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dosenfleisch

Ferdinand Schmalz

Ein Fernfahrer muss aufgrund eines desaströsen Unfalls auf einer Autobahnraststätte Halt machen. Frustriert über den erzwungenen Stillstand, beobachtet er durch seine Windschutzscheibe das nächtliche Geschehen. Ein Versicherungsinspektor, besessen von jeglichen Spuren, die Verkehrsunfälle verursachen, untersucht die sogenannte Todeskurve, die sich von der Raststätte aus perfekt überblicken lässt. Beate, die Betreiberin der Raststation, teilt ein dunkles Geheimnis mit Jayne, einer schönen, autoaggressiven Fernsehschauspielerin, die süchtig ist nach Hochgeschwindigkeit. Beide Frauen sind aus verschiedenen Motiven zu tatkräftigen Spezialistinnen für inszenierte, mitunter tödliche Autounfälle geworden.

Nach seinem mehrfach ausgezeichneten Debüt am beispiel der butter ist auch das zweite Stück des österreichischen Dramatikers Ferdinand Schmalz am Burgtheater zu sehen: dosenfleisch ist auch eine Metapher für das Paradox des mobilen Menschen in der „Blechkiste“, der zwar überall hinkommt, jedoch nie zu sich selbst – und im lebensbedrohlichen Zusammenstoß nach Authentizität sucht.

Nach der erfolgreichen Uraufführung im Juni 2015 im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin („beeindruckende Umsetzung“, nachtkritik.de ) und der Wiener Premiere im September 2015 im Kasino („Wirklich imposant“, Die Presse), ist die Produktion nun im Akademietheater zu sehen.

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dosenfleisch-Trailer

Pressestimmen

  • Regisseurin Carina Riedl inszeniert unterkühlt. Gut so. Die Figuren [...] bleiben Grenzcharaktere, die nie ganz greifbar werden. [...] Schmalzens stark rhythmisierte Kunstsprache lebt vom Sprachspiel, von Fleisch- und Verkehrsmetaphern, von der Mehrdeutigkeit der Worte. Das ist zum Teil recht komisch, vor allem aber clever.

    Falter
  • Bildgewaltig, poetisch, verspielt und rhythmisch [...]
    „dosenfleisch“ ist kein hurtiges, leicht eingängliches Erzähltheater, sondern ein in Sprache wie Spiel assoziatives, anspruchsvolles, ab und zu witziges und als Hinweis auf die grauenhaften Entfremdungen unseres Autofahrer-Alltags beachtenswertes Kunstwerk.

    Salzburger Nachrichten
  • Wirklich imposant sind: Carina Riedls Inszenierung, das Bühnenbild von Fatima Sonntag, die Wahnsinnsschlagzeugerin Katharina Ernst – und das Ensemble.

    Die Presse