Eventdetails

Ein europäisches Abendmahl

Elfriede Jelinek, Sofie Oksanen, Nino Haratischwili, Terézia Mora

Mari ist weit herumgekommen. Sie war schon fast auf jedem Kontinent, von der Antarktis mal abgesehen. Inzwischen geht sie kaum noch vor die Tür, nur noch zum Einkaufen, obwohl an beiden Eingängen des Supermarkts gebettelt wird. Mary packt in London ihre Koffer. Sie will nach Kiew fliegen, um Darja, ihre Eizellenspenderin, kennenzulernen. Als Mary früher in der Schule gefragt wurde, was sie werden möchte, hatte sie geantwortet „Mutter“. Darja braucht das Geld. Marusja ist Putzfrau im Gemeindehaus, das jetzt ein Flüchtlingsheim ist. Sie lebt schon lange hier im Westen, hat die Sprache gelernt, auch die kompliziertesten Wörter. Die Leute hier bezeichnet sie als die „Eingeborenen“ und „man muss besser sein, als die hier“, ist ihr Leitspruch. Jetzt muss sie leider erfahren, dass das „naivna“ war. Die Frau aus Österreich kämpft mit dem Stier Europa und die Frau im Bikini hat Angst, auf die Straße zu gehen, Angst ins Schwimmbad zu gehen. Sie kann nicht schlafen. Irgendetwas muss ihr gegen ihre Angst einfallen.

Fünf Autorinnen aus fünf Ländern haben Frauenfiguren für diesen Abend geschrieben, die sich mit unserer Lage in Europa heute auseinandersetzen. Radikaler Islamismus, Flüchtlinge, Ratlosigkeit über die Zukunft der europäischen Idee, Gewalt gegen Frauen und der weltweite Verteilungskampf zwischen Arm und Reich destabilisieren unsere Gesellschaften. Das europäische Abendmahl soll kein mageres pseudofeministisches Manifest werden, sondern ein subjektiver, manchmal schwarzhumoriger Gang durch den Herrschaftsdiskurs und eine Bestandsaufnahme zu der sich rasant verändernden Situation in Europa heute – bevor die Tafel womöglich endgültig abgeräumt wird.

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

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Oktober

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE
    € 59 - € 3,50 verfügbar

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Martin Zehetgruber
  • Kostüme
    Esther Geremus
  • Licht
    Friedrich Rom
  • Dramaturgie
    Klaus Missbach

Medien und mehr

Ein europäisches Abendmahl-Trailer

Pressestimmen

  • Ein europäisches Abendmahl“ erweist sich als so feinsinniger wie tiefgründiger Abend, der ein Nachdenken über Europa von randständiger Perspektive aus forciert.

    Wiener Zeitung
  • Die Uraufführung des Auftragswerks »Ein europäisches Abendmahl« im Akademietheater überzeugt durch Konzentration wie auch Vielfalt. [...] Ein toller Theaterabend, der wirklich zu Herzen geht.

    Die Presse
  • Ein grandioses Text-Menü, exzellent zubereitet. [...] Und fünf hochkarätige Autorinnen [...] sorgen mit ihren Texten dafür, dass dieses „europäische Abendmahl“ schon jetzt Anspruch auf eines der Glanzstücke dieses Jahres hat. Obwohl an der Festung Europa der Lack völlig ab ist.

    Kleine Zeitung
  • Barbara Frey [...] darf sich zu Recht über die große Zustimmung des Premierenpublikums freuen. Ihr und dem Ensemble gelang ein intensiver Abend mit einigem Nachklang.

    Tiroler Tageszeitung