Eventdetails

Die Macht der Finsternis

Leo Tolstoi

Ein Kriminalfall, der sich wenige Jahre zuvor in einem Dorf unweit seines Landguts ereignete, inspirierte Leo Tolstoi zu seinem ersten Theaterstück. Nach den Jahrhundertromanen Krieg und Frieden und Anna Karenina befand sich der Autor mit 56 Jahren in einer tiefen Sinnkrise, die sich in der Hinwendung zu einem anarchisch-christlichen Glauben und seiner berühmten „Beichte“ Bahn brach: „Lüge, Raub, Hurerei und Ehebruch, Trunksucht, Jähzorn, Mord – es gab kein Verbrechen, das ich nicht begangen hätte, und trotzdem lobten die Menschen mein Verhalten.“

In Die Macht der Finsternis, das im zaristischen Russland zunächst verboten war, dringt Tolstoi tief in die finstersten Winkel der menschlichen Seele vor: seine giftmischenden bäuerlichen Figuren streben nach sozialem Aufstieg und verstricken sich dabei fast ausnahmslos in Schuld. Eine Sünde zieht die andere nach sich, Wohlstand und Geld machen alles nur noch schlimmer. Nikita, der nicht mehr Knecht, sondern selbst Herr sein will, ist dabei ähnlich zerrissen wie sein Schöpfer – zwischen dem Wunsch nach Läuterung und Sühne und einer exzessiven Lust am Bösen, zwischen Ordnung und Anarchie, Moral und Kunst.

Zeitplan

Dauer:
ca. 120 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

April 2015

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

  • Petr, ein reicher Bauer
  • Anisja, seine Frau
  • Akulina, Petrs Tochter aus erster Ehe
  • Nikita, der Knecht
  • Akim, Nikitas Vater
  • Matrjona, seine Frau
  • Mitric, ein alter Knecht
  • Marina, ein Waisenmädchen
  • Anjutka, die zweite Tochter
    Paloma Siblik
  • Musiker
    Alexander Wladigeroff, Konstantin Wladigeroff, Simon Schellnegger
  • Klageweiber, Hochzeitsgäste
    Yonka Dragomanska, Tatjana Gretsch, Olga Klykova, Ekaterina Maleina, Marina Pauser, Maria Solonenko, Willy Wladigerova, (Vokalensemble "Kumuschki"), Hans-Peter Bruckner, Armin Hartinger, David Ketter, Victor Klykov, Bert Obernosterer, Gert Werler, Michael Wieczorek, Peter Zirn

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Florian Lösche
  • Kostüme
    Victoria Behr
  • Musik
    Johannes Hofmann
  • Licht
    Peter Bandl
  • Dramaturgie
    Florian Hirsch

Medien und mehr

Pressestimmen

  • Regisseur Antú Romero Nunes dagegen belässt [das Stück] in seiner Zeit und gibt zeitloses scheinrealistisches Bauerntheater. Natürlich malt er die Figuren nicht psychologisch aus, sondern übersteigert sie grotesk. [...] Und sein Ensemble ist wunderbar.

    Deutschlandfunk
  • Das Ensemble in der Regie von Antú Romero Nunes beeindruckt mit pulsierendem Temperament.

    Die Presse
  • Wie der Regisseur aus diesen überzeichneten Karikaturen echte Charaktere formt, wie sich die dickleibigen Lachnummern immer unausweichlicher in die Tragödie ihrer eigenen Dumpfheit und Gier verstricken, ist die Glanzleistung dieses Abends.

    Kleine Zeitung Steiermark
  • Nunes will keine bleierne Moralpredigt, sondern betrachtet das Pathos der Geschichte auch als Scherz – als einen, den das Leben schreibt, wohlgemerkt.

    Der Standard
  • Die Zeitlosigkeit von Habgier und Begierde, ein denkbar simples, aber umso eindrucksvolleres Bühnenbild, überzeichneter Realismus und eine Handvoll grandioser Schauspieler: Aus diesen Ingredienzien mixte Regie-Shootingstar Antú Romero Nunes eine packende Version von Leo Tolstois mörderischem Bauerndrama.

    APA