Eventdetails

Der Besuch der alten Dame

Friedrich Dürrenmatt

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Kann man seine Heimat hinter sich lassen? Claire Zachanassian kann es nicht. In Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, um sich zu rächen. Viele Jahre sind vergangen, seit Klara Wäscher ihre Unschuld im Dörfchen Güllen an Alfred III verlor. Der sie dann sitzen ließ mit dem Kind, sie als Hure diffamierte. Nun kommt sie zurück, eine schwerreiche Witwe, und verspricht dem eine Milliarde, der den ungetreuen Alfred tötet. „Bleich, aber würdig“ tritt man ihr entgegen, spricht von Europa, Recht und Menschlichkeit, lehnt mit Empörung das ungeheuerliche Angebot ab. Sie antwortet mit dem kürzesten Satz des Stücks: „Ich warte.“

„Die Welt verändert sich durch den Menschen, aber der Mensch verändert sich nicht und fällt der durch ihn veränderten Welt zum Opfer“, hat Dürrenmatt einmal in fast genialer Klarheit konstatiert. Die ganze Zerbrechlichkeit des Menschen in der Moderne, umrissen mit einem Satz. Die Illusion von Heimat als hilfloser Versuch, sich an etwas festzuhalten in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Dürrenmatt hat die Welt nicht vereinfacht. Mit sublimer Reduktion wie ein Schweizer Uhrmacher, der ein Gehäuse öffnet, machte er die Mechanik hinter der Unruhe erkennbar – und sein Stück Der Besuch der alten Dame zu einem Welterfolg.

Frank Hoffmann wird diese große Parabel der Moderne in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und Maria Happel und Burghart Klaußner in den Hauptrollen inszenieren.

In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

Zeitplan

Dauer:
ca. 120 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Oktober 2018

  • Spielstätte und Datum:
    BURG

November

Weitere Termine folgen…

Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Ben Willikens
  • Mitarbeit Bühne
    Bernhard Eusterschulte
  • Kostüme
    Susann Biehling
  • Musik und Sounddesign
    René Nuss
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch

Medien und mehr

Der Besuch der alten Dame - Trailer

Pressestimmen

  • Das alles ist recht lustig und übertrieben, etwas gestrafft, aber nicht zu sehr, keineswegs konventionell, aber auch nicht zu überkandidelt, den Besuch gewiss wert.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Roland Koch ist ein alerter Bürgermeister, der mit seinem Auftritts-Monolog ein schauspielerisches Kabinettstückchen liefert.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - APA/dpa
  • Happel und Klaußner glänzen in den Hauptrollen, mit gehöriger Schärfe die eine, mit diskretem Pathos der andere.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - Süddeutsche Zeitung
  • Der Künstler Ben Willikens hat eine grandiose Bühne gebaut. Anfangs ein hoher, bunkerähnlicher Bau mit Fenstern, durch die der Wind pfeift, eine zentral platzierte Bahnhofsuhr. Dann wird die Rückwand weggenommen, übrig bleibt eine Art Bauruine, der gigantische Haken eines Baukrans hängt drohend über allem, irgendwann wird er krachend hinabstürzen.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - Süddeutsche Zeitung
  • Dürrenmatts romantisch-nihilistisches Parabelspiel ist in den sechs Jahrzehnten seit seiner Uraufführung auf rätselhafte Weise immer gegenwärtiger geworden.

    Kronen Zeitung
  • Unterwegs zu Alfreds Endstation gibt es in der neuen Burgtheaterproduktion jedenfalls lohnenswerte Haltestellen: Roland Koch als Bürgermeister hält sich in einem grandios an jeder Sprachbildrichtigkeit vorbeigurgelnden Politikerredenfluss virtuos über Wasser und bekommt Szenenapplaus.

    Kurier
  • Burgtheater-Koproduktion begeistert bei Ruhrfestspielen: Zum Abschied von den Ruhrfestspielen hat Intendant Frank Hoffmann nochmal eine solide Inszenierung abgeliefert.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - APA/dpa
  • Deutlich zeigt Hoffmann Dürrenmatts harsche Medienkritik. Die Aufführung hat eine wuchtige Ernsthaftigkeit, die sich auszahlt.

    Die Presse
  • Die Masse dieser Globalisierungsverlierer feixt durch Industriefenster und besitzt, in Gestalt ihres Bürgermeisters (Roland Koch), die unglücklichste Verkörperung des Weltgeistes, die sich denken lässt.

    Der Standard
  • Ruhrfestspiele eröffnet - Ovationen für Wiener Burgtheater

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - APA/dpa
  • Ein tolles Darsteller-Team: Maria Happel ist eine mädchenhafte, versonnene und versponnene alte Dame; Charakterdarsteller Burghart Klaußner setzt den Alfred schon als Fremdkörper in Szene, noch bevor dieser durch das unmoralische Angebot gebrandmarkt ist.

    Kurier
  • Im Burgtheater sieht man eine solide, gut gearbeitete Inszenierung von Frank Hoffmann. [...] Im Zentrum der Ereignisse begeistert Maria Happel: eine große Liebende, die eine große, vergiftete Liebesgeschichte ans Ende bringt. Äußerst eindrucksvoll ihr Partner Burghart Klaußner.

    Kronen Zeitung
  • Der Luxemburger Frank Hoffmann, der die Leitung der Ruhrfestspiele nach vierzehn erfolgreichen, wachstumsintensiven Jahren abgeben wird, hat sich mit dieser Inszenierung ein schönes Abschiedsgeschenk gemacht. Alle Komponenten passen perfekt zusammen.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - Süddeutsche Zeitung
  • Daniel Jesch punktet als Polizist mit Akrobatik, auch sie gefiel dem Premierenpublikum. Dietmar König überzeugt als lauterer Lehrer, der sozusagen vom Paulus zum Saulus wird. Hans Dieter Knebel begeistert mit einem Minimalismus, den nur er beherrscht: Dieser Schauspieler poliert kleine Rollen zu Diamanten.

    Die Presse
  • Frank Hoffmann zeigt statt der etwas platten Kapitalismuskritik die antike Tragödie. Diese Idee bewährt sich – ebenso wie die liebenswerte und jugendliche Besetzung für die Hauptrolle. [...] Maria Happel ist keine Zynikerin, sondern eine emotionale Claire Zachanassian.

    Die Presse
  • Hoffmann zeigt die Entwicklung im Dorf als bunten Comic-Strip überzeichneter Typen, schriller Sound-Gags und prächtiger Bilder (Bühne: Ben Willikens).

    Kleine Zeitung
  • Aber auch in der Interpretation der kleineren Rollen wie der des stoischen Butlers (Hans Dieter Knebel) findet sich eine Würde und, ja, eine Moral, wie sie in Dürrenmatts apokalyptischem Güllen längst den Bach heruntergegangen ist.

    Ruhrfestspiele Recklinghausen - Süddeutsche Zeitung