Eventdetails

Die Perser

Aischylos

wiedergegeben von Durs Grünbein

Das Heer des Perserkönigs Dareios wurde im Jahre 490 v. Chr. von den Athenern in der Schlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später zieht sein Sohn Xerxes mit einer gewaltigen Flotte von über tausend Schiffen gegen die Griechen, um die Schmach der Niederlage zu rächen. Von bösen Träumen und Vorahnungen gequält, wartet die persische Königsmutter Atossa auf Nachricht aus dem Kriegsgebiet vor Salamis. Ein Bote berichtet von den unmenschlichen Gräueln der Schlacht. Die persische Flotte wurde in einen Hinterhalt gelockt und von den zahlenmäßig weit unterlegenen Griechen vernichtend geschlagen. Nur der junge König Xerxes ist mit einer kleinen Truppe entkommen und auf dem Rückzug. Die zu Hause gebliebenen Greise beschwören den Geist ihres verstorbenen Feldherrn Dareios, der in der Niederlage seines Sohnes die göttliche Bestrafung der Hybris des jungen Herrschers sieht. Xerxes kehrt schwer gezeichnet aus der Schlacht zurück, die meisten Männer sind verloren, das Eroberervolk der Perser ist vernichtet.

472 v. Chr. verfasste Aischylos, der dem Volk der Sieger angehörte und mitgekämpft hatte, aus der Sicht der Besiegten Die Perser, die älteste überlieferte Tragödie der Weltliteratur, ein Lehr- und Mahnstück über den Krieg der Perser und ihre Niederlage, zeitnah geschrieben, jedoch fremd gemacht und in die Fremde verlegt. Die Perser ist kein Anti-Kriegsstück, in dem der Krieg als solcher verdammt wird. Abgesehen davon, dass der antike Mensch sich eine Welt ohne Krieg kaum vorstellen konnte, stand der Krieg als Lebensprinzip in hohem Ansehen. Die Perser ist vielmehr ein Stück gegen den Übermut der Hochrüstung und die Blindheit der Kriegstreiberei. Das Hauptmotiv ist die Hybris. Wie fast alle Helden der griechischen Tragödie geht Xerxes an der eigenen Verblendung zugrunde.

Für Ihre Anreise am Samstag, 20. Mai beachten Sie bitte, dass ab 14 eine Demonstration mit folgender Route geplant ist: Karlsplatz – Lothringer Straße – Schwarzenbergplatz –Ring bis Burgtheater– Löwelstraße- Ballhausplatz. Die Veranstalter geben ein voraussichtliches Ende von 18 Uhr an. Weitere Informationen unter www.oeamtc.at

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende
Änderung

Änderung der heutigen Vorstellung:

Die nächsten Termine

Mai 2017

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

September

Oktober

Weitere Termine folgen…

Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Olaf Altmann
  • Kostüme
    Katrin Lea Tag
  • Musik
    Bert Wrede
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Die Perser-Trailer

Pressestimmen

  • Mit dem jungen und zerbrechlich wirkenden Merlin Sandmeyer hat Thalheimer den Xerxes besetzt. Seine Augen sind blutunterlaufen, er ist weder ein Kriegsheld noch ein Antiheld, sondern ein schwer traumatisierter Mensch, dem der Krieg den Verstand geraubt hat. [...]
    Thalheimers archaischer Zugriff passt auf Aischylos' „Die Perser".

    Salzburger Nachrichten
  • Hinten zählte Falk Rockstroh als grau-erblindeter Chorführer die Kriegernamen auf, während sich seine Heeresschau vorne im virtuos-exaltierten Mienenspiel von Christiane von Poelnitz‘ Königsmutter spiegelte.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Das großartige Ensemble – Falk Rockstroh (als „Chor“ und Vertreter des Volkes), Christiane von Poelnitz (als Königinmutter), Merlin Sandmeyer (als nackter, geschundener Xerxes), Branko Samarovski (als ziemlich furchteinflößender Geist) und Markus Hering (als traumatisierter Überlebender der Schlacht) – setzen die großartige Sprache des Textes klar und ein...

    Kurier

    Mehr erfahren

  • Einen Augenblick ist es, als lasse Aischylos auch nach 2500 Jahren die Welt noch aus den Fugen geraten.

    Wiener Zeitung
  • Branko Samarovski gibt diesen toten König resigniert. Blass und schwarz gewandet auf hohem Kothurn, stützt er sich auf zwei Stöcke. Er weiß um die Hybris. Ihm bleibt nur noch Hohn.

    Die Presse
  • Grünbein geistesgegenwärtig, aber nicht zeitgeistig übersetzten Text vertrauenden Regie schafft Michael Thalheimer hier Außergewöhnliches: Er gibt einem Stück, das häufig nicht mehr ist als ein einziger lauter, in Worte gefasster Schrei, den Charakter einer großen Erzählung.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Michael Thalheimer inszeniert die fast 2500Jahre alte Tragödie des Aischylos äußerst konzentriert, das Ensemble lässt sich souverän auf das griechische Pathos ein. [...]
    Von elementarer Wucht ist auch das großartige Bühnenbild.

    Die Presse
  • Der von Olaf Altmann geschaffene Bühnenraum ist von elementarer Wucht. Als sich das Dunkel lichtet, sieht man einen mächtigen Kubus, den Eingang zum Grab des Dareios. Man denkt an den Türhüter in Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz" oder an Dantes Höllentor: „Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr eintretet!" Hier spürt man dazu noch den irren Sturm der Geschicht...

    Die Presse

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  • Ein kalter Wind weht durch die Reihen des Akademietheaters, der glanz- und machtvolle Himmel der Perser stürzt gleichsam ein.

    Salzburger Nachrichten
  • Für wirklich dramatische Momente sorgt an dem Abend das Bühnenbild: Olaf Altmann baute in die hinten offene Bühne des Akademietheaters ein wuchtiges Marmorgemäuer, das an antike Tempel denken lässt. Zwischen den Akten gerät die statische Bühne einen Moment lang in Bewegung. Dabei hebt und senkt sich die massive Decke, begleitet von Getöse und Nebelschwade...

    Wiener Zeitung

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  • Für seine Inszenierung im Wiener Akademietheater greift Michael Thalheimer auf Grünbeins Übertragung zurück, die sich philologisch mehr Freiheiten nimmt, dafür aber weniger sperrig ist als andere Übersetzungen. [...]
    Ein Elend, untröstlich: Xerxes' Mutter Atossa, gespielt von Christiane von Poelnitz, nimmt in dieser Inszenierung die Hauptrolle ein.

    Süddeutsche Zeitung
  • Christiane von Poelnitz erspielt fast monologhaft eine machthungrige Gottkönigin Atossa. Schritt für Schritt erkennt sie Fehler: ihre Kriegstreiberei, ihren Hochmut, ihren verderblichen Einfluss auf den labilen, eitlen Xerxes.

    Kronenzeitung