Eventdetails

Zelt

Herbert Fritsch

Betrachten wir das Theater metaphorisch: als Zeltaufbau. Wenn Ihnen der Zeltaufbau zunächst komplex erscheint, sollten Sie diese Regeln berücksichtigen. Eine frühzeitige Vorbereitung schenkt Vertrauen und verwandelt Frust in Lust. Wie Ihr Trekkingzelt schnell und sicher aufgebaut wird, können Sie der Anleitung entnehmen. Zunächst unterscheidet man zwischen dem Innen- und dem Außenzelt. Dank neuester Technologien sind diese in dem vorliegenden Exemplar miteinander verknüpft, sodass Sie nur über den Unterschied wissen, ihn beim Aufbau aber nicht bedenken müssen. Wichtig ist, dass das Zelt gut gespannt ist. Um eine falsche Spannung zu vermeiden, die zum Einreißen führt, können Sie mit unzähligen Schnüren das Zelt an umliegenden Bäumen befestigen. Nachts kann man bestens über diese Schnüre stolpern und sich dabei auch strangulieren. Immerhin folgt aus der nun eingenommenen Froschperspektive der Anblick eines Himmelszeltes. Des Weiteren gibt es die Zeltstangen. Mit den Zeltstangen beginnt der Aufbau, der von einem geometrisch geschulten Auge begleitet werden sollte. Es gibt die Querstange sowie die Senkrechtstange. Elementar beim Zusammenstecken, welches die Vorrichtung für das Aufhängen des Innenzeltes bildet, ist das Tarieren. Die somit obere Stange muss im absoluten Lot zu der Hypotenuse der Querstange sein. Abschließend: die Heringe, den noch gemeineren Hindernissen, die, wenn das Sternenzelt sich auftut, so manchen blutenden Zeh zutage fördern. Die Heringe dienen der Sicherung des Zeltes und stecken Ihren Vorgarten ab, der Sie jedoch nicht vor den neugierigen Blicken anderer schützt. Wir fassen die Stufen des Zeltaufbaus zusammen: 1. Vorbereitung, 2. Aufbau, 3. Frust und Lust.

Anknüpfend an Der eingebildete Kranke und Die Komödie der Irrungen begibt sich Herbert Fritsch mit Zelt nun auf die wahnwitzige Reise auf einen temporären Campingplatz, der alles andere hervorbringt als Klappstuhlproblematiken und Gummihammer.



Den Probenprozess von „Zelt“ begleitete die Dramaturgin Evy Schubert mit ihrer Feder. In 41 Illustrationen, die zusammen ein ausschließlich gestaltetes Programmheft bilden, das zur Premiere erscheint, interpretierte sie unterschiedlichste Inszenierungsmomente. So ist ein eigener Bildzyklus entstanden, welcher den Abend reflektiert und auch den Begriff des Programmhefts erweitert. Im Sinne von Herbert Fritschs Gedanken ans Gesamtkunstwerk ist hier ein Kunstbuch entstanden, dass die Inszenierung begleitet und illustratorisch rückkoppelt. Damit knüpft Evy Schubert auch an einen Gedanken von Fritsch an, dass jeder Moment im Theater ein künstlerischer sein kann. Generell sind ihre Programmhefte stets illustriert, die Wahl des Mediums, wie hier Tusche und Farbstift auf Transparent- und Farbkarton, entsteht ebenfalls in Abhängigkeit der szenischen Gegebenheiten. Das Farbspektrum, welches bei „Zelt“ auf der Bühne wegweisend ist, wird auch im Programmheft zum Programm.

Illustration ZELT 6_ Evy Schubert

Die nächsten Termine

April

Mai

Weitere Termine folgen…

Alle Termine
Karten
Termin am 1.5. im Kalender speichern

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie und Bühne
  • Kostüme
    Bettina Helmi
  • Musik
    Matthias Jakisic
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Choreinstudierung
    Hannes Marek
  • Dramaturgie
    Evy Schubert
  • Produktionsleitung