoderner Informationsflut. Im medialen Overkill aus Katastrophenmeldungen, Werbung und sozialen Medien sind Gewalt und Krieg nah und fern zugleich. Das Siegerstück des Heidelberger Stückemarkts 2016 vermischt virtuelle und physische Realitäten, kontrastiert Banalität und Pathos und führt dabei vor, wie uns die durch Bildschirme vermittelte Welt immer mehr kalt lässt.

Die nächsten Termine

Jänner 2019

  • Spielstätte und Datum:
    VESTIBÜL
Alle Termine

Besetzung und Team

Regie Team

  • Regie
  • Bühne und Kostüme
    Thurid Peine
  • Musik
    Matthias Jakisic
  • Dramaturgie
    Franziska Eisele
  • Licht
    Mathias Mohor

Pressestimmen

  • Anna Stiepani macht in ihrem Regiedebüt das Beste aus dem Text. Der jungen Regisseurin gelingt es, aus dem nicht ganz leicht zu durchschauenden, vielstimmigen Sprachgewirr drei Haupthandlungsstränge herauszufiltern.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Anna Stiepani inszenierte packend und kIar ein preisgekröntes, vielschichtiges Drama von Maria Milisavljevic. Nerds treffen auf Seher aus steinalter Zeit. Das vierköpfige Ensemble überzeugt dabei in allen Phasen.

    Die Presse
  • Es gelingt Stiepani ziemlich gut, diese Realitätsverbrämung ineinander zu flechten: In Dioramen hinter Plexiglas sperrt sie ihre Geschöpfe, die in mythisch durchdrungenen Heldenkleidern (Bühne und Kostüme: Thurid Peine) ihre Fake-Handlungen kommentieren.

    Der Standard
  • ... wunderbare, magische Szenen ...

    Die Presse
  • Die postmoderne Mixtur highbrow-banal, sentimentalaggressiv sowie von kryptisch-alten und populär-aktuellen Zitaten kam beim jungen Premierenpublikum gut an.

    Wiener Zeitung
  • Anna Stiepani holt mit ihren vier Darstellern den Befindlichkeiten-Cocktail heutiger Millennials in die Struktur des „Vierfachen Selbst“ von William Blake zurück.

    Wiener Zeitung
  • Daniel Jesch, Marta Kizyma, Valentin Postlmayr und Martin Vischer changieren überzeugend beim Pendeln zwischen Realität und Leben im Web.

    Kronen Zeitung
  • Man hört zu! Auch weil Regisseurin Anna Stiepani das vierköpfige Ensemble klar und sehr genau agieren lässt.

    Kronen Zeitung
  • So wie für die Autorin gilt auch für Stiepani, dass man wohl auf außergewöhnliche Produktionen hoffen darf.

    Die Presse
  • Thurid Peine unterstützt die starke Regiehand mit einer die Personen dreifach spiegelnden Glaskobelbühne.

    Wiener Zeitung
  • Hilfreich ist auch das einleuchtende Bühnenbild von Thurid Peine. Sie hat zwei Vitrinen auf die Bühne gestellt. Diese Räume sind nach vorne transparent und wirken hinten wie Spiegel. Das ergibt raffiniert unkomplizierte Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit.

    Die Presse