Eventdetails

der herzerlfresser

Ferdinand Schmalz

Der Gangsterer Andi entdeckt im Sumpf eine weibliche Leiche. Das Herz ist ihr herausgerissen. Der Sumpf ist aber gar nicht mehr so sumpfig, wie er früher einmal war. Alles ist frisch zubetoniert. Ein Einkaufsparadies ist auf ihm entstanden, an einem verkehrsgünstigen, zukunftsorientierten Standort in der Region mit Arbeitsplätzen, Wachstumsperspektiven. Die Eröffnung steht bevor. Da kommt so eine Frauenleiche reichlich ungelegen. Und dann wird noch eine zweite Dame ohne Herz gefunden. Heimlich im Moor entsorgen, so heißt die Krisenstrategie des Bürgermeisters, der den Gangsterer Andi mit der Leichenbeseitigung beauftragt. Und während das Eröffnungsfest zum Kaufrausch lädt, dringt der Sumpf durch alle Ritzen. Beim Tanz zur munteren Musik schlagen die einen Herzen höher und die anderen gar nicht mehr. Ein Schuss und Schluss.

Im herzerlfresser erinnert Ferdinand Schmalz an eine grausame Mordserie aus dem steirischen Mürztal vor fast 250 Jahren. Der Legende nach war der Knecht und Kartenspieler Paul Reininger von dem Wahn besessen, sieben noch warme Mädchenherzen verschlingen zu müssen. Ferdinand Schmalz holt diese düstere Überlieferung in eine heutige Kleinstadt und überprüft an ihr die Liebe in Zeiten des Neoliberalismus. 

Nach am beispiel der butter und dosenfleisch ist der herzerlfresser das dritte Stück des Grazer Autors am Burgtheater. Ferdinand Schmalz gewann 2012 den Retzhofer Dramapreis und wurde 2014 von „Theater heute“ zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt.

Kathrin Brack wurde für ihre Arbeit für der herzerlfresser und Carol Reed  von René Pollesch mit dem Nestroy 2017 in der Kategorie „Beste Ausstattung“ ausgezeichnet.

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Oktober 2016

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Katrin Brack
  • Kostüme
    Lane Schäfer
  • Musik
    Hannes Gwisdek
  • Chorarrangement
    Bernhard Moshammer
  • Choreographie
    Daniela Mühlbauer
  • Licht
    Michael Hofer
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Alexander Wiegold [hat] so zügig wie hintersinnig inszeniert: Kannibalismus kann auch lustig sein.

    Die Presse
  • Das Bühnenbild von Katrin Brack ist eine mächtige Ansage.

    Wiener Zeitung
  • Jubel für den jugendlichen Dramatiker.

    Der Standard
  • Schmalz thematisiert recht listig und in der anarchisch grundierten Volkstheatersprache in der Tradition eines Ödön von Horvath oder Helmut Qualtinger manche brennende Gegenwartsfrage.

    Kleine Zeitung Steiermark
  • Es zahlt sich aus, dieses Kammerspiel zu sehen, in dem ein jeder der Darsteller auf seine eigene Art glänzen kann.

    Die Presse