Eventdetails

Die Geburtstagsfeier

Harold Pinter

Deutsch von Michael Walter

Ein älteres Ehepaar, Petey und Meg, betreibt eine Strandpension am Meer, in der sich Stanley seit Jahren als einziger Gast einquartiert hat. Der junge Mann behauptet, ein talentierter, aber glückloser Konzertpianist gewesen zu sein. Das seltsame Idyll wird von zwei Fremden gestört. Petey hat sie eingeladen, bei ihm zu wohnen. Woher sie kommen, bleibt völlig im Dunklen. Einmal im Haus, machen sie es sich bequem, während Stanley durch ihre Anwesenheit immer nervöser wird. Die beiden helfen Meg sogar bei den Vorbereitungen zu Stanleys Geburtstagsfeier, die an diesem Abend stattfinden soll. Noch vor der Party nehmen die Fremden Stanley in ein absurdes Kreuzverhör, das eher einer Gehirnwäsche gleicht und bei dem sich schreckliche Anschuldigungen mit religiösen Fragen und absurd historisch-politischen Reminiszenzen ablösen. Die Party selbst wird für Stanley zu einem hysterischen Ritual der Vernichtung seiner Persönlichkeit.

Die Geburtstagsfeier ist eine finstere Komödie, in der Gewalt in eine ordentliche bürgerliche Gesellschaft einbricht und sie zu zerstören droht. Die Menschen sind bei Pinter so verunsichert, dass sie selbst nicht wissen, welchen Motiven sie folgen. Angst und Entsetzen haben keinen Namen mehr, sie sind vieldeutig, unbestimmt und undefinierbar.

Harold Pinter wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. 2005 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. In den 80er Jahren begann sein unüberhörbares politisches Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen, das bis zu seinem Tod im Dezember 2008 anhielt.

Zeitplan

Dauer:
ca. 165 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

September 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

Oktober

Weitere Termine folgen…

Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Martin Zehetgruber
  • Kostüme
    Jacques Reynaud, Eva Di Domenico
  • Musik
    Bert Wrede
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Die Geburtstagsfeier-Trailer

Pressestimmen

  • Und erst Roland Koch! Seine in Andrea Breths Regiekunst aufgehende Spielkunst wird zur Zentrifugalkraft dieser Inszenierung. Er bringt eine gigantische Partitur aus Sätzen, Betonungen, Tonhöhen, Sprechtempi, Gesten, Körperhaltungen und Figurenkonstellationen zum Leben.

    Salzburger Nachrichten
  • In Martin Zehetgrubers genialem Bühnenbild produziert sich das erlesene Ensemble mit Lust – und alsbald tritt der typische Breth-Effekt ein. Auf Gähnen und Irritation folgt das Aha!, das sich in Begeisterung wandelt, und am Schluss: Bitte noch einmal!

    Die Presse
  • Unter Breths Regie ist jede Geste und Körperdrehung, jeder Tonlagenwechsel genau instrumentiert. Die Bilder, die mit vielen Blacks voneinander getrennt werden, sind nahezu perfekt gebaut, während die Konversationen mit einer leichten sarkastischen Unwucht ausgestattet sind. [...] Darin jedenfalls liegt die Leistung von Andrea Breth: das banale Rätsel des ...

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

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  • Nina Petri schafft als Meg eine glänzende Figur weiblicher Einfalt. Dass eine abgründige Angst sich ihrer bemächtigt hat, zeigt sie in der ersten Szene. [...] Vor irgendetwas versucht diese Frau zu fliehen, meist rettet sie sich ins Grenzgebiet von Verdrängen und Lügen.

    Salzburger Nachrichten
  • Regisseurin Andrea Breth ist für ihre Genauigkeit bekannt, und dieser Abend ist ihr Meisterstück. [...] Jede Nuance sitzt, jede Geste stimmt, im Grunde kommt man aus dem Staunen nicht heraus. [...] Schauspielerisch und handwerklich ist die Aufführung perfekt.

    ORF
  • In Andrea Breths Welt herrscht eine zuversichtliche Verzweiflung, wie sie Menschen umtreibt, die an Verschwörungen glauben: Wenn man erst den Zusammenhang entschlüsselt hat, wird alles einen (bösen) Sinn ergeben. Dass es so möglicherweise nicht ist, dass es also vielleicht gar keinen Zusammenhang gibt, ist ein Verdacht, der in Breths Welt nicht aufkommt. ...

    Die Zeit

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  • Im Akademietheater [...] entfachte Breths mit viel Liebe zum Detail ausgestaltete Version dieses bizarren Kammerspiels sprühende Funken, die aufs Publikum übersprangen.

    Salzburger Nachrichten
  • Roland Koch brilliert als Täter, als Opfer überzeugt Max Simonischek.

    ORF
  • Max Simonischek spannt den Bogen vom mürrischen, dominanten Eigenbrötler über den ZumKampf-Entschlossenen bis zum Durch-die-Mangel-Genommenen beeindruckend.

    APA
  • Im Landestheater entwickelt Andrea Breth Harold Pinters „Geburtstagsfeier“ zum albtraumhaften Thriller in der Ästhetik der Fünfzigerjahre. Mit kalter, perfekter Meisterschaft wird das Zerstörungswerk am vorgeblichen Konzertpianisten Stanley verrichtet. Samuel Beckett, Dürrenmatts „Alte Dame“, Max Frischs „Biedermann“ und Übervater Franz Kafka spuken durch...

    News

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  • Noch mehr […] sind es vor allem die beiden Gesellschafts-Agenten, McCann und Goldberg, die Breths Regie in Stellung bringt, um das zentrale Thema des Stücks – die Leere der Kommunikation und deren paranoide Folgen – auf unterhaltsame Weise vor Augen zu führen: Die skurrile Mafiosi-Combo, die Oliver Stokowski und Roland Koch virtuos im Laurel&Hardy-Stil an...

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

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  • Regiestar Breth, die sich auf kleine Räume versteht, ohne dem Publikum den Sauerstoff zu nehmen, hat der „Geburtstagsparty“ den richtigen Dreh gegeben: Das Stück ist zeitlos und nebulos, sie nahm dafür passende Anleihen von David Lynch.

    Kurier
  • Um das so gnadenlos leicht durchzudrücken bedarf es eines starken Teams, in dem Roland Koch, Nina Petri und Oliver Stokowski ihre Stärke ausspielen dürfen. Nur so wird das Stück zum Fürchten komisch.

    Die Furche