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Die Ratten

Gerhart Hauptmann

Pauline Piperkarcka, ein von ihrem Liebhaber sitzengelassenes, schwangeres Dienstmädchen, will sich in den Landwehrkanal stürzen. Die kinderlose Frau John, deren Mann als Maurerpolier auswärts auf Schicht ist, überredet die Piperkarcka, das Kind auf dem Dachboden zur Welt zu bringen und es ihr dann zu überlassen. Vor dem heimgekehrten Mann und auf dem Standesamt gibt sie es als ihr eigenes aus. Doch in Piperkarcka regt sich das schlechte Gewissen. Aus Angst vor den Behörden meldet sie ihr Kind an und nennt Frau John als Pflegemutter. Die Fürsorge beginnt, sich für das Kind zu interessieren, und als auch Frau Johns Mann misstrauisch wird, gerät die vermeintliche Mutter in Panik. Als sie erfährt, dass ihr gewalttätiger Bruder Bruno, der die Piperkarcka lediglich einschüchtern sollte, das Dienstmädchen erschlagen hat und von der Polizei gesucht wird, erscheint ihr die eigene Lage aussichtslos.
Sie gesteht ihrem hilflosen, entsetzten Mann den Betrug und stürzt sich auf die Straße. Davon unberührt debattieren der verkrachte Theaterdirektor Hassenreuter und seine Schauspielschüler auf dem Dachboden desselben Gebäudes über das komplizierte Verhältnis zwischen Kunst und Wirklichkeit.

In seinem 1911 uraufgeführten und vielleicht bedeutendsten Stück breitet Gerhart Hauptmann ein Panorama des allgemeinen moralischen, sozialen und politischen Verfalls seiner Zeit aus. Andrea Breth, die seit vielen Jahren regelmäßig in Wien arbeitet, wird sich mit dieser Inszenierung im Burgtheater von ihrem Publikum verabschieden.

Zeitplan

Dauer:
ca. 150 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

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Juni

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Martin Zehetgruber
  • Bühnenbildmitarbeit
    Stefanie Wagner
  • Kostüme
    Françoise Clavel
  • Musik
    Alexander Nefzger
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Die Ratten - Trailer

Pressestimmen

  • So wie der stets eindrucksvolle Sven-Eric Bechtolf ihn spielt, zeigt der nationalstolze, theaterkonservative Mann bereits erste Unsicherheiten. Er ist auch nicht der lachhafte Großkotz, als den man diesen Hassenreuter aus vielen „Ratten“-Aufführungen kennt, sondern zitiert diese Rollenzuschreibung nur noch. [...] Bechtolf bekommt bei Breth auch ungewöhnli...

    Süddeutsche Zeitung

    Mehr erfahren

  • AndreaBreth verknotet in ihrer zwischen Sprödigkeit, trauriger Komik und klug-assoziativer Kritik an den „herrschenden Umständen“ oszillierenden Inszenierung Hauptmanns Stück-Personal zu einem feinen Gewebe aus psychologisch genauen Charakterstudien.

    Tiroler Tageszeitung
  • Darstellungskunst vom Feinsten

    APA
  • Überhaupt ist die Aufführung voll von gelungener szenischen Miniaturen, fein gearbeiteter Schauspieler-Begegnungen.

    Wiener Zeitung
  • Die fünf Akte stecken voller Virtuosenstücke; die zahlreichen Mitglieder der Breth-Familie sind sich nicht zu schade, für jeweils eine Arie, ein Solo vorbeizuschauen. Sie alle spielen wie menschgewordene Götter.

    Der Standard
  • Überhaupt sind es vor allem drei Frauen, die diese aus Angst, Gier und Lust gebraute Dauerkatastrophe immer wieder erden: Neben Sylvie Rohrer und Sarah Viktoria Frick ist dies die großartige Johanna Wokalek.

    Salzburger Nachrichten
  • Die Schauspieler bilden ein All-Star-Ensemble, wie es selbst an der Burg nur noch eine Regisseurin wie Andrea Breth zusammenbekommt.

    Süddeutsche Zeitung
  • Ofczareks Auftritte zählen zu den stärksten neben jenen der famosen Wokalek, neben der Raffinesse von Bechtolf und Sylvie Rohrer als Paar, das sich so freundlich gibt, wie es berechnend ist.

    Die Presse
  • Eine zum Niederknien kluge, präzise, wägende Aufführung

    Der Standard
  • Andrea Breth nimmt mit einer glänzenden Inszenierung Abschied vom Wiener Burgtheater.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Die Inszenierung zeigt noch einmal, was diese einzigartige Regisseurin kann: Texte so lange und so genau zu lesen, bis sie ihre Geheimnisse freigeben - oder neue Rätsel aufgeben.

    Kurier
  • Aufführungen von Klassikern, die mit solcher Ernsthaftigkeit und Liebe gemacht werden, sind rar. Breth schöpft auch aus dem Vollen. Wer sonst kann es sich leisten, Stars und Charakterköpfe für kurze Auftritte zu gewinnen? Da ergeben sich die intensivsten Momente.

    Die Presse
  • Herrliches Schauspielertheater

    Tiroler Tageszeitung
  • Johanna Wokalek ist eine großartig vielschichtige, zurückhaltende wie bestimmte Frau John: [...] beeindruckend macht sie die inneren Bruchlinien der Figur und die zunehmende Bedrängnis aufgrund ihres Betruges deutlich.

    Tiroler Tageszeitung
  • Kosmisch kalt ist es im Rattennest - Andrea Breths Abschiedsinszenierung: die grandiose Engführung ihres wie gewohnt desillusionierenden Menschenbilds.

    Der Standard
  • Niemand anderer vermag so wie sie Genuss zu bereiten, der sich aus der Erkenntnis absoluter Illusionslosigkeit speist.

    Der Standard
  • Zehetgruber stößt die Tür zu einem Denkraum auf, in dem sich das Theater von Andrea Breth, eines das sich einzig auf die Sprache und ihren Nachhall im Körper und im Bewusstsein der SchauspielerInnen verlässt, noch einmal bis in schwindelnde Höhen entfalten kann.

    taz - die tageszeitung
  • Gerhart Hauptmanns radikale Tragikomödie gerät zum Fest der Theaterkunst. Ein Schlüsselwerk des Naturalismus wird mit einem singulären Ensemble umgesetzt.

    Kronen Zeitung