Eventdetails

Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße

Peter Handke

„Der Held heißt ›Ich‹, er ist eine Mittelgestalt zwischen Caliban und Prospero, ein Monstrum, ein Irrer, ein Tier und zugleich ein Zauberer.“ So beschreibt Peter Handke seinen „Helden“. Dieser wandelt sich vom »Ich-Erzähler« in »Ich, den Dramatischen« – ein kühner literarischer Coup, den Christopher Nell vielbejubelt und bestaunt auf der Bühne umsetzt: Er sitzt, geht, steht, träumt, zaubert, verzweifelt, wütet, tobt und – erzählt, von seiner Landstraße. Diese Straße ist sein Reich, der »letzte freie Weg in die Welt, der letzte nichtverstaatlichte, nichtvergesellschaftete, nichtgeographierte, nichtgeologisierte, nichtbotanisierte, nichtgegoogelte, nichtöffentliche und nichtprivate Weg auf Erden.« Und den will er verteidigen, einer gegen alle.

Doch die »Unschuldigen«, geführt von ihrem An- und Wortführer und dessen Frau, die „ein bisschen wie Lady Macbeth“ ist, nehmen die Straße in Beschlag, formieren sich auf ihr, hinterlassen ihre Spuren. Dabei wollen sie nichts böses, sind einfach nur da, unschuldig wie sie sind. Unter ihnen auch die »Unbekannte von der Landstraße«, die Schöne, »die erhoffte, seit jeher ersehnte«. Doch ›Ich‹ erkennt sie erst, als es zu spät ist, als sie ihn – nicht nur bildlich – vor den Kopf stößt.

Am Ende alles nur ein Traum?

In Handkes neuem Stück geht es um die Auseinandersetzung des Einzelnen mit der Gesellschaft, um (Nicht-)Kommunikation, um Zuhören und Erinnern – in einer Welt, in der „alles verschwindet“, alte Werte, wahre Freundschaft und Liebe verloren gehen.

„Wie den Weg behaupten?“, fragt der Erzähler. Wie das ICH behaupten?

Wie als Menetekel erzählt Handke auch vom Krieg, der längst begonnen hat, auch bei uns, in unserer Welt des schönen, unschuldigen Scheins.

Claus Peymann hat, seit der „Publikumsbeschimpfung“ 1966 im Frankfurter Theater am Turm, bereits insgesamt zehn Stücke von Peter Handke uraufgeführt. „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ ist seine fünfte Handke-Uraufführung am Burgtheater. 

Koproduktion des Burgtheaters und des Berliner Ensembles

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Zeitplan

Dauer:
ca. 180 Min. 1 Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

Juni 2018

  • Spielstätte und Datum:
    BURG
Alle Termine

Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Karl-Ernst Herrmann
  • Kostüme
    Margit Koppendorfer
  • Dramaturgie
    Jutta Ferbers, Anke Geidel
  • Licht
    Friedrich Rom, Karl-Ernst Herrmann
  • Musikalische Mitarbeit
    Moritz Eggert
  • Geräusche/Töne
    David Müllner

Medien und mehr

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Die Unschuldigen-Trailer

Pressestimmen

  • Zum Glanzstück geriet an der Burg Claus Peymanns Uraufführung von Peter Handkes jüngstem Stück.

    Kleine Zeitung
  • Peymann wirbelt den dichten Text kunstvoll auf.

    Die Presse
  • Regisseur Claus Peymann hat [Peter Handkes Text] […] mit einer unaufgeregten Lockerheit schwungvoll auf die Bühne des Wiener Burgtheater gebracht.

    Deutschlandfunk
  • „Es ist eine große Hommage an das Erzählen, an das Spielen, ans Theater, an die Sprache, an die Poesie, das Zaubern und Verzaubertwerden. Eine Hommage an den Traum und ans Träumen.“

    Kurier
  • Was war das alles nun eigentlich: ein Drama oder eine Wahrheitssuche? Handke blieb wieder ganz in seinem eigenen poetischen Kosmos.

    Deutschlandfunk
  • Eine drei Stunden währende Hommage an Poesie und Fantasie.

    Stuttgarter Nachrichten