Wir sitzen hier mitten im Kriegsgebiet, aber wir bekommen nichts davon mit.
Wolfram Lotz
Die lächerliche Finsternis

Eventdetails

Die lächerliche Finsternis

Wolfram Lotz

im Anschluss Publikumsgespräch

Ein somalischer Pirat bittet vor dem Hamburger Landgericht um Verständnis für seinen Überfall auf das Frachtschiff MS Taipan und beklagt den Verlust seines Freundes Tofdau. Hauptfeldwebel Pellner und der Gefreite Dorsch fahren mit einem Patrouillenboot hinein in die Regenwälder Afghanistans. Ihr Auftrag: Liquidierung eines durchgedrehten Oberstleutnants. Die Reise führt immer tiefer in eine wirr wuchernde Welt, in der koloniale Geschichte und neokolonialistische Realitäten untrennbar miteinander verbunden sind. Immer weiter entfernen sie sich von der sogenannten Zivilisation, hinein in die Wildnis und Dunkelheit. Als der ertrunkene Pirat Tofdau unerwartet in die Geschichte zurückkehrt und in der Finsternis um Hilfe fleht, wird er von Hauptfeldwebel Pellner erschossen. Denn in dieser Erzählung ist kein Platz mehr für einen Fremden.

Skurril und filigran, ironisch und zugleich unendlich traurig beschreibt Wolfram Lotz in seinem Text unsere Unfähigkeit, das Fremde wirklich verstehen zu können: Das Grauen eines weit entfernten Kriegs, eine andere Kultur, einen anderen Menschen und zuletzt sogar sich selbst.

In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

Zeitplan

Dauer:
ca. 120 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

September 2014

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
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Besetzung und Team

Regie Team

  • Regie und Bühne
  • Kostüme
    Kamila Polívková
  • Licht
    Felix Dreyer
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Irrwitziger Kriegskracher mit Analogtaktik: [...] Regisseur Pařízek [...]entwickelt einen heiteren Analog- und Unplugged-Abend, der sich der Gattung des Textes, eigentlich ein Hörspiel, besinnt: Livegeräusche und Gesang des grandiosen Ensembles.

    Der Standard
  • Dušan David Pařízek macht „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz mit vier tollen Schauspielerinnen zu einer augenzwinkernden Expedition in Abgründe.

    Die Presse
  • Am Akademietheater übertreffen Autor und Regisseur einander mit ihrem Sinn für surrealen Humor, der die Wirklichkeit von innen her auslotet, sie x-mal bricht und als Persiflage in Potenz den Horror der Welt doch nicht bloß aufs Korn, sondern ernst nimmt.

    NZZ
  • Wolfram Lotz bedient das Theater nicht, er fordert es heraus. Nicht weil er dem Medium misstraut, im Gegenteil: Er traut dem Theater alles zu. An diesem Abend bekommt er es zurück.

    SZ