Eventdetails

Carol Reed

René Pollesch

„Wenn ich Politiker wäre, würde ich sagen, so, wir hören jetzt auf, Drehgenehmigungen zu erteilen in der Innenstadt, in der Nähe des Rings, und dafür hat jeder Zugriff auf die Überwachungskameras, und dann kann sich jeder seinen Film zusammenschneiden, damit man nicht so belästigt wird, wenn man aus der Tür kommt.
Gibt es Dinge, die aus dem Nichts geschehen? Also nicht deshalb, weil es Gründe gibt, und weil etwas aus etwas anderem erfolgt? Ich stelle mir gerade ein Ereignis vor, dessen Wirkung nicht auf ausreichenden Gründen beruht. Man verliebt sich ja nicht aus bestimmten Gründen, sondern es erscheint uns ‚plötzlich‘ und den herkömmlichen Verlauf der Dinge unterbrechend, obwohl man die Gründe natürlich bereits liebte. Man verliebt sich ja nicht aus bestimmten Gründen, sondern es passiert einfach. Man denkt ja nicht, wenn man jemanden sieht: Ach guck mal, der hat ja das und das, Ah ich bin verliebt! Nein, es passiert einem einfach, man kann die Gründe dafür nicht nennen, obwohl man die Gründe natürlich auch sieht, aber es geht nicht alles in ihnen auf. Er oder sie hat den Mund, er oder sie hat die Augen ... Aber bei der ersten Begegnung denkt man ja nicht: Oh Gott, er hat das alles, ich glaube, ich bin verliebt. Man steht ja nicht vor jemandem und sagt: Ja, stimmt ja alles, ich bin verliebt. So funktioniert das ja nicht.“ (René Pollesch)

Nach über vier Jahren ist René Pollesch wieder am Burgtheater zu Gast. Der Autor und Regisseur, dessen herausfordernde Arbeiten abseits aller dramatischen Konventionen seit Jahren das Publikum begeistern, erarbeitet unter dem Arbeitstitel Carol Reed seine achte Inszenierung an unserem Haus.

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Mai 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

Juni

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Besetzung und Team

Regie Team

  • Regie
  • Bühnenbild
    Katrin Brack
  • Kostüme
    Tabea Braun
  • Licht
    Michael Hofer
  • Dramaturgie
    Eva-Maria Voigtländer

Medien und mehr

Carol Reed-Trailer

Pressestimmen

  • Es folgt ein 90-minütiges Happy-Hour-Diskurstheater, ganz im Dienste der Repräsentationskritik des Pollesch-Theaters. [...] Birgit Minichmayr, Martin Wuttke, Irina Sulaver und Tino Hillebrand - allesamt [...] in verheißungsvoll dramatische Kostüme (von Tabea Braun) gesteckt - füllen den leeren Raum alsbald mit Reflexionszauber.

    Der Standard
  • Der Regisseur und sein Team entzücken mit einem verspielten Spiel: „Carol Reed" hat ein stark reduziertes Bühnenbild, kaum Handlung, aber vier souveräne Schauspieler auf der Suche nach dem Rest von Sinn.

    Die Presse
  • Dabei gibt es natürlich ein Bühnenbild, sogar ein eindrucksvolles: ein Ballett aus Scheinwerfern, die sich ins Geschehen einmischen. [...]
    Martin Wuttke und Birgit Minichmayr [...] sind die Stars des Abends. Sie spielen virtuos [...] IrinaSulaver und Tino Hillebrand unterstützen die Performance großartig.

    Kurier
  • Ist das radikale Möbelbefreiung? Willkürliche Sinnentleerung? Oder doch die gute Gelegenheit, ein Spiel im Spiel vollendet zu sehen? Mit Sulaver und Hillebrand als makellosen Repräsentanten der Welt, die für Pollesch der Fall ist, mit Minichmayr in wirklich toller Übertreibung. Und mit Wuttke so hoch nervös wie auch gewohnt intensiv, wenn er vorgibt, die ...

    Die Presse

    Mehr erfahren

  • Zwischen Theater-Hysterie und Normalitäts-Wahnsinn: René Polleschs neues Stück „Carol Reed“ verbreitet klug Frohsinn.

    Tiroler Tageszeitung